Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Theodor Herzl, Der Palästina-Aufbauplan in seinem Roman: Altneuland
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 9)
- Language
- German
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mögen gebildeten landwirtfchaftlichen Berufsgenoffenfchaften, die nur ein Stück geliehenen Bodens zur An« fiedlung verlangten. Schwarz war das Zeichen für die Ortsgruppe, deren Sendlinge fich nicht bewährt hatten. Dann gab es auch gemifchtfarbige Köpfe an meinen Stecknadeln, grün-rot, lichtblau-gelb und fo weiter. Das find geringe Details, die mir aber die Mühe fehr vereinfachten. Ich konnte dank meinem Nachrichten- und Kartendienft Jahre hindurch jeden Tag den ganzen Stand unserer Bewegung deutlich bis in die letzten Einzelheiten überblicken. Diele Landkarten und Telegramme begleiteten mich überallhin. Später kamen Stecknadeln mit Ziffern für die Eisenbahn- und Schiffsmarkierung hinzu. Ich wußte zu jeder Stunde, wieviel Transporte unterwegs und genau, an welcher Stelle sie waren. Befand ich mich selbst auf der Reife, fo wurden mir die eingelaufenen Depeschen zweimal täglich in einem Eefamtbericht aus London nachgedrahtet. ln den ersten Blochen war ich nur mit meinem Chefingenieur Bischer, Steineck und XUellner in London. Da wurden die großen technischen Pläne zum erstenmal umritten. Diele davon find heute verwirklicht. Manche mußten wir aufgeben; andere wurden noch großartiger ausgeführt als wir gehofft hatten. Ich behaupte nicht, daß wir noch nicht Dagewesenes geleistet haben. Die amerikanischen, englischen, deutschen und französischen Ingenieure haben das alles schon vor uns gemacht. Aber im Orient waren wir doch die ersten Boten dieser Kultur. Don Steineck ließ ich Pläne für Arbeiterhäuser und Stationsgebäude anfertigen. Einige billige Typen mußten 110