Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 12 (1935)
- Issue
- 14 (31.7.1935)
- Date
- 1935-07-31
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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10 Stjisljaucc Jüdisches Gemeinde bl atr Är. 14 ftanipuntt emnimmt, oitttnt zu i)em CErpebnik doz sich -cr Haupt, bestand der üeurjch-jüü sichen Namen aus der Aesch chte des jüdischen Volkes und -aus dem Wesen des jüdischen Nottsiums vollauf erklären läßt, und das er sinnvoll und achtUNg»«,ürdig wie jeder KiUrurbejitz einer Rari on ist. Ein sehr großer Teil der Nachen sind alltestamentarsiche uni Siädtenamen. Ein Nögist'r ermöglicht, die Errstehung last aller o »-kommenden Namen teststelle i zu können. Das ülreraus lesenswerte ‘ juch enthält eine Füllen irrt 'restanter Einzelheiten. So' dürfte es wenig bekannt jein, daß die Irgroßmutter der Königin Isabclla von Kastilien (gestorben 1Sll4), die die Juden aus Spanien vertreiben. li 'ß, eine sephardifche Jsidin aus der .hochangesehenen Familie. ereira war. Durch die lttikel der Jsabella und des Königs Ferdinand ivn Aragonien ist somit, tviei i»er Berjasier ausführt. jüdisches Blut l us die Habsburger undj ai f alle deutschen Fürstersthrone gekomm> n. T. Das iüdifdfe ft B<?. <krn $üficoe dnccff das jüöifdfe ffliffetl herausg, geben von Lmil Bernhard Lohn. . Verlag Erwin tör«, Berlin, 1SZ8. > . : Erfreulicherweise nächst der Drang nach jftdischeyi Wissen. Nicht jedem ist es möglich, b i 'Beginn seiner --tudienz!urruorbereitel wie so häutig, gleich zu den g-oßen Werken zu greifen. Drsim ist es zu be, grüßen, daß in dem vorliegenden Bande cün -kseines Handbuch geschaffen worden ist. das auf alle die Fragen Anrwiort gibt, die das jüdische Leben an uns stellt. Das Buch har hibeh'dem .jüdischen L-xikon", neben-der „ll ncnklopädia judaica", die! la leider immer noch nicht vollendet ist und neben bem Philolerikon stine.qesvndere Besechtigung. Es beschränkt s ch in dex Auswahl der iTtichzvö^te, gibt ober in lesbarer faßlicher' F> rm bei den behandelten sFragen «leine, in sich zusammenhängende Aussätze. Das sitatistiiche Hhaterlal sist bis zum heutigen Tage verwerte;. , I! Wir heben einig :s hervor: u g e n d stp wf g u n g". Hier berichten die ..Jugendb linde" über sich selbst. . tztz ist wohl nur ein Drucksehler, daß der „siabonim noar chaluzi" atiit! leinen fast 800V Chawerim nicht Mir Le > gleichen Tnpen dcurlich stzertzorgehoben wird wie die anderen Ber rände, sondern als' ein« stsitertcilüng des Bachad erscheint. Der Abschnitt „S p e i s e g e s etz e"i stellt bas Notwendigste zusammen, wis man auf diesem Gebiete «rsissen muß. Eine sehr gute Uebersichrsrassi über die. „Z e n t r a l ö Oiganijation des deutschen IH entums" ist eingefügl.! Be anders wertzooll ist der Abschnitt ^Bräuche, jüdische". Bon 4er (gebürt bis zum lode sind übersichtlich alle Pflichten des jüdischen Menschen zusammengestelll. . Notwendigste Lite ak.iirangaben ergänzen jeden Aussatz, so daß der Weiterstrebende sie Möglichkeit hat, sich selbstän «g fortzubilden. Also ein chirklichee Hausbuch!' Ein Weg zum Judentum für di« vielen, die vielleicht auö falscher Scham heraus rzicht.bekennen wollen, daß sie nichts wissen. \ Ein Buch, das die jüdische! Bi dungsarbeit im Haus, im Berein, in >bef Gemeinde und drauhfN n der Provinz außerordentlich erleichnrn wird. , W. C. i %ut Tagung dei j Jemifff figency r - Als Vertreter b< Fudcn sind zur Taaui eiitsgiidt morden: I. Rabbiner. Tr. Frankfurt a. M., si. Ti a. T. Tr. Ctto Hirn Frankfurt a 9K., 6. Waff.ermann-Berlin. 3 u Crsatzmita Köln, 2. Rabhincr Dr mann-Kasicl, 4. Tr. Cbcmnill, 6. Rabbincij in 'Teutschlarch lcbentgn b des Councrl der e t» o iNaccl-Verlio, 2. Fufltzral vricdrich ÜZrodnitz-Berlin. 1. Verlin, 5. Rabbiner Dr f x Marburg-Hanzburg und 7. iedern: l. R.A. Tri.R Grünewald-Mqnnbeim, Z. stLalter Tux - Hannover,' '5! Tr. Habn-Cflen, 7. Lola Vcrlin, 8. Jacob Hecksck l r-Hamburg, 9. R.-A. David fO; Füstizrat Marxbeins »Wiesbaden, l l. Obcrlandc! 'Alfred?reumeycr-Münt ign, 12. Tr. Berlak-Vernns A. Strauß-Karlsrabe in d 14. Gerhard Wols-Heillbr icbtzionistischcn i s h Agency Dr. I. Vlau- Ministcrialrat Zacob horvitz- Tr. Sigmund dols Callmannr. Ernst Bau- ■ Karl Göeritzahn-Warburgronbeim-Csien, gcrschtsrat Dr. IZ. Friedrich nn. JM8 öervMlsuer lSeMWligWlhte ' D/e 'Begründet det Vveslauev Gemeinde Von Rabbiner Bernhard Drilling, Breslau. (Fortsetzung) Diese beiden ließen sich unter dem Schutz der kaiserlichen Kammer in Breslau wohnhaft nieder, wenn auch nur in gemieteten!chäusern, da die Juden in Breslau eigene Häuser bis ins 18> Jahrhundert hinein nicht erwerben durften. In ihrem Verbleiben in Breslau aber wurden sie durch die kaiserliche Kammer, d. h. durch die Interessen der Münze, geschützt, an der sich auch alle Versuche, sie zu vertreiben, brachen, j Die Kaufmannschaft war Juden gegenüber, die nicht polnische Handelsjuden waren und sich trotzdem in der Zeit ,,zwischen den Märkten" in Bretzlau aufhalten durften, immer auf der Hut. Für sie bedeutete ein solcher Jude, auch wenn er nur ein Münzlieferant war, ein evtl. Konkurrent, «ie beobachteten jeden Münzlieferanten daraufhin, ob er nicht außer der Miinzlieferung andere, verbotene (vetzlioten war eben altes außer der Münzlieferung) Geschäfte betreibe, wie man es auch vor bereits mehr als 100 Jahren dem ersten jüdischen Münzmeister in Breslau. Isaak Meyer^ aus Prag, nachgesagt hatte. Ebensowenig wie damals scheute denn auch die Kauf nannschast davor zurück, die jüdischen, von der Kammer so>sehr protegierten Münzlieferanten dessen zu verdächtigen, oaß sie überhaupt.nichts zur Münze einlieferten, ein Borchurf, den selbstverständlich auch die Goldschmiede aufnahmen. Die Kammer aber wußte die Dienste der Juden sehr wohl zu schätzen: sie schützte sie in ihrem 5)andel und Wandcil, auch wenn dem alte Privilegien! der Stadt und deF Kaufmannszünfte entgegenstanden. Darin zeigte sich deutliche daß die landesherrliche Macht noch weniger als früher die ständischen Privilegien achtete, daß sie vielmehr im Begriff war, sie zu überwinden. / IV. Wie berechtigt das Eintreten der kaiserlichen Kammer für ihre Münzlieferanten war, wie falsch und unberechtigt dagegen die gegen sie erhobenen Dorwürfe, zeigt ein Blick in die erhaltenen Rechnungsbücher der Breslauer Münze. Der jüdische Anteil an dem eingelieferten Münzsilber, der 1627 bereits 29 Prozent betrug, war 1656 — im ersten Jahre des ersten jüdischen Münzlieferanten Zacharias Lazarus — auf 50 Prozent gestiegen, dann sank er etstras und stieg seit 1671 wieder langsam an: Bon 13 Prozents im Jahre 1671 auf 26 Prozent im Jahre 1678, auf 32 Prozent im Jahre 1697, auf 46 Prozent im Jahre 1700 (zur^Zeit der größten Dorwürfe gegen die jüdischen Münzlieferanten), auf 78 Prozent im Jahre 1704, auf 81 Prozent am Ende des Jahres 1704, fiel dann noch einmal auf 75 Prozent im Jahre 1710 und erreichte 1720 den kaum noch überbietbaren 'Prozentsatz von 94 P r o z e n t. (Fortsetzung folgt.) leUktinullil fit die eUtte Inner des Btesleeer Jidisdite Gcneiedeblittcs 5. lugest 1935. Architekt | Fritz Kl«emavm, [ Innenarchitektur und M< Besuch und Vorschläge I lieh. Telefon 3I6§0. i Ausstatt.-Maß- I fiird.pnt srekleidet.Herri He rr.- VV**cbe.K rswattep auf Bju:er. 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