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Jahrbuch für Israeliten · 1863-01-01 · 21 auf das Jahr 5624 -1864 · p. Seite 15

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
21 auf das Jahr 5624 -1864
Date
1863-01-01
Page
Seite 15 (sequence 32)
Language
German
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Achtung sind ihm auch in dieses Stadium gefolgt. — Die neue Bürgerschaft, die aus der veränderten Verfassung hervorging, sah Rießer auch in ihrer Mitte und wählte ihn eine Zeit lang zum Vicepräsidenten; er nahm sich hier des weitern Ausbaues der Verfassung an und stimmte meistentheils mit der Mittelpartei, die, weder das Veraltete beibehalten noch Reformen durch Reformen vereiteln wollte. Auch in den Bürgerausschuß *wurde er gewählt. Bei der letzten halbschichtigen Erneuerung der Bürgerschaft im Jahre 1862 aber unterlag er. Rießer's Gesundheitszustand war inzwischen längst erschüttert; asthmatische Beschwerden und die dadurch hervorgerufene Schlaflosigkeit griffen ihn ersichtlich an. Ein scheinbar unbedeutendes Leiden war der Beginn seiner letzten Krankheit, das hinzutretende ^Fieber und andere gleichzeitig zu Tage kommende Uebel ergriffen ihn mit solcher Gewalt, daß er nach Ibtägigem Leiden am 22. April unterlag. Am 26. ward die sterbliche Hülle ins Grab gesenkt; der Sarg war nicht besser als der jedes andern Juden, 4 ungehobelte Bretter und zwei Brettchen. Die unzählbare Menge seiner Verehrer hatte sich noch einmal vereinigt, ihn auf dem letzten Wege zu geleiten; liebende Freunde riefen ihm die letzten Scheideworte nach und ernste Töne verkündeten die Wehmuth aller Herzen. Nach dem צחק הדין wurden drei Reden gehalten: vom Prediger Dr. Frankfurter, dem Advokaten Dr. Isaak Wolssohn und von Dr. Aegidi, dem Professor der Geschichte am Hamburger Gymnasium, welche die vielfachen, großen Verdienste des Verewigten in gebührender Weise würdigten. In Rießer's Charakter war kein Makel, er wird uns ein Vorbild sein für alle Zeiten. Ernst und unbestechlich' in seinen sittlichen Ueberzeugungen, war er wie ein Fels unerschütterlich, wo er Recht und Sittlichkeit vertrat. Im Privatleben zeichnete ihn die liebenswürdigste Humanität aus, wer ihn nur in geselliger Beziehung kannte, glaubte kaum, daß es derselbe Mann war, der im öffentlichen Leben und in seinen Schriften mit so gewaltiger Kraft einherschritt. Was er seinen Freunden, seinen

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