Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Journal
- Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Volume
- 14 (1936)
- Issue
- 8 (1.8.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Bremen, Nordwestdeutschland, Duisburg, Halle, Magdeburg, Stettin, Pommern und Tilsit)
- Date
- 1936-08-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Kraftwagen-Besitzer Die Eigentümer von Kraftwagen werden hierdurch aufgefordert, sofern noch nicht geschehen, Art und Bezeichnung ihrer Fahrzeuge unverzüglich im Gemeindebüro schriftlich anzumelden. Änderungen, die durch Kauf, Verkauf oder Tausch eintreten, sind ebenfalls sofort zu melden. Es wird dringend ersucht, dieser Aufforderung der Ge. Sta. Po. unweigerlich Folge zu leisten. Der Vorstand. Bremen, 10. Juli 1936. Aus der Israelitischen Gemeinde Bremen Beiträge für den lokalen Teil sind an die .Israelitische Gemeinde Bremen, Gartenstr. 7, zu senden. Gottesdienst in Bremen. Synagoge: Gartenstr. 6 Sabbat Vorabend morg. Minchah Ausg. 8. August: : Ekew 19,30 8,00 20,15 20,56 15. August: : Reö 19,30 8,00 20,00 20,40 22. August: Schoftim 19,30 8,00 19,45 20,23 29. August: Ki sseze 19,15 8,00 19,30 20,07 Chamisso ossur b'Aw (15. Aw): Montag, 3. August. Neumondsweihe und Predigt: Sabbath, 15. August. Neumondstage E 11 u 1 : Dienstag, 18., Mittwoch, 19. August Wochentags-Gottesdienst: 7 Uhr und 19 Uhr. Familiennad) richten i Barmlswah: 29. August: Martin Bialystock, Sohn des Herrn Heinrich Bialystock, am Brill 14. Verheiratet: Isak Singer und Frau Hertha geh. Adler. Gestorben: Iwan Goldschmidt Witwe, Doris geh. Benjamin, Dobben 17, am 10. Juli (48 J.) Frau Lina Oestreicher, am 19. Juli Altersheim (75 J.) Austritt aus dem Judentum: Walter Stempel, Schillerstr. 14, seit 11. 7. 32 (evang.) Zerline Bollinger geh. Stempel, Schillerstr. 14 (evang.) Handwerkliche Ausbildung in Palästina Im Herbst 1936 soll in Jagur die Ludwig Tietz- Lehrwerkstätte eröffnet werden, wo Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren eine dreijährige handwerkliche Ausbildung erhalten. Als Berufszweige sind vorgesehen: Bau- und Möbeltischlerei, Klempnerei, Bau- und Maschinenschlosserei, Schmiede und Schweißerei. Die Hinzunahme weiterer Berufe ist geplant, sobald genügend Erfahrungen gesammelt sind. Ausbildungskosten ungefähr 80—85 RM. mtl. Auskünfte erteilt die Jüdische Jugendhilfe, Berlin-Charlottenburg, Kantstr. 158. Jahrzeiten im Juli IQ3Ö (am Vorabend beginnend): Jüdische Schule 5. August: 8. August: 10. August: 11. August: 21. August: 26. August:- Is. Schachtel. Ad. Sprei. Jos. Lehmann, Simon und Ad. Horwitz. C. Neumark. Dr. I. Rosenak. Alfred Marcus Cohen. Die an unserer Schule durch Ausscheiden von Frl. Pinczower aus dem Schuldienst freigewordenc Lehrerinnenstelle für Neuhebräisch, Englisch, Handarbeit und Turnen ist seit 15. Juni 1936 mit Fräulein Gertrud Mühlfelder besetzt worden. Fräulein Mühlfelder erfuhr ihre Ausbildung am Gymnasium ihrer Heimatstadt Meiningen und am jüd. Lehrerseminar in Würzburg. MITTEILUNGEN DER [JÜDISCHEN GEMEINDE DUISBURG Gottesdienste im August IQ3Ö 7./8. August Freitagabend Sabbatmorgen Ausgang 19,15 9,00 20,53 14 /15. August 19,15 9,00 20,38 21./22. August 19,15 9,00 20,23 2S./29. August 19,15 9,00 20,07 4./5. September 19,00 9,00 19,51 Familiennachrichten Gebart: 14. 7. 36: Günther Kann, Sohn von Hans Kann und Frau Wally geb. Meyer, Duisburg, Ruhrorterstr. 37 V. Barm iz wob: 8. 8. 36: Karl-Heinz Ulmer, Sohn von Frau Rosel Ulmer, Duisburg, Junkernstr. 10. 22. 8. 36: Helmut Weiner, Sohn von Herrn Fritz Weiner und Frau Frieda, geb. Philipps, Steinsche Gasse. Trauung: 5. 7. 36: Fräulein Gerda Kaufmann, Duisburg, Fuldastr. 6 mit Herrn Kurt Weiss, Kassel, Parkstr. 23. Herr Sally van Frank mit Fräulein Gunda de Boers. 70. Geburtstag: 29. 8. 36: Frau Hedwig Kleinschmidt, Duisburg, Landfer- ■ mannstr. 5. Jüdischer Kulturbund Rhein-Ruhr Die besondere ^rke des Kulturbundes Rhein-Ruhr ist sein Theaterensemble, unseres Wissens auch die einzige jüdi- 12 sehe Wanderbühne in Deutschland. Wohl aus technischen Gründen mußten wir bisher uns meistens mit „Ersatzvorstellungen“ begnügen. Es ist deshalb um so erfreulicher und dankbarer zu vermerken, daB man mit gutem Willen die bisher bestehenden Schwierigkeiten zu überwinden sich bemüht und durch besondere Stückwahl und eine geschickte Regie auch die bisher mit Theateraufführungen spärlicher bedachten Gemeinden an der Kultur des Theaters teilnehmen läßt. Sicherlich haben die letzten Theateraufführungen dazu beigetragen, den Mitgliederbestand nicht nur über die Sommermonate zu halten, sondern darüber hinaus dem Kulturbund neue Freunde zu gewinnen. Die beiden letzten Aufführungen „Die heilige Flamme“ von W. Somerset Mangham und „Hut ab vor Onkel Eddie“ von Rudolf Kurtz, beide unter der Regie von Moritz Seeler, zeigten uns eine Schauspielkunst von ganz hohem Niveau. Die Wahl der Stücke sicherte einen spannungsreichen Ablauf der Handlung; das erslere erschütterte durch die Seelengröße einer Mutter, die aus Liebe zu ihrem leidenden Sohn zur „Mörderin“ wird, das zweite Stück, ein Lustspiel voller geistreichen Pointen, läßt uns den Hut abnehmen vor Onkel Eddie, der im Kampf mit einem scheinbar modern-sachlichen Mädel zugunsten seines Neffen auf den Sieg verzichtet. Es wurde flott und frisch gespielt. Die Schauspielgäste fügten sich ausgezeichnet in den Rahmen des Ensembles ein. Im ersten Stück ragten ganz besonders hervor Ruth Festersen als Krankenschwester, Jenny Marba als Mutter und Camilla Spira als junge Frau. In dem Lustspiel konnte Ben Spanier als Onkel Eddie seine große, geistvolle Schauspielkunst unter Beweis stellen. Anneliese Töpfer verkörperte glaubhaft den Typ des zu sehr sachlichen Sportmädel, dessen Herz zur romantischen Liebe geweckt wird. Friedl Münzer als Mutter von Dotyy wie immer voller Temperament. Beide Aufführungen fanden begeisterte Aufnahme.