Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Heinrich Heine in seinem Verhältnis zu Mutter und Schwester
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 15)
- Language
- German
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Tagen verhungern aus Geldmangel, von Lampe habe ich noch immer keine Nachricht. Daß Du dem Geklätsche, liebe Mutter, welches deutsche Blätter über meinen Zustand verbreiten, keinen Glauben schenken darfst, versteht sich von selber. Ich habe mich, liebe Mutter, in den letzten 14 Tagen mehr mit Dir beschäftigt, als Du ahnen mochtest; ich habe nämlich eine General-Nevision meiner Papiere unternommen, habe alle Deine u. Lottchens Briefe wieder durchgesehen, und um sicher zu sein, daß einst kein Mißbrauch durch zufällige Veruntreuung damit gemacht werden könne, habe ich, wie wehe es mir auch tat, alle diese Briefe dem Feuer übergeben. Ich hoffe gewiß, daß Du dieses Verfahren billigst, liebe Mutter, die ich Dich um keinen Preis der Welt der rohen Neugier fremder Menschen einer spätern Generation aussetzen möchte. Behaltet mich recht lieb, und schreibt mir bald! Euer getreuer Harry Heine 1851 Paris 9. Juli Liebste Mutier und liebe Schwester! Cuern letzten Brief habe ich richtig erhalten u. Euer Wohlsein daraus ersehen. Mir geht es in diesem Augenblick wieder ziemlich gut, aber während der 284