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Jahrbuch für Israeliten · 1863-01-01 · 21 auf das Jahr 5624 -1864 · p. Seite 18

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
21 auf das Jahr 5624 -1864
Date
1863-01-01
Page
Seite 18 (sequence 35)
Language
German
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18 leider oft unmenschliche Handlungen hervorrief. So zur Zeit der Kreuzzüge, und namentlich während der großen Pest, Mitte des 14. Jahrhunderts, deren Entstehung man den Juden zuschrieb, als die Horden der Büßer oder Geißler Süddentschland und die Rheingegend durchzogen, und Tausende von Juden gemartert und gemordet, oder mit Gewalt getauft, die Mädchen und Weiber geschändet, kurz alle nur möglichen Gräuelthaten verübt und die geraubten Schätze theilweise den Klöstern geschenkt wurden; und ist daher leicht möglich, daß der Clerus die Horden noch mehr fanatasirte, um seine Einkünfte zu vergrößern. Wem sonst sollte wohl die boshafte Erdichtung zugetraut werden, daß die Juden geweihte Hostien gestohlen und sie mit Schusterahlen durchstochen, bis dieselben geblutet, oder daß sie Christenkinder gemordet und deren Blut am Peßach genossen hätten. Man suchte auch wohl zu den Ostertagen den Juden die Leiche eines Christenkindes ins Haus zu schaffen, um einen Beweis für diese That zu haben, und die Folge war dann Plündern und Morden; auch wurde mitunter an der Stätte des vernichteten Hauses ein Madonnenbild oder eine Kapelle errichtet, wie die noch jetzt stehende, in Bacharach im Jahre 1287 errichtete St. Wernerskirche. Je mehr indeß der Haß von außen die Juden bedrängte, desto inniger und traulicher wurde das Familienleben, desto reiner die Frömmigkeit und Gottesfurcht, und Gottes Segen ruhte sichtlich auf ihnen. Einer der reichsten Juden zu Bacharach war der Juwelenhändler Isaak. Dieser saß an einem Sabbathe im Prachtzimmer seines Hauses im bequemen Damastlehnstuhl, zu seinen Füßen spielte seine einzige Tochter, die schöne siebenjährige Sarah; der Vater strich still vergnügt durch die langen, seidenen Haare seines Kindes; da trat sein Reffe, der kleine Abraham, unter seinem Arme ein Buch haltend, zu ihnen ein, und bat nach dem üblichen Schabbesgruße be-

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