Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 12 (1935)
- Issue
- 7 (15.4.1935)
- Date
- 1935-04-15
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 7 ohne ihn Essen jener Süßigkeiten hat höheren Wert und gewährt Lesen. Das Lernen ist ihm eine um das ihm Angenehme, die langen. Wächst das Kind heran.^so und das, was ihm so wichtig und es nun etwas anderes lieb: auf und erregt seine Begierde begehrenswert ist. Sein Lehrei fleißig, dann kaufe ich dir Das Kind liest nun wieder fjluxis zu lernen, sondern wegen als die Wissenschaft und der ei? ist. Später sagt der Lehrer „ wordenen Kinde. Lerne diesen Goldstück. Und somit liest der zu bekommen. Das Geld bleibt das Lernen, da er damit weiter versprochene Geld zu erhalten Verstände des Kindes spricht dpmit du einst ein Beamter, Zweifel für das Kind ein<n mehr Vergnügen als ix 13 Mühe, der es sich unterziel t, Nuß oder den Zucker zu er- Breslauer Süd fches Gemeindeblatr daß sein Verstand zunimmt r, ihm nun gering erscheint, . so muntert man es wieder durch etwas, das ihm jetzt spricht z. B. zu ihm: Lies ine Schuhe, schöne Kleider, ißig, aber immer nicht, um des Kleides, das ihm werter gsmtliche Zweck seines Lehrers dem noch verständiger ge- Abschnitt, so gebe ich dir ein Knabe fleißig, um das Geld hm aber immer tbichtiger als nichts bezweckt' vls das ihm Bei weiter zunehmendetn Lehrer zu ihm: Studiere, ein Richter wirst und die 13 der Menschen dich ehten und ehrerbietig vor dir aufstehen wie vor dem und dem. Der Jünglinz studiert nun mit Fleiß und Aufmerksamkeit, um diese Stufe zu erreichen, und der Zweck seines Studiums ist, dasi die Mevschen ihm Ehre erzeigen sollen. Alles dieses ist tadelnswert, ist aber notwendig, weil der Mensch im allgemeinen wenig Verstand hat, so daß er etwas anderes a »her der Weisheit zum Zweck derselben macht und stets Denkt: Wir können nur Wissenschaften erlernen, um Ehre und Ansehen zu erlangen. Von einem solchen Studieren sagen die Weisen: „Man treibt es nicht um der Thora selbst willen." Oder sie sägen: „Mache die Thora nicht zur Krone, damit zu prangen, und nicht zum Spaten, damit zu graben " So ist der Zweck der Wahrheit nur, daß man sie als Wahrheit erkenn!. In diesem Sinne sagt Antigonos aus Socho: Gleichet licht den Knechten, die dem Herrn dienen um der Gabe wi len, sondern gleichet den Knechten, die dem Herrn dienen ohne Rücksicht, auf die Gabe. Der Weise will hiermit sagen, dnß man die Wahrheit annehmen muß um der Wahrheit sel)st willen, und das nennen die Weisen: „Gott dienen au- Liebe." , neu Am Sonnabend, den 6. April, Gemeinde die jüdische Bevölkerung B für Rabbi Mose bei, Main geladen. Der Chor der Allen Synaz Anspach brachte gemeinsam mit Ol 1 cbir;*~k (©-Our) in würdiger weis Drosessor Dr. Heinemann Die weis, dah in der jüdischen Beoölkerurs die Bedeutung des Rabbi Mose ben antiquarisch von D/e Tttaimtmtdesrfeivc der i njnagogeti' Gemeinde StmbwMt satte der Vorstand der Synagogenreslaus;u einer Gedenkfeier 0 n in die alte Synagoge 1 inlöge unter Leitung von Diricent erkanlor weih "rir (Cs-Dur) ,nb e;um Vertrag. Die Festrede k ielt Synagoge, war übersüUt, ein 8clg Breslaus volles Verständnis für Maimon herrscht. anstalteien Mcimo sandte, der Prösidse Bundeskanzlers, Persönlichkeiten teil Für den 30. ST llnioersiläk Dorpat Lehrkanzel für 3ii5 Pros. Dr. L Gut Lehre" und einem Fakultät G. Bar nides". Schmiedebrücke 29a Fernsprecher 265 80 rides-Fcier nahmen u. a. auch der spanische Gent des Obersten Gerichtshofes, Letlretcr des katholischen Kirche und andere hervorragende!ärz war ein« Maimonides-Feier in der Aula der angesetzt, mit einem Vortrage des Inhabers der ische Wissenschaft an der philosophischen Fakultät, ■ kawitsch über das „Wesen der -waimonidische» eiteren Dortrag des Professors der medizinischen t a n über das Thema „Der Mediziner Maimo- THaimonides-rSondecooctca öec freien gsceilje wdiftfjen T)ol(8l)od)fdj\ile Die Freie Jüdische Volkshochschule Breslau hat des 800. Gebtirtsiages Moses ben Maimons in einer zu Beginn des lause,>dei, Zhalbsemesters veranstalteten Sonder Vortragsreihe „Moses Maimonides in seiner Bedeutung für das Judentum" gedacht. Im Rahne» dieser Reihe sprachen Dozent De. Heinrich Speyer über „Persönlichkeit und Leben", Seminarrabbiner Dozent Dr. I s r a e l R a > i n über die „Rabbinische Bedeutung", Dozent Professor Dr. I. h e i i c . mann über „Maimonides' 'Weltanschauung" und Dozent Dr. Albert L e ,v k 0 w i tz über den „Einflnh des Maimonides auf das jüdische Denken der Neuzeit". Der Andrang der Hörer zu «den einzelnen Vorträgen war so stark,, daß der übliche Lehrraum nicht ausreichte und die Vortragsreihe in den kleinen Saal der Lessingloge verlegt tue den Mußte. 2ttatmontde$'ffetetn im flüsternde Wie bekannt, trugen in Spanien die Maimonides-Fisi staatlichen Charakter. Zu der E r ö s s n u n g s s e i e r, über die bereits kurz berichtet haben, ist noch nachzutragcn, daß an ihr der Erzbischof von Cordava, der Zivil-Gouverneur, der Mil kommandaM von Andalusien und zalstreiche Mitglieder der Akabf: teilnahmen. Am Freitag, den 29. März, fand seit dem Jahre ztun erstenmal Freitag-Abend-Goltesdienst in der historischen S goge von Cordova statt. Dieser Gottesdienst wird freilich «in maliger bleiben, da >die Synagoge zum. Rationaldenkmal worden ist. Am Eingang der Synagoge ist eine marmorne Gel tassl feierlich enthüllt worden. An der Versammlung, in Cor! welche di« Maimonides-Woche abschioß, hatten ursprünglich spanische Staatspräsident Zamora und der Ministerpräs L « r r 0 u r teilzunehmen beabsichtigt, doch wurden sie durch die gierungskrise an der Teilnahme verhindert. Sie brachten in e Telegramm ihr Bedauern hierüber zum Ausdruck. G r u ß b schäften aus allen Teilen der Welt wurden bei dieser Versa lang verlesen, darunter auch solche von Lloyd Georg« und hedin. In Was hin gto n hat die Bibliothek des Kongresses der einigten Staaten eine Ausstellung seltener Ausgaben derl des Maimonides veranstaltet. An einer in Wien van der Union österreichischer Juden erl. HHern mir auch lärmie >492 Ina- «!niärl lsenk- 00a, de» sdeui Renein 0 i - 01111» <:oen „f>ie jüdifdjen Sextaner" Im Lei tau statz der vorigen Nummer uuseres Blattes, welcher die obige Ueberschrift trug, war der Meinung Ausdruck gegeben, daß auf grund des neuen Erlasses des Herr» Reichs- und Preußischen Kultusministers nur etwa 10 reichsdeutsche Richtfroaitkämpferkinder. in die Sexta des Reform- Real-Gymnasiums des Jüdischen Schulvereins e. V. würden Aufnahme finden können. Erfreulicherweise sind wir in der Lage festzustellen, daß diese Schätzung bei weitem zu pessimistisch gewesen ist. D j e Z a h l i st v i e l m e h r s e i t e n s des Oberpräsidinms auf 20 festgesetzt, worden.! Der Erlaß des Kultusministeriums, .so schwere Beschränkungen er uns auch im ganzen genommen hinsichtlich der Schulbildung unserer Kinder auferlegt, hat doch den großen Vorteil für sich, daß er klare Verhältnisse schasst und uns die Gewähr für das Fortbestehen des gesamten jüdischen Schulwerks in Teutschland bietet. Wie uns seitens des Reform-Real-Gymnasiums mitgeteilt wird, werden Anmeldungen für die Sexta nochentgegengenommen Bererke oer- Helft affe mit! Der Dille, an der jüdischen Gemeinschaft tätigen Anteil zu nehmen und den bedrängten Glaubensgenossen beizustehen, verkörpert sich in der blauen!0ettrags&arfe helft alle mit! Erwerbt die blaue veitragskärte für Hilfe und Aufbau! Dir bitten unsere Gemeindemitglieder, die bisher noch nicht aufgesucht worden sind, um schriftliche Mitteilung oder telephonischen Bescheid unter Nr. 542 69 oder Nr. 542 10, Jüdisches Wohlfahrtsamt. Breslau, Wallstraße 9.