Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Journal
- Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Volume
- 15 (1937)
- Issue
- 4 (1.4.1937) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Magdeburg, Duisburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Tilsit, Halle, Stettin und Pommern)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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MITTEILUNGEN lERSVNAGOGEWGEMEINDEZU STETTIN UND DER SVNAGrOGEN-GEMEINDEN POMMERNS Zuschriften für diesen Teil des Blattes sind za richten an das VeewaltangsbBro der Synagogen«Gemeinde, Stettin, Rosengarten 9«10 April 1937 Bildungswesen der Gemeinde Herr Rabbiner Richter hält an den Sabbathnachmittagen anschließend an den Minchahgottesdienst, beginnend am 10. April, Lehrrorträge über »die Entwicklung des jüdischen Gottesdienstes“. Konzert des Winawer-Chores Das angekfindigte synagogale Konzert „Chetnja Wtuawer and seine 3# Singer“ findet am Donnerstag, dem 8. April d. J., abends 81/« Uhr in der Synagoge (Eingang nur Rosengarten 9/10) statt. — Eintrittskarten zu 2 RM, 1-50 RM, und 0.50 RM sind im Verwaltungsbüro der Synagogen-Gemeinde, Rosengarten 9/10, erhältlich. Auswärtige Besucher bitten wir, die gewünschten Karten unter gleichzeitiger Übersendung des Betrages zuzüglich Zusendungsspesen unter Angabe der Anschrift anzufordern. — Da der Andrang zu dieser in doppeltem Sinne einmaligen Veranstaltung groß sein wird, empfehlen wir, sich die Eintrittskarten sofort zu besorgen. Herr Winawer wird von der Musikkritik als ein genialer Chorvirtuose angesprochen, der mit seiner empfindsamen Musikernatur aus seinem Chor ein zauberfeines Gewebe zu bilden verstanden hat; die Chormitglieder selbst folgen ihrem Meister durch dick und dünn. Es singt daher ein Chor von seltener Geschlossenheit und Schönheit. Mitteilungen des Kulturbundes Unsere Aprilreranstaltnngen sind folgende: 1. Am Montag, dem 12. April, 20V* Uhr, im Karchowski- Fischer’schen Saal: Susanne Löwenstein (vom Berliner Kulturbundtheater); am Flügel: Leo Taubmann. 2. Am Montag, dem 26. April d. Js. 20V* Uhr, im Karchowski-Fischer’schen Saal: Einmaliges Gastspiel (Kabarett) von Max Ehrlich und seinem Ensemble „Vorhang aaft“, Revue in 19 Bildern. Wegen der erheblichen Kosten dieser zweiten Aprilveranstaltung müssen wir für diese von den Mitgliedern mit Hauptkarte oder Beikarte A einen Zuschlag von 0.60 RM, und mit Beikarte B von 0.40 RM erheben. Die Zuschlagskarten werden n u r an den Zahlstellen nicht an der Abendkasse ausgegeben! — Mit der Veranstaltung „Vorhang auf!“ findet die Spielzeit 1936/37 ihr Ende. Provinzialverband des Jüdisdien Frauenbundes und der Ortsgruppe Stettin Zugleich mit der Gruppe der berufstätigen Frauen. Donnerstag, den 22. April 1937. Abends, 20‘/z Uhr, Schillerst!-. 5. ptr. rechts: Ortagruppeaabend. — Thema: Berichte von der Gesamtvorstandssitznng des Jüdischen Frauenbundes in Lehnitz. Israelitischer Franenverein. Nach Beendigung unseres Hauspflegerinnenkursus beabsichtigen wir, sofort mit einem neuen Kursus zu beginnen. Wir bitten schnellstens um Meldungen an Frau Ella Rieß, Moltkestr. 19, Schwester Margot, Rosengarten 9/10. Reisesteuerkasse Kennt Ihr eigentlich alle diese Einrichtung? Ihr, die Ihr in der glücklichen Lage seid, einmal Eure Krankheit zu heilen. Eure Gesundheit zu befestigen, Eure Arbeitskraft zu erfrischen, neuen Mut zu schöpfen im Anblick der schönen Welt. Ihr Glücklichen, bedenkt Ihr wohl, daß Ihr Auserwäblte seid? Wißt Ihr, daß solches Glück verpflichtet? Seid Ihr Euch bewußt der Gnade, geben — abgeben zu dürfen denen, die nicht aus eigenem Vermögen ihre Kräfte erneuern können? Opfert beim Antritt Eurer Erholungsreise den Betrag einen einaigen Ferien tage* bei der fiinoaarasrhaflshaiik „Iwria“ auf Konto R 20 oder deren Postscheckkonto 811. Zionistisches Woebenende in Stettin vom 19- - 21. Februar 1937 Aus den Kreisen der Jugend, und besonders vom hiesigen Beth Makkabi, kamen die Anregungen zu einem zionistischen Jugend-Seminar, das in diesen Tagen zusammen mit einem Kreistag des Zionistischen Gruppenverbandes Pommern/Grenzmark durebgeführt werden konnte. Am Eröffnungs-Abend der Veranstaltungs-Reihe sprach im Rahmen eines „Oneg Schabbath“ Gemeinderabbiner Richter, Stettin, über: Chaim Nachmann Bialik. Vor der aufmerksam folgenden Zuhörerschaft entstand das abgerundete Bild der Persönlichkeit Bialik’s, den Rabbiner Richter auf dieser wirklichen „Feierstunde“ als schöpferischen Kritiker, umfassenden Kenner und Sammler unseres Volksgutes und als Zionist und Erzieher zum Volke den Teilnehmern in lebendiger Form nahezubringen verstand. In „Das öffentliche Leben des Jischuw; seine Bewegungen und Institutionen“ führte am folgenden Vonmitage Dr. Rud. Abraham, Berlin in Form einer Arbeitsgemeinschaft ein. Die zahlreichen Fragen, die aus dem Kreise der jugendlichen Zuhörer an Dr. Abraham gerichtet wurden, gaben ihm Gelegenheit, mit einem systematischen Abriß zugleich eine zionistische Kritik zu verbinden. Zeigten sich hier schon die zionistischen Forderungen, so traten sie in der Arbeitsgemeinschaft am Sonnabend nachmittag in aller Deutlichkeit hervor, als Dr. Hardi Swarsensky, Berlin, ' eine Arbeitsgemeinschaft über „Erziehungsfragen“ leitete. Teils ausführlich, teils stichwortartig legte Swarsensky die Notwendigkeiten einer nationalen, auf den Grundlagen des „Scouting“ aufgebauten, Jugenderziehung dar. Während die Veranstaltungen im Rahmen des Jugend- Seminars von durchschnitHich 75 Personen besucht wurden, folgten der Einladung der Stettiner Zionistischen Vereinigung über 300 Gemeindemitglieder zu einer Kundgebung anläßlich des Kreistages. Drei Redner nahmen Stellung zu dem Fragenkomplex: „Das jüdische Volk vor der Königlichen Kommission; der Wille zum Aufbau!“. Während Dr. Walter Groß, Berlin einen anschaulichen Bericht über die politische Seite der zur Behandlung stehenden Frage gab, meldete Dr. Rud. Abraham, Berlin, unter dem Aspekt des nationalen Kapitals die Forderungen gegenüber der jüdischen Welt an. Über die „Ehre des Volkes“ und über die Verantwortung gegenüber der jüdischen Jugend sprach abschließend Dr. Handi Swarsensky, Berlin. Am Sonntag fanden sich Mitglieder der ZOG Stettin mit den auswärtigen Vertretern des Gruppenverbandes zu der eigentlichen Kreistagung zusammen. Vormittags referierte Dr. Walter Groß über „Die Situation der zionistischen Bewegung in der Welt“; ausführlicher, als es am Vorabend im Rahmen der Kundgebung möglich war, befaßte sich der Referent mit den Fragen der jüdischen und zionistischen Lage, vor allem in England, USA und dem Vorderen Orient. Am Nachmittag nehmen die Teilnehmer des Kreistages einen sehr fundierten, mit Zahlen gut unterbauten Bericht von Dr. Rud. Abraham über: „Aktuelle Fragen der Palästina-Wirtschaft“ entgegen. Im Anschluß hieran gelangte die neue Monats-Schau des KKL. zur Vorführung. Georg Kopydlowski konnte am Spätnachmittag die Offizielle Kreistagung mit der Feststellung schließen, daß die gelungene Veranstaltungs-Serie ohne Zweifel zu einer Aktivierung der zionistischen Arbeit innerhalb des Gruppenverbandes beigetragen habe. Am Abend des gleichen Tages fanden sich noch ca. 80 Mitglieder und Freunde der zionistischen Organisation zu einem zwanglosen Beisammensein ein, das durch die Chawerim des Beth Makkabi Stettin mit* einer bunten „Sendung“ recht geschickt ansgeschmückt wurde. H. B. > 16