Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 21 auf das Jahr 5624 -1864
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 55)
- Language
- German
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38 deutung wird uns am deutlichsten und ergreift den sinnigen Beschauer so ungemein, weil die Geschichte der Juden und ihrer Stadt Jerusalem etwas Vaterländisches ist und das Gemüth vorzugsweise anspricht. Man eilt vorbei an den Palästen, wo die Kunst thront, vorbei an den Ruinen der Vergangenheit, die auf den Gräbern menschlicher Größe stehen, vorbei an den Schlachtfeldern, auf denen ein Jahrhundert währender Kampf ausgekämpft wurde, auf denen das Alterthum und das Mittelalter mit einander rangen und bleibt an diesem bedeutungsvollen Denkmale stehen. Auf dem Fries dieses Bogens erblickt man noch den Triumph-Opferzug, indem man den heiligen Strom Jordan in der Gestalt eines alten Mannes auf einer Bahre einher trägt, und im Durchgangsbogen erkennt man die im Siegeszuge des Titus aufgeführten Tempelgeräthe von Jerusalem, den goldenen Tisch, den siebenarmigen Leuchter, die Lade, in welcher das Gesetz verschlossen lag, und die silbernen Trompeten für das Jubeljahr. Das war ein Triumphzug, wie ihn Rom weder früher noch später sah. Es ist unmöglich, erzählt Flavius Iosephus, der jüdische Geschichtsschreiber, welcher den Zug mit ansah, die Mannigfaltigkeit dieses Schauspiels und die Pracht in jeder Hinsicht, sei es in Bezug auf die Kunst der Werke, oder auf Reichthum und Seltenheiten zu beschreiben. Alles, was je Menschen einzeln besaßen, und was nur selten und kostbar ist, schien an jenem Tage vereinigt, um die Größe des römischen Reiches zu zeigen. Schmuck von Gold, Silber und Elfenbein sah man hier in allen Gestalten, nicht blos etwa als einzelne Prunkstücke des Festzuges, sondern wie in einem Strome daherfließend. Gewänder, theils mit dem feinsten Purpur getränkt, theils mit babylonischer Kunst auf's sorgfältigste gestickt, schimmernde Edelsteine in goldene Kronen gefügt, oder in anderen Fassungen, wurden in solcher