Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Journal
- Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Volume
- 14 (1936)
- Issue
- 7 (1.7.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Halle, Duisburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Magdeburg, Stettin, Pommern und Tilsit)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Es wird daher ersucht, daß sämtliche Aktiven pünktlich zu den Turnstunden erscheinen. 2. Der Tumbetrieb bei den Frauen erhält eine Aenderung, und zwar werden unter Leitung von Fachkräften die Freiübungen nach Musik geübt. Rund u den Bar Koekba. Unsere Bemühungen, ein neues Sportplatzgelände zu schaffen, sind bis heute leider negativ verlaufen. Zu viel Widerstand war zu überbrücken. Besonders in finanzieller Hinsicht fehlte uns jede Bewegungsfreiheit. Trotzdem sind wir eifrig bemüht, einen Ausweg zu finden, und es besteht die Aussicht, evtl, doch noch in diesem Jahr Gelände zu bekommen. Es ist allerdings nur eine Hoffnung, aber Hoffnungen, das ist eine alte Tatsache, berechtigen zu neuem Ansporn. Um unsere Mitglieder nicht brach liegen zu lassen, haben wir den Turnbetrieb wieder in vollem Umfange aufgenommen. Es ist zwar nicht der ideale Gedanke eines Sportsmannes, im Sommer Hallenturnen zu pflegen, aber man muS aus der Not oftmals eine Tugend machen. Festgestellt kann jedenfalls werden, daß der Turnbetrieb im allgemeinen außerordentlich gut besucht ist. Besonders bei den Jungen und Mädchen ist dieses der Fall. Es ist erfreulich, festzustellen, daß sie mit derselben Begeisterung in der Halle turnen, als wenn sie drauße.n sich auf dein Rasen umhertummeln würden. Auch bei den Frauen ist der Besuch außerordentlich befriedigend. Lediglich hapern tut es bei den Männern. Besonders die Aktiven der 1. und 2. Handballmannschaft besuchen die Turnstunden nur schwach. Es ist eigentlich paradox, daß gerade die Sportler, die es dringend notwendig haben, ihre Form zu halten, die schlechtesten Trainingsbesucher sind. Das zeugt von einer falschen Einstellung dem Sport gegenüber. Ich hoffe, daß dieser kleine Hinweis vorerst genügt, um gerade die Handballspieler der beiden Mannschaften zu veranlassen, ihre Ansichten über das Training grundlegend zu ändern. Wenn ich noch einmal auf die Sportplatzfrage zurückkomme, so geschieht es, um allen unseren Aktiven zu sagen, daß sie in dieser schweren Zeit, in der wir ohne Platz sind. den Beweis erbringen müssen, daß sie ideenmäßig genau so zum Bar Kochba gehören, als wenn ihnen in sportlicher Hinsicht alles Gute geboten wird. Dann ist es natürlich eine Kleinigkeit, für den Verein zu kämpfen, wenn alle Wünsche, die man als Sportler hegt, erfüllt werden. Es ist tief bedauerlich, daß gerade wir in Stettin in der Sportplatzfrage keine Klärung schaffen können. Wenn man die Berichte der Jüdischen Brudervereine, in anderen Städten verfolgt, so freut man sich immer wieder feu hören, daß durch die Initiative der Gemeinde, bzw. durch c(as Entgegenkommen einzelner Persönlichkeiten Möglichkeiten gefunden worden sind, die den Verein doch einmal in den Besitz eines Platzes brachten. Wir fanden bis jetzt weder auf der einen, noch auf der anderen Seite Verständnis und Unterstützung für unsere Lage. Selbst unter Berücksichtigung, daß die Stettiner Gemeinde schwer zu kämpfen hat, muß doch ein Ausweg gesucht werden, um hier eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Es darf nicht der Standpunkt vertreten weiden: Es geht nicht — sondern: es muß gehen! Hinter dem Bar Kochba steht die große Mehrheit der Stettiner jüdischen Jugend, und diese verlangt, und sie verlangt es mit Recht, eine baldige zufriedenstellende Klärung, d. h. sie verlangt ihren Sportplatz. Era. Ruderclub „Viadrina“ e. V. Wir haben nach Fertigstellung des Bootshauses auf dem Grundstück Altdammcr Str. 37 das Sommer-Training aufgenommen. Damit steht der Stettiner jüdischen Jugend wie früher, eine WassersportstHtte zur Verfügung. Darüber hinaus können wir wie in den vergangenen Jahren unsern Mitgliedern und ihren Angehörigen eine Stätte schlichter Geselligkeit bieten. Wir richten andererseits an unsere Stettiner Glaubensgenossen den Appell, ihr Interesse für unsere sportliche Betätigung durch Erwerb der Mitgliedschaft zu bekunden. Insbesondere die Stettiner jüdische Jugend sollte es als selbstverständliche Pflicht betrachten, restlos die ihr gebotene Möglichkeit zur sportlichen Betätigung auszunützen. Anmeldungen jederzeit bei Rechtsanwalt Dr. Appelbaum, Stettin, Schulzenstr. 16/17. Telephon 31719. MITTEILUNGEN AGOOTNGEMmNDE TILSIT Gottesdienste im Juli 1Q3Ö Sprechzeiten im Gemeindehaus, Schulstr. 13: Sabbat Wochenabschnitt Vorabend Ausgang 4. Juli: Balak 19,30 21,25 11. Juli: Pinchas 19,30 21,16 18. Juli: Mattot, Masse (Neumondsweihe) 19,30 21,04 25. Juli: D’warim (Schabbat Chason) 19,30 20,50 1. Aug.: Waetchannan (Schabbat Nachamu) 19,30 20,36 Jeden Schabbat-Morgen: 8. Jeden Schabbat-Mincha: 4. Schiwah Assar bTammus: 7. Juli (Ausgang 21,22). Rosch Chodesch Aw: Montag, 20. Juli. Tischah b’Aw (28. Juli): Vorabend: 20,35; morgens: 7; Mincha: 13; Ausgang: 20,44. Wochentag-Morgen regelm.: 7. Wochentag-Mincha und Maariw: 1. bis 23. Juli: 19,45; 26. Juli bis 6. August: 19,30. F amiliennachrichten Bar Miswa-Feiera: 4. Juli: Gert, Sohn des Herrn Jean Matheus und Frau Rita geh. Stark. 8. Aug.: Marhold, Sohn des Herrn Hermann Joseph Reinert und Frau Dora geh. Lippmann. Jd’vzei ten (Chewra Thillim). 19. Tammus ( 9. Juli): 22. Tammus (12. Juli): 29. Tammus (19. Juli): 7. Aw (26. Juli): 8. Aw (27. Juli): 8. Aw (27. Juli): 8.Aw (27. Juli): 9. Aw (28. Juli): 10. Aw (29. Juli): 10. Aw (29. Juli): 10. Aw (29. Juli): Leopold Lemke. Abraham Tobiansky. Minna Jesersky. Kantor Elieser Hosias Lapidas. Simon Dembinsky. Jakob Benkmann. Henriette Grodszinsky. Eisik Beitowitz. Raphael Cahanowitz. Pesch e Feige Wartelski Minna Friedländer. Gemeindebüro: Montag bis Freitag, 9—11 Uhr vorm. Rabbiner Dr. Rösel: Montag, Dienstag, Donnerstag, 10—11 Uhr vorm. Frau Alma Wilk, Vors.- des Frauen Vereins: Montag und Donnerstag, 11—12 Uhr vorm. Zur Beachtung: Rabbiner Dr. Rösel tritt am 8. Juli einen Urlaub an und kehrt von demselben am 5. August zurück. Während seiner Abwesenheit wird er in Wohlfahrt* - angelegenheiten von Frau Alma Wilk vertreten. Pfundspende Annahmestelle: Gemeindebüro, Schulstr. 13, werktäglich 9—11 Uhr vorm, und 4—6 Uhr nachm.; bei Büroschluß: Jaffc, 1 Tr. Keinesfalls am Sabbat. Endtermin für Annahme: Dienstag, 14. Juli, vorm. Falls Spender Abholung wünschen, wird Mitteilung an das Gemeindebüro erbeten. Bekanntmachung des Gemeindevorstandes 1. Laut Beschluß kann minderbemittelten Gemeindemitgliedem, soweit sie nicht Unterstützungen der städtischen Wohlfahrt empfangen, kostenlose Zahnbehandlung in beschränktem Umfange gewährt werden. Auf Antrag werden Scheine hierzu im Büro, Schnlstr. 13, ausgestellt. Die behandelnden Herren sind: 1. Herr Zahnarzt Dr. FraenkeL Wasserstr. 7/8, 2. Herr Dentist J. Matheus, Hohestr. 74/73. Diese Regelung tritt ab 1. Juli 1936 in Kraft. 2. Es wird darauf hingewiesen, daß Steuerrückstände aus dem Jahr 1983/36 unbedingt bis 15. Juli 1938 restlos bezahlt sein müssen, da eine weitere Stundung nicht gewährt werden kann. Iteagr PreuBlsdter luadesilerbuad Iftdhdiee G—laden, BertoChortotlsaberg Z Kontur. 158, Präsident, Kommeraerlditsrat I. K. Leo WoM. i J17. Hasptscfcrlftlaltnr sad verantwortlich IBr den gesamten redaktionellen Text, George Goetz, Berlin W50. " her Über des Inisrolsnlnlb, Joseph JasSrow, Bertis W15, KolseroHee 21. 0 Al! Qsortal 1936 7000. Druck, Bsrittold levy. Berits C 2. Neve Frledridtstr. 4B