Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- James Balfour, Einführung in die Geschichte des Zionismus von R. Sokolow
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 8)
- Language
- German
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einzigen Juden sind, deren Wohlfahrt wir zu beachten haben. Zugestanden — um des Beweisgrunds willen, daß der Zionismus ihnen eine Wohltat erweisen wird, wird er den anderen gewiß nicht schaden, die, obwohl sie durch Herkunft und teilweise durch religiöse Überzeugung Juden sind, sich gänzlich mit dem Leben des Landes zu verschmelzen wünschen, in dem sie gerade wohnen. Unter diesen sind einige der Begabtesten ihrer begabten Rasse zu finden. Ihre Reihen enthalten — nach meiner Ansicht'— eine unverhältnismäßig große Zahl von Männern, die in Wissenschaft und Philosophie, Literatur und Kunst, Medizin, Politik und Recht hervorragen. (Vom Finanz- und Geschäftswesen gänzlich zu schweigen.) Gewiß blicken jetzt viele dieser mit einem gewissen Maß von Argwohn und sogar Mißfallen auf die zionistische Bewegung. Sie fürchten, daß der Zionismus auf ihre Stellung im Adoptivlande ungünstig einwirken könnte. Die meisten von ihnen haben nicht den Wunsch, nach Palästina überzusiedeln. Selbst angenommen, daß ein zionistisches Gemeinwesen geschaffen würde, möchten sie nicht teilnehmen wollen. Aber wenn ich sie recht verstehe, scheinen sie zu denken, daß, sobald ein solches jüdisches Gemeinwesen zustande käme, sie noch mehr als sonst unfreundlich beurteilt würden; denn man würde erwarten können, daß sie in ihre alte neuerrichtete Heimat übersiedeln würden. Ich kann diese Befürchtungen nicht teilen. Ich leugne nicht, daß in einigen Ländern, wo gesetzliche Gleichheit besteht, die Juden dennoch mit einem gewissen Vorurteil angesehen werden. Aber dieses Vorurteil ist weder durch den Zionismus veranlaßt, noch wird der Zionismus es verschlimmern. Die Wirkung äußert sich ganz anders. 198