Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Theodor Herzl, Der Palästina-Aufbauplan in seinem Roman: Altneuland
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 26)
- Language
- German
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neue Bauern auf die Scholle gefetzt hatten, fo brachten wir auch den modernen Ackerbaukredit ins Band. Früher hatte man geglaubt, dah wir untere Geldmittel erschöpfen würden, wenn wir unteren Ansiedlern Wohnhäufer und Wirtschaftsgebäude, Felder und Mafchinen, Pferde, Kühe und Schafe und Geflügel, Blagen und Geräte, Bebensmittel, Saat und Futter gäben. Die Klügsten unterer Gegner hatten sogar ausgerechnet, wann wir auf dem Trocknen sitzen mühten, eine Familie, nach dem Durchschnitt mit fünf Köpfen angenommen, koste zur Ansiedlung ungefähr sechshundert Pfund Sterling. Folglich kosteten lautend solche Familien techsmalhunderttautend Pfund, zehntausend sechs Millionen, und fo fort. Diese ausgezeichneten Rechner hatten dabei nur die Kleinigkeit übersehen» dah die Ansiedler einen bedeutend größeren volkswirtschaftlichen Wert repräsentieren, und daß man auf Wertvolles auch Geld geborgt erhält. Die neue Gesellschaft konnte ihre Geldmittel durch wohlgedeckte und amortifierbare Anleihen gewaltig vermehren. Mit einem Worte: je mehr der Ansiedler wir herüberbrachten, um so mehr Geld strömte uns zu. So ist es überall in der Welt, wo man zu wirtschaften versteht; warum hätte es nicht auch bei uns fo fein tollen? Das war ebenso einfach und selbstverständlich wie alles andere. 127