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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-05-31 · 10 (31.5.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
10 (31.5.1935)
Date
1935-05-31
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Nr. 10 15 Breslauer Jüdisches Gemeind ej^latt Jüdifdjec Tuen* und Spottoevein Var Rocfyba e. V. Turnhalle Sonnenstrahe 46.! Wochenplan Mädchenturnen: Dienstag 16—17.36 Uhr. > Frauenturnen: Montag, 26 Uhr. Knabenturnen: Dienstag, 17.45—19 Uhr. ' Männerturnen: Dienstag, 20 Uhr. i Boxen: Mittwoch, 20 Uhr.! Makkabi-Ehor: Donnerstag. 20.30 Uhr. Tischtennis: Sonntag, 10 Uhr. Leichtathletik und HondbaUtraining: Sonntage 11—13 Uhr, Sportplatz Oswitz (hinter Gasthaus Waidmannsruh). Fußballttaining: Sonntag, 16—18 Uhr, Körneri oiese. Am 19. Mai errangen sich di« Fußball-, Hardball- und dit Boxer-Mannschaften des Bar Äochba, Breslau, in Leipzig Achtungserfolge. Bon den Nachwuchsboxern.konnten sch zwei Mann mit k. o.-Siegen von ihren Gegnern, die stark saoi risiert waren, trennen, während Max Hoch hä ms er, der Leiter >er Breslauer, gegen Joel, Berlin, nur unentschieden abschnitt, obwohl der Verlaus des Kampfes zu einem Punktsiege für ihn gereich hätte. — Die Fußball- und Handballspiele gingen für Breslau v« :loren, da die Leipziger Makkqbim, die erste Makkabi-Klass« in Deutschland 'sind. knapp überlegen nissen von 3:1 deich! Der Breslau« kabi-Kundgeb den nächsten Ausg wa!r 1 en, was sch im Spieloerlauf wie in den Ergeb- Fußball pnd 5:1 beim Handball auch ausdriickr. r Bar Kochba plant für den 23. 6. eine Makng. Näheres darüber wich an dieser Stelle in en bokanntgegeben. > . S i« g f r i c d^B erkowitz. Jüdifdfjev Scf/mimmvevein Breslau <k. V. Geschästsst >e Straße 89. 1. Werbt neue ll e: S. Blumenthal, Friedrch-WI'helm- Jeves neue Mitglied gibt uns die Cocengo da Ponte >! Mitglieder! Möglichkeit erhöhter Aktivität. 2. Wer noch picht zum Training ein geteilt ist, melde sich soforl-- am Bereinsabend.bjei! Herrn Hirschel. 3. Im Monat!Juni findet ein Ausflug wach Öbernigk-Ritschedorf statt; genauer Termiji am schwarzen Brett. , 4. Unser Schwimmabend findet jeden Donnerstag in der Zeit von 20 bis 21 Uhr lin beiden Hallen des Hallenschwimmbades -statt, anschließend daran bis 21,30 Uhr Training dtr Riegen in der Damenhalle. N Am Donnerstag, den 30. Mai (Himmelfahrt) und Donnerstag,- den 6. Juni (Schwuchus) fällt der SchmimmabeNd aus. ... ...... . Vor ISO Jatften lernte 711 o gart feinen B ’mäfjrteften ‘Textdidftee tennen Es ist bekannt, daß Mozart des öfteren gezwungen war, Textbücher zu komponieren, die seinen künstlerischen Intuitionen nicht entsprachen. Mozart hat hierunter sehr gelitten: denn er, der große Musikdramatiker, war sich natürlich wohl bewußt, daß eine wahrhaft gute Oper nur auf der Grundlage eines wertvoll«n Textbuches geschaffen werden kann. Im Sommer 1785 machte Mozart die Bekc nntschaft des Italieners da Ponte, der bereits für zahlreiche Wienei Komponisten brauchbar« Opernttbretti geschaffen hatte. Der Tondichte-, der seit der im Jahre 1782 komponierten „Entführung aus dein Serail" kein Opernbuch mehr geschaffen hatte und sich danach sehnte, vieder! einmal dramatische Musik zu schaffen, schlug ihm vor, das nächste Textbuch für ihn zu schreiben. Der schlaue Italiener, instinktiv chhnend, daß Mozart an Genialität die meisten seiner Zeirgenoss m wett überrage, sagt« zu und änderte das französische Lustspiel „Le moriage de Figaro" von Beaumarchais zu einem Operntext um, was ihm aus. gezeichnet gelungen ist. Der große Erfolg, den diese Oper hatte, bewog Mozart, zu seinem nächsten Werke, welches die Prager.Operudixet hon bei tfjrn bestellt hatte, wieder da Pontes bewähkt» Kraft hinzuzu ziehen. Allzugern ging der Tondichter auf dessen Dorschlag ein, den „Don Giovanni"! ois textliche Grundlage zu machen. Auch hier sch as da Ponte, wie heute allgemein anerkannt ist, ein Me i st e rw er k. l >ie Stimmen, welche das Textbuch verächtlich kritisiert haben, sind läng t verstummt. Trotz schwacher Einzelheiten kommt dem Libretto, wie Ed mrd Hanslick mit Recht sagt, „das ungeheure Verdienst zu. eine bish n ungeahnte Welt lson Wirklichkeit, Leben und Leidenschaft in die Op >r «ingeführt zu haben, eine Welt, in welcher Tragik und Humor, Idealität und Realismus sich in Shakefpearefchen Wechsel durchdringen." Ein so strenger Kritiker wie Grillparzer nennt da Pontes Bearbeitung der „Don Juan"-Sage „ein Muster für alle" ähnlichen," 2 >er Italiener schuf dann noch das Textbuch zu „Cosi fan tut»«", des allerdings schwächer ist. Da Ponte hieß ursprünglich Emanuel Conegliano und ist im Jahre 1749 in einem venezianischen Provinzstädtch n als Sohn jüdischer Eltern geboren. Er ist einer der typischen, hochbegabten Abenteurergestalten des 18. Jahrhunderts. 1780 finden wir ihn in Dresden, im nächsten Iatr« schon in Wien, wo er sich bald die Gunst Josefs II. zu erringen «erstand, der ihn zum Kaiserlichen Theaterdichter ernannte. Als Leopi ld H. 1790 die Regierung antrat, bekam er den Laufpaß, und nun irrte er durch die Welt, verkracht« mehrmals gründlich als Theater, mhernehmer und landete schließlich in Amerika, wo er als Branntn einfabrikant und Sprachlehrer sein Brot erwarb. Im Jahre 1838 st er hoch, betagt gestorben. In Amerika hat er mehr als ein Dittel seines Lebens verbracht, das in seinen Grenzen Geburt und Tod >on Mozart, Beethoven und Schubert einschließt. ~ Am Erinnerungstage feiner Bekanntschaft mit M zart lohnt es sich, dieses eigenartigen Mannes zu gedenken. Gewiß: « ft Mozarts Genius hat seinen Werken ewigen Glanz verliehen, durch Mozart ist da Ponte unsterblich geworden, aber nicht ohne eigenes Verdienst. Zu den himmlischen Harmonien des Figaru und Don Giovanni hm er den Grundton angeschlagen. , . Dr. Walter E:> stein. TTlitgliedeeveefammlung dev ffilfe Die ordeniliche Mitgliederversammlung des Vereins a. G. Die Hilfe. Berlin, hat am 29. April Deisi icherungs» 935 stati^ g-sunden. Dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß sich der Verein im Jahre 1931 außerordentlich günstig entwickelt hat. Der Zugang im abgelaufenen Geschäftsjahre hat den Bestand fast verdoppelt. Die Mitgliederzahl bettätzt ca. 14 000 mit einer Versicherungssumme von rund 7,50 Millionen!Mark. Das beginnende 4. Geschäftsjahr zeigt eine gleichmäßig« Tetzdeoz im Zugang an Anträgen und an Persicherungs!ummen. Im abgeiaufenen Jahr konnten wie bisher auf Grund der geschlossenen Empfehlungsverträge an -' jüdische Landesverbände, Gemeinden und Organisationen eMsprechende Be- 'räge abgesührt werden. Ein Teil der ausgezahlten Sterbegelder "Uangte direkt in depjBesitz der Gemeinden, wodurch sich die Ausfälle xür Gebühren entsprechend verminoert haben. „Die Hilfe" ist durch Rückversicherung bei der „Victoria" zu Berlin gedeckt Der neu gewählt« Beirat fetzt sich aus Persönlichkeiten aller jüdischen Kreise zusammen, an seiner Spitze stehen als Vorsitzender Adolf Schoyer, Berlin, als stello. Vorsitzender Direktor Heinrich Stahl, Berlin. bvjähriges Geschäftsjubiläum. Am 27. Mai' 1935 beging die bekannt« Breslauer Spezial-Äunftstopf-Anstalt Ferdinand M e tz n e r Nachfolger, Ohlauer Str. 50 und Höfchenstr. 72, ihr ölhähriges Gefchäftsiubiläum. £uvge Ttadjcttfjten Das Zionistyche Zrntralbüro teilt mit: Die Exekutive der Zionistischen Organisator! hat nach Beratung mit dem Präsidium des Aktionskomitees beschlossen, den 19. Zionist e n k o n g r e ß für den 27. August nach Luzern einzuberufen. * Wie die Krakauer Leitung des Welwerbendes der Allgemeinen Zionisten der ITA. mitteilt, wird entsprechend einem Wunsch der amerikanischen und englischen Zionisten die Allgemein-zionistische Weltkonferenz, die Ende Mai stattfinden sollte, verschoben. Di« Konferenz soll jedoch spätestens am 11. Juni in Krakau eröffnet werden. * Gemeinderabbtner Dr. Jakob Häffmann in Frankfurt a. M„ der dem Präsidium der Reichsvertretung der deutschen Juden angehört urib außerdem im Präsidium des deutschen Misrachiem« führende Rolle spielt, hat «ine Berufung als Rabbiner noch T e l Awiw erhalten. Es steht bis zur Stund« noch nicht fest, ob Rabbiner Hofsmann, der sich aus eine Informationsreise noch Palästina begeben hat, der Berufung Folg« leisten wird. — Rabbiner Dr. Jakob Hoffmann hat vor einigen ^Monaten in Breslau einen Dortrag gehalten. * Wie dos Hauptbüro hes Jüdischen Nationalfonds mitteilt, sind die Einnahmen des Fonds, nachdem im abgelaufenen Finanzjahr ein« Rekordeinnahme von 283 429 Pfund erreicht worden war, weiter in dauerndem Steigen begriffen, Während im Halbjahr Oktbber 1933 bis März 1934 106 068 Mund eingezahlt wurden, betrugen die Ein. nahmen im Halbjahr Oktober 1934 bis März 1935 150 000 Pfund. In Palästina sind die Einnahmen von 7860 auf 12144, in Polen von 16 410 auf 22 428 und in den Bereinigten Staaten von 9684 «nis 23 719 Pfund gestiegen. Der bekannte Segelflieger K r o n s e l d hat die Strecke London- . Paris in einem SegelfluWeug mit einem Llliputmotor von 5 PS Stärke durchflogen. Infolge der geringen Stärke des Motors kostete der ganze Flug nur 6 Schilling an Treibstofskosten, was ein Maximum an Billigkeit darstellt. Kronfetd ist bekanntlich Jude. ' Anläßlich des 70. Geburtstages Dr. Chäim Schitlowskys, eines der bedeutendsten! Vorkämpfer der jiddischen Kulturbewegung, fand sin Colosseum za New Part «ine Massenkundgebung statt. Der mehr als 10000 Personen fassende Rauin war überfüllt. Oer vorliegenden Nummer des BresL Jüd. Gern.-Bl. liegt eine Beilage des Hilfsausschus^es für jüdische Kra o_k e bei. — Ferner liegt der Nummer eine Beilage des Schuhhauses Krojanlrer bei. _ i, MiMinakirt fl? ti, liduti Rmm in Imlutr JUiukti fimiifcUittH 5. Jni H15. I1' 1 1

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