Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 12 (1935)
- Issue
- 7 (15.4.1935)
- Date
- 1935-04-15
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Brest cju^r. Jüdisches Gemeindeblall Nr. 7 Lus der Provinz Posen stammend, kam Mafcus als junger Mann mich Breslau, gründet« hier «ine Firma, weiche er Zu einen« angeichenetz Unternehmen entwickeln könne«. Adolf Markus war erfüllt von echter' Frömmigkeit und Herzensgute, «inl Menschenfreund im wahrsten und edelsten Sinn« des Wortes. In allfr Still« übte er periönlich reiche Wohiiärigkeit, aber auch den jüdischen humanitäre» Berr-nigungen stellte er seinen allgemein geschätzten Rar und seine Arbeitskraft gern und willig zur Verfügung. Zählreich sind die jüdischen Jiistilulionen, in deren Vorstand er seit Jahren segensreich «virlte mid hier «nutz insbesondere seine aufopfcrmiäsoolle Mitarbeit iin Vorstand des Krankenhauses. als Aikgiied der Achtzehn-Männer-Bereinigung, im Aar stand des Schwestern Heims und des Verbandes zur Erziehung h i l fs b edü ns t i g e r israelitischer Kinder heroorgehobe»^ werden. Seil langer Zeit von schwerer Krankheit helingefucht, war. er, getragen von Gottocrtrauen, bis in fein« letzten Lebenslage hinein bemüht, seine Pflichten zu erfüllen und/den gemeinnützigen Vcrcinigungen und damit der gesamten jüdischen Glaubensg.meinschast z» dienen. Das Andenken dieses edlen Mannes, der, noch nicht 60 Jahre alt. von uns scheiden mußte, wird im Streife unserer Gemeindemiigliedcr unvergessen bleiben. PsKrreeßer voll Mossner Nikolaistraße 10/11 Fernruf 219 64fiusfteUung der Paula ®Uendotff*f)aU8tjaltung8* fcfiule j Die Paula OUendorsi-Haushallungslchule gab am>27. März einem Keine» Kreis geladener Gäste Gelegenheit, ander Entlasfungsfeier ihrer Schülerinnen kei/zu nehmen »nd die Ausstellung der Tchülerinneiiarbeiien zu besichtigen. 21 junge Mädchen Verlässen die Schuie. Die incisten beabsichtigen, dar Gelernte beruflich zu verwerten. Die oüenen Sebulplätze sin) bereits sämtlich für den neuen Kursus ver qebei«. Die Schülerinnen find bei Einrrirr in die Ausbildung li bis 16 Jahre alt. Cf in Teil nimmt nur an dem Unterricht teil und wohnt bei des« Angehörigen, andere, besonders dir Auswängen, leben im Jnrennat und lernen das Gmeinechafre'.eben kennen, «juf dessen Pflege heul erhöhter Wert gelegt wird. Die Ausstellung bezeugte eine vielseitige und bildung nrtWälch.an'erligung und schneidere!. Beine kenswert ist die lbc>ch»iacksbi!dung. Auch d^m einfachezi Material ui d der schlichten Form verleiht eine persönliche Rote Anmut und Rer. Aber über der Freude an hübschen neuen Gegenständen darf niejt das überaus wichtige Jnstandsetzen der Garderobe vernachlässigt ,verden. So fah nian geschickt uiiigcär.dert« Kleidungsstücke, tadellcs ausgebesserte Wüiche, eiire, wie jeder Eingeweihte iveiß, oft viel mühsamer« und kunsloollere Arbeit. Auch die reizenden,Kleinigkeiten wie Kragen und «lürrcl, fehlten nicht, wie auch nicht die längst mied r zu Ehren gelommcnen Strickarbeiten. Proben >vn Weberejei. Buchbinderei, Lederarbesten, hübsches Spielzeug aus allerhand we tlosem Material zeigte» die' Prlege der Handfertigkeit. — Die Kochkunst ausil e l l u n g nwr eine erfreuliche Darhietung nir! as Auge. Sie orienrierle aber auch über die Zusammenstellung und über die Kosten c--«?r Mahlzeit. — Gedeckt« Tische, vor all.m eine feierlich«,^Seder- Ta'el» zeigten auch aus diesen« Gcbi«> dev Sinn slür das Schöne. Ban den bescheidenen aber grundlegenden Arbeiten der Reinigung gediegene Ausunrerrichreten blinkende Holz- und Metallgeräie. Ein Wort der Anerkennung foll noch der reizvolle» Anordnung der Ausstellung gelten. Fräulein Hilde W e i n in a n n, Gewerbelehrerin, die Leiterin der Schule, gab Erläuterungen für die Schüler iimenarbeiten i und richtete herzliche Abschicdsworte an die jungen Mädchen. Fra^r Paula Ollendorfs begrüßte Frau Dr. Frieda Goldmann» Studienrälin i. R. und Frau Dr. mcd. Fannv Cohn, die sich der Schule als Mitarbeiterinnen fzüt:g zur Berfügung gestellt haben. Frau OUendorff mies die Schülerinnen auf ihre Ausgabe innerhalh und für die Gemeinschaft hin. Die törperiiche Arbeit werde beut wieder hoch g.wertct, so wie es einst im Judenilim gewesen sei. Aber die Tätigkeit im Haus tolle nicht r..ir der primitive» Lebens erhalrung dienen, «ie müsse auch den Ansord/runge» unferer Kultur entsprechen, ($ute Arbeit leisten zu können, har die Schule die ihr anvertraut? Jugend ausgerüstet. Mohr als je verlangt, die Welt Leistung. Auf.jedem Platz kann der Mensch vorbildlich wirken. Die jungen Mädchen verschönien die Feier durch. Musik. Besonders eindrucksvoll lvar ihre eigen« Freude am Gemeinschajisqesaiig. , fzell llang sie in den Abschied nehmenden Gästen weiter-. Jüdischer Arbeitgeber! Jüdische Hausfrau! Jüdischer Arbeitnehmer! Bedient Euch Eures Arbeitsnachweises! Schweidnitz. 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