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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1936-05-01 · 5 (1.5.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Bremen, Nordwestdeutschland, Duisburg, Magdeburg, Halle, Stettin und Pommern) · p. Seite 15

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
14 (1936)
Issue
5 (1.5.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Bremen, Nordwestdeutschland, Duisburg, Magdeburg, Halle, Stettin und Pommern)
Date
1936-05-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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MITTEILUNGEN DER OCJDISCHEN GEMEINDE DUISBURG Gottesdienstzeiten Fraltagabsod i i Woehsnabsoknitt Ansgang 8-/9. 19,16 Uhr 9 Uhr Emaur 20,54 Uhr 15./16. 19,15 Uhr 9 Uhr B’har b’chukaussai 21,06 Uhr 22723. 19,15 Uhr 9 Uhr Bamidbar 21,21 Uhr 29./30. 19,30 Uhr 9 Uhr Noßan 21,30 Uhr Sehowuaus-Gottesdlenst. 26.5. Vorabend 19,30 Uhr; Lernen 21 Uhr im Gemeindehaus. 27.5. Morgengottesdienst mit Predigt 9 Uhr. Abendgottesdienst 19,30 Uhr. 28.5. Morgengottesdienst mit Ansprache 9 Uhr. F amiliennachiicbten 7«. Gebartstag 4. 5.36. Frau Simon Seligmann, Duisburg, Gutenbergstr. 6. 86. Geburtstag 18.5.36. Frau Wwe. Jakob Ulmer, Duisburg, Springwall 3. Verlobung 12.4. 36. Gerda Kaufmann, Fuidastr. 6, mit Herrn Kurt Weiß, Kassel. Sterbefall 18.4.36. Frau Wwe. Herrn. Preuß, Duisburg, Mülheimer Straße 81, 80 Jahre alt. Nachrichten aus Duisburg Am 5. April 1936 fand im Theodor Lauter-Haus eine Besprechung der Finanzdezernenten einer Anzahl jüdischer Gemeinden der Rheinprovinz statt. Der Vorsitzende des Provinzialverbandes, Herr Konsul Bendix aus Köln, erwähnte, daß die Besprechung von der Gemeinde Duisburg angeregt worden sei, die eine Aussprache über die Finanzlage der rheinischen Synagogengemeinden für erforderlich gehalten habe. Rechtsanwalt Dr. Kaufmann gab einen Überblick über die Finanzlage der Duisburger Jüdischen Gemeinde. Durch die Abwanderung vieler Steuerzahler und durch den mutmaßlichen großen Einkommensrückgang im Jahre 1935, der bei einer ganzen Reihe von Steuerzahlern zu verzeichnen sei, sei die Ausgleichung des Etats nicht möglich, wenn nicht die Ausgabenseite möglichst ermäßigt und die Einnahmenseite dem zu erwartenden Rückgang des Einkommensteuersolls, das auf 40 bis 60'/s geschätzt werde, angeglichen werde. Man habe in Aussicht genommen, die Ausgaben des Etats genau durchzuprüfen und alles zu streichen, was nicht lebensnotwendig sei. Außerdem beabsichtige man, die Beamtengehälter weiter zu kürzen. Um den Rückgang des Einkommensteuersolls auszugleichen, habe man eine Erhöhung der auf Grund der Einkommensteuer berechneten Kultussteuer um 10*/s in Aussicht genommen. Ob aber diese Erhöhung ausreiche, -könne niemand Voraussagen, da die Unterlagen noch nicht vorhanden seien. Auch die Herabsetzung der Beiträge für die Reichsvervretung und den Preußischen Landesverband auf ein angemessenes Maß sei erforderlich. Von den Vertretern fast sämtlicher Gemeinden wurden ähnliche Schwierigkeiten berichtet, die einen Ausgleich des Etats in Frage stellen. Andererseits ergab sidh jedoch aus der Aussprache, Haß die Lage in den einzelnen Gemeinden sehr verschieden, und daß sie am bedrohlichsten in den kleinen Gemeinden, die ihre Wünsche nach Zusammenlegung mit den benachbarten größeren Gemeinden zum Ausdruck brachten, ist. Zum Abschluß der Verhandlungen wurde folgende Entschließung gefaßt: JEs ist damit zu rechnen, daß die Einnahmen der Synagogengemeinden auf Grund der fortschreitendst Entwicklung der allgemein-jüdischen Lage ganz erheblich zurückgehen werden. Neben einer starken Drosselung der Ausgaben, die jedoch zum Teil durch neue Ausgaben ausgeglichen werden wird, da den Synagogengemeinden fortwährend neue Aufgaben gestellt werden, kann nur durch eine angemessene Steuererhöhung ~der Versuch gemacht werden, den Haushaltsplan zum Ausgleich zu bringen. Diese Steuererböhung darf natürlich nicht die Leistungsfähigkeit der Gemeindemitglieder und ihre Bereitwilligkeit zu freiwilligen Gaben für jüdische Zwecke beeinträchtigen.*' Statistisdies aus Duisburg Die Seelenzahl der Jüdischen Gemeinde, die am 1. April 1930 17 5 0 betrug, ist durch Abwanderung und Tod einerseits und starken Geburtenrückgang andererseits in den letzten drei Jahren erheblich gesunken. Sie betrug am 1. April 1936 1 0 7 4. Von den Gemeindemitgliedem, die unsere Gemeinde verlassen haben, ist nur ein geringer Teil nach Orten innerhalb Deutschlands gezogen. Nach Palästina sind in den letzten drei Jahren bis zum 31, März 1936 174 Gemeindemitglieder und nach dem übrigen Ausland 362 Gemeindemitglieder ausgewandert. Die Zahl der Todesfälle betrug in dem gleichen Zeitraum 43, die der Geburten 15. Jüdischer Kulturbund Rhein-Ruhr Im letzten Monat brachte der Kulturbund ein reichhaltiges, abwechslungsreiches Programm, das mit einem Lichtbildervortrag von Dr. Max Osborn: „Rembrandt und die Juden“ eröffnet wurde. Wir kannten schon aus früheren Vorträgen den Redner und wußten, daß.dieser bekannte Kunstforscher uns in seiner verbindlichen Art viel Lehrreiches zu sagen haben würde, ln seinem Rembrandtvortrag vermittelte er uns nicht bloß eine Fülle von Beispielen aus den Schöpfungen des größten nordischen Malers, insbesondere dessen Gestaltungen jüdischer Köpfe, sondern verstand es, die tiefsten Probleme der bildenden Kunst in feinsinnigen Formulierungen klarzulegen. Er verband seine Ausführungen mit der Darstellung der gesamten zeitgenössischen allgemeinen und jüdischen Kulturepoche. Dem Redner wurde zum Schluß herzlicher, reicher Beifall gezollt. — ... Konzert Mankiewitz (Sopran), Sass/Heinem a n n (an 2 Klavieren). Zum erstenmal hörten wir ein Konzert an 2 Klavieren mit Ilse Sass und Kurt Heinemann. Was wir hörten (Brahms, Debussy, Liszt), ward nicht bloß mit meisterhafter Technik gespielt, sondern verriet eine künstlerische Einfühlungsgabe, eine Hingabe an das Werk, wie man es selten zu hören bekommt. Mit welcher Präzision diese Einsätze, wie fein abgestuft Rhythmik und Dynamik des Spiels! Stürmischer Beifall lohnte die Künstler. —■ Lucie Mankiewitz (Sopran) beherrscht ein großes Repertoire. Sie sang Lieder von Brahms und Wolf, Arien von D’Albert, italienische und deutsche Volkslieder. Wegen einer starken stimmlichen Indisposition kamen ihre Liedervorträge nicht zur vollen Entfaltung. Ein Kleinkunstabend mit Willy Prager, dem geistvollen Konferenzier, dem uns aus dem Kulturbundthater bestbekannten Komikerpaar Fink/Balthoff, der Berliner Range Gerda Kreppler und mit Kurt Hirsch am Flügel bot den Zuhörern einige Stunden heiterer Unterhaltung. Ab 1. Mol 1936 befinden sich mein« Büroräume im Hause BedsematraBe 6 Dr. RotHnsttin Rechtsanwalt Taufeni 324!«_ 15

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