Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 21 auf das Jahr 5624 -1864
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite XVI (sequence 17)
- Language
- German
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XVI Kaum an des Heiles Pforten angelanget. Statt abzutragen deine heil'ge Schuld, Erhebt sich dein Gelüst, die Seele banget. Und foltert dich mit heißer Ungeduld! Des Elends schwerste Wucht hast du getragen Jahrtausende mit ungebeugtem Muth, Und kaum hat eine Heilesstund' geschlagen. Du trägst es nicht, das unverhoffte Gut! Das mächt'ge Band, das Herz an Herzen bindet, Schon löst sich's, locker wird's mit jedem Tag. Zerwürfniß überall, die Eintracht schwindet. Jst's Leid nur, das zu fesseln sie vermag? Und Leid ist's noch, das deine Freude trübet. Noch stehn als arme Fremdlinge wir da! Den Dämon zeigt's, der seinen Haß noch übet. Und stets dein Glück zum Zielpunkt sich ersah! Die Zwietracht hier, wie dort die Vorurtheile, Er richtet sie, von scheelem Neid entbrannt. Auf dunklem Pfad — als seine schärfsten Pfeile, Aus dich mit künstlerischer Meisterhand! Doch bleib' getrost, wie schwer auch sei dein Ringen, Wie langsam auch dein Hoffen sich erfüllt! Dir wird die Zeit den Heileskelch schon bringen. Der all dein heißes Sehnen sattsam stillt. Dein Recht, wie lang schon ist's entschieden; Nur Gott, nicht du! zieht's huldvoll jetzt an's Licht. — Was er dir gab, es stelle dich zufrieden! Ein Mehreres erlangt dein Trotzen nicht! So möge denn bei dieses Jahrs Beginnen Ein heit'rer Blick auf deiner Zukunft ruh'n; Zum Gott des Dankes heiße Thränen rinnen Und deinem Streben folg' ein edles Thun! Mög' hin es dir in Glück und Eintracht fließen! Und nirgends trübe es ein Ungemach! Mög's Gottes Huld begleiten und beschließen. Ein frohes hochbeglücktes folg' ihm nach! -3. F-