Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1936-11-01 · 11 (1.11.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Bremen, Nordwestdeutschland, Duisburg, Magdeburg, Halle, Tilsit, Stettin und Pommern) · p. Seite 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
14 (1936)
Issue
11 (1.11.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Bremen, Nordwestdeutschland, Duisburg, Magdeburg, Halle, Tilsit, Stettin und Pommern)
Date
1936-11-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/10279732-10021721-10021704--516-3981245
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

MITTEILUNGEN DERS?NACrOGEN-GEMEMIEZU STETTIN UND DER SVNAGO GEN* GEMEINDEN POMMERNS Zuschriften für diesen Teil des Blattes sind so richten an das Verwaltnngsbüro der Syaagofea'Geineinde, Stettin, Rosengarten 9*10 November 1936 Jüd. Winterhilfe der Synagogen-Cemeinde Stettin Der Aufruf der Reichsvertretung richtet an unsere Glaubensgenossen einen dringenden Appell zur einmütigen Beteiligung an der diesjährigen Winterhilfe. Wir verweisen ferner auf das Ihnen von uns zugegangene Rundschreiben und bitten hiermit nochmals um Ihre weitgehendste Unterstützung. Den Verhältnissen entsprechend ist die Zahl der Hilfsbedürftigen größer als im vergangenen Winter, andererseits sind wir in banger Sorge, ob uns die notwendigen sehr erheblichen Mittel zur Verfügung stehen werden. Nur im Vertrauen auf die stets bewiesene Hilfsbereitschaft unserer Gemeindemitglieder gehen wir .zuversichtlich an unsere Arbeit. Enttäuschen Sie uns nicht, sondern spenden Sie reichlich und pünktlich für die Jüdische Winterhilfe! Zahlungen erbitten wir entweder direkt an unsere Kasse, auf unser Konto J. 20 bei der Iwria, oder auf Postscheckkonto der „Jüdischen Winterhilfe“, Stettin 12 310. Wir schließen hieran die Bitte, auch unsere Kleiderk a m m e r in jeder möglichen Weise zu bedenken, ebenso unseren E i n t o p f - und Pfundsammlungen durch reichliche Spenden vollen Erfolg zu sichern. Jüdische Winterhilfe der Synagogen-Gemeinde Stettin. Pfundspende Unsere Pfundspenden-Arbeit hat begonnen. Wieder wollen wir Hausfrauen den Hausfrauen helfen. Noch mehr als im Vorjahre sind wir auf die tatkräftige Unterstützung durch unsere Gemeindemitgliedcr angewiesen, denn noch mehr Hilfsbedürftige gilt es zu versorgen. Unsere Sammeltätigkeit muß darum sofort mit ganzer Kraft einsetzen. Wir richten an alle Frauen, die bereit sind, uns bei dieser Sammelarbeit zu unterstützen, die Bitte, unserem Büro, Rosengarten 9—10, schriftlich ihren Namen und die genaue Adresse mitzuteilen. Abteilung Pfundspende der Jüdischen Winterhilfe. Nächste Elntopfsaasaüaag: 8. November 1MI1 Denkt an die KleMerkammer der Jüdischen Winterhilfel Auch das Verwaltungsbüro der Synagogengemeinde ist gern bereit, Spenden entgegenzunehmen (Tel. 28 663). Bildungswesen der Gemeinde Vortragszyklus Rabbiner Karl Richter: „Die Grundlagen jüdischer Lebeasanaehanong.“ 5 Vorträge: Donnerstags, pünktlich 20 */* Uhr, im Saale der Vereinigung Bne Briss, Priedrich-Karl-Str. 3, Hof r. II. Gesamtpreis 1.— RM. Voranzeige: Vortragszyklus Dr. Rosenberg: „Die Riehterzeit, die Heroeagesehiebte des jüdische* Volkes.“ 3 Vorträge: Donnerstags 201/* Uhr, beginnend am 3. Dezember. Gesamtpreis: 0.60 RM. Karten sind nur im Verwaltungsbüro der Synagogen-Gemeinde, Rosengarten 9—10, erhältlich. Dort können auch Jugendliche und Erwerbslose Anträge auf Freikarten stellen. Mitteilungen des Kulturbünde»! Unsere November-Veranstaltungen sind folgende: Am Montag, dem 9. November d. J., hält Herr Dr. Max O s b o r n , Berlin, einen Vortrag über das Thema: „FJ* Spastergaag dareh Ram“ (mit besonderer Berücksichtigung der jüdischen Denkmäler). Der Vortrag findet mit Lichtbildern statt. Am Dienstag, dem 1. Dezember d. J., bringen wir eine Aufführung der Komödie in 3 Akten: „lag»barg“ von Kurt G o e t z. Beide Veranstaltungen finden im Saale von Karchowski- Fischer um 20.30 Uhr statt. Jüdischer Frauenbund Der Jüdische Frauenbund Stettin veranstaltete am Mittwoch, dem 14. Oktober, eine inhaltreiche Gedenkfeier für 18 Bertha Pappeahelm. Nachdem Frau Ella Ri'jß die Feier mit schönen und ergreifenden Worten eingeleitet hatte, hörten wir an Stelle eines abgerundeten Lebensberichtes, der sich heute noch nicht geben läßt, durch den Mund von Frau Blumenreich und Frau Magnus die Verewigte selbst zu uns sprechen. Frau Magnus gab biographische Bemerkungen, Urteile und Reflexionen anderer über Bertha Pappenheim, aus denen sich das Bild der seltenen Frau durch die Wirkung, die sie ausgeübt ZirBcMUnil Inserate für das Gemeindeblatt wirbt in Stettin nur Herr Brich Silbermann Friedrich»Karl»Straße 3 (siehe auch Inseratenteil) Frühere Werber bitten wir zuröduuweisen and ihnen weder Inserate noch Gelder zu übergeben. Zahlungen erbitten wir auf unser Postscheckkonto: Nr. 182242 Anzeigen Verwaltung Gemeinde- Matt für die Jüdiadten Gemeinden PreaSeaa. Anzeigenverwaltung Gemeindeblatt hat, in klaren Strichen aufbaute. Frau Blumenreich sprach mit nachspürendem Verständnis Worte von Bertha Pappenheim, Notizen, Aphorismen, Teile aus Anfsätzen, Kontroversen, Referaten, eine Novelle. Den Hörern wurde so eine lebendige Beziehung zum Werk dieser Fran geschenkt, das nicht Literatur war, sondern soziale, pädagogische und humane Tat, Kampf einer starken, unablässig fördernden und mütterlichen jüdischen Frau gegen den Trägheitswiderstand unserer Welt, der seine Krönung in der Schaffung des Isenburger Heimes für gefährdete Frauen und Mädchen fand, das Bertha Pappenheim geschaffen und mit der Kraft ihrer Persönlichkeit belebt hat. Die würdige Feier klang mit dem Gelang des 121. Psalmes aus. Die zahlreich erschienenen Damen durften dann noch eine geschmackvolle Ausstellung von Halsketten besichtigen, die Bertha Pappenheim selbst angefertigt hat, Kunstwerke, in denen sich ein außerordentliches Gefühl für Form und Farbe offenbart, Sinnbild für das Leben dieser Frau, das vielgestaltig und vielfarbig war, das sich in seiner ganzen Weite und Tiefe noch nicht überschauen läßt, das aber zutiefst getragen war von dem religiösen „Verhältnis zum Unbedingten“ (Margarete Sußmann) und in der „Leidenschaft des Geistes“ (Martin Buber). K. R. Wizo Am 12.Oktober fand sich bei Frau Grete Peiser ein größerer Kreis Wizo-Frauen zu einem Tee-Nachmittag an geschmackvoll gedeckten Tischen zusammen. Es wurden sehr interessante Palästina-Briefe ehemaliger Stettiner vorgelesen: Man hörte Berichte junger Menschen von der Jugend- Alijah und solche von Ehepaaren, welche in der Kwuzah leben; man bekam Einblick sowohl in den Siedlerhaushalt wie auch in den Stadthaushalt. — Auch kulturelle Fragen wurden besonders eingehend und klug in einem der Briefe erörtert. Das Aktuellste: Tatsachen und Betrachtungen über die Unruhen und ihre Grundlagen sowie die sich daraus entwickelnden wirtschaftlichen Probleme fanden eingehende Behandlung, und die Zuhörer waren lebhaft interessiert. Aus der Frauenarbeit in Stettin Ortsgruppe des Jüdischen Fraaeabaadea Dienstag, den 10. Nov„ 16 bis 17 Uhr Kaffee, anschließend: „Blallks Beitrag amr kehrittaebea Kaltar” Herr Rabbiner Richter.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.