Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Journal
- Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Volume
- 15 (1937)
- Issue
- 1 (1.1.1937) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Magdeburg, Tilsit, Bremen, Nordwestdeutschland, Halle, Duisburg, Stettin und Pommern)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Preisniveaus auf recht zurrhalten. Die vorliegenden Zahlen Aber die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Monat November zeigen, dafi die saisonübliche Zunahme der Arbeitslosigkeit diesmal erheblich geringer ist als in anderen Jahren. Das kommt daher, daß ein Teil der in den Außenberufen aus jahreszeitlichen Gründen beschäftigungslos werdenden Kräfte in anderen Teilen der Wirtschaft infolge des andauernden Aufstiegs der Konjunktur zum Einsatz gebracht werden konnte. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen stieg daher im Monat November nur um 121 000. Sie war Ende November um fast 800 000 niedriger als am gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Neueinstellungen von Arbeitskräften wurden vor allem von dem Metall-, dem Bekleidung»-, dem Spinnstoff- und dem Holzgewerbe vorgenommen. Auf dem Gebiete des Steuerwesens verdienen die in Verbindung mit der Verreichlichung der Realsteuern neuaufgefaßten Grund- und Gewerbesteuergesetze besondere Beachtung. Insbesondere ist hinsichtlich der künftigen Gestaltung der Hauszins- oder Gebäudeentschuldungssteuer nunmehr Klarheit geschaffen. Die für den 1. April 1937 beabsichtigte weitere Senkung der Hauszinssteuer wird zunächst nicht vorgenommen. Dagegen wird vom 1. April 1937 ab der bisherige Senkungsbetrag der Hauszinssteuer voll in Abzug gebracht werden, sodaß die Aushändigung von Gemeindeumschuldungsanleihe fortfällt. Das neue Gewerbesteuergesetz wird schon am 1. April 1937, das neue Grundsteuergesetz am 1. April 1938 in Kraft treten. Mit der wirtschaftlichen Betätigung von Nichtariern befassen sich wieder einige in letzter Zeit gefällte gerichtliche Entscheidungen. Der Reichsfinanzhof hat in einem Urteil vom 20. Oktober 1936 festgelegt, daß die Vorschriften, nach denen Nichtarier grundsätzlich nicht als Bevollmächtigte oder Beistände in Steuersachen zugelassen werden dürfen, für alle Arten von Bevollmächtigten gilt, daß also, auch Personen, die eine allgemeine Vollmacht (z. B. Prokura) haben, nicht als Bevollmächtigte Jn Steuersachen tätig »ein dürfen. Ferner hat das Kammergencht ein Urteil bestätigt, in welchem der Scheinverkauf eines jüdischen Geschäfts au einen arischen Angestellten als ein Verstoß gegen 9 < de» »Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb“ für strafbar erklärt wurde. Das Gericht vertrat den Standpunkt, da3 der jüdische Geschäftsinhaber durch den Scheinverkauf an einen arischen Angestellten den Anschein eines besonderen günstigen Angebots habe hervorrufen wollen, denn das Angebot eines arischen Geschäfts erscheine dem Durchschnittskäufer günstiger als das Angebot eines jüdischen Händlers. In das gleiche Gebiet des Versuchs geschäftlicher Tarnung gehören auch die in der Tagespresse veröffentlichten Ausführungen des Landgerichtsrats Dr. Scheid, in denen im Anschluß an frühere gerichtliche Entscheidungen der Grundsatz aufgestellt wird, daß ein Vertrag sittenwidrig sei, bei dem der eine Teil verschweigt, daß er Jude oder Strohmann eines Juden ist. H, N. Aufnahme in die Jüdische Lehrerbildungsanstalt Berlin Bewerbungen um Aufnahme in den zu Ostern 1937 beginnenden neuen Lehrgang der Jüdischen Lehrerbildungsanstalt Berlin sind bis zum 31. Januar 1937 dem preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden, Berlin-Chartottenburg 2, Kant- Straße 1Ö8, einzureichen. Voraussetzung für die Aufnahme ist für männliche und weibliche Bewerber das Reifezeugnis einer höheren Lehransfalt. Der Bewerbung ist ein Lebenslauf und die Abschrift des Reifezeugnisses beizufügen. najsk. JuuL/Xt.ntf^Bt. Verleiht der Büste die schöne jugendliche Form. Probieren Sie einmal selbst. 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