Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 11 (1934)
- Issue
- 9 (13.7.1934)
- Date
- 1934-07-13
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 Breslauer Jüdisches Gemeindedlatt -9 IW meinem Großvater Wie man einst heiratete Don L. Kompcrt / 4. Fortsetzung. Während der° Suppe dsrrschte Schweigen unter der Tischgesellschaft, jetzt sollten die Fische! ihren Einzug halten. , Da sagte Leser Kolli», indem er seiner Tochter einen Wink gab. der ihr bedeutete, einstweilen die Fortsetzung des Nachtmahls zu unterlassen: > „Mit Verlaub, Gast! Dars man fragen, wqher ihr fonijiw?" „Ich komme gerade aus Prag." ° ' > „Wo seid ihr geborens" „In Mähren bin ich zu Hause." „Und was habt ihr in Prag getan? Wie lange wäret ihr daselbst?" „Ich habe da fünf Jahre bei dem Landrabbiner gelernt." „Das habe ich euch gleich angesehen. Ihr habt eine Miene, die einem das auf den ersten Blick verrat. Darf ich euch um eine Wohl tat bitten, Gast?" „Redet nur." | „Gebt uns etwas Thota zum Besten! Wenn ich so etwas Gutes früher genossen, so ein seines Wort, was man nicht alle Tage zu hören bekommt, so zehre ich daran, wie an einem guten Bissen. M,tt-ii in meiner Plage, während def Woche, fällt es mir ein, und erheb! und tröstet meine Seele." : Ein seltsames Bangen überkam den. jungen Rabbiner! Cr, der für derartige Fälle gewappnet und gerüstet war, wir kaum ein anderer, der in seinem Kopfe einen Schatz solcher „feiner Wörtlei»", eine Fülle von talmudischer Spitzfindigkeiten und Witzen trug, er fühlte sich der schlichten Aufforderung dieses armen Mannes gegenüber beinahe sprachlos. Er empfand es nnit aller Gewalt, daß er unter diesen einfachen Menschen die blitzenden Waffen seiner Gelehrsamkeit von sich werfen und als ein Gleicher mit Gleichem verkehren müsse. Denn wenn ihn auch oietzeicht Leser Kollin verstand — verstanden ihn darum auch die Iw« Augen, die ihm gegenüber leuchteten? Mutzte er nicht gerade von ihnen gegriffen werden? In diesem Augenblicke kam ihm jener Geist Zu Hilfe, der noch Anfang der Welt her seine Freude daran findet, die Menschen im Ueberwinden der höchsten Schwierigkeiten zu unterrichten, so dctz ihnen das Abtragen von Bergen und das Aussüllen der tiestten Täler als Spielwerk vorkommt. Er begann damit, daß er aus das Lob des Weibes, wie es König Salomo gedichtet, zurllckgrfss. Sie hatten es ja soeben selbst gesungen, und er mutzte also voraussetzen, datz Sinn und Bedeutung dieses eigentlichen Hohenliedes aus die Frau ihnen' allen klar und verständ-. lich war. „Ein wackres Weib," begann er, „wer findet es? Schwerer zu erkaufen ist sie als Perlen." Dann mit einer geschickten Redewendung. blieb er bei einem Satze des schönen Gedichtes stehen und entwickelte ihn in klarer, fließender Weise zum Mittelpunkte seines „seinen Wortes". <~ „Es steht geschrieben: „Ihr Sinn trachtet Hach einem'Felde, und sie kaust fs; von der Fr2h> ihrer Hände pflan^f sie einen Weinberg." „Was soll das heitzl n?" fragte er sich gleichsam selbst. „Ist es die Sache des Weibes, st inen Sinn aus den Erwerb zeitlichen Gutes^ ‘ gerichtet zu halten? Dc»,jl wenn es in einem srülstren Satze heitze: . „sie steht aus, wenn es noch Nacht ist, und gibt Speise ihrem Hause", wie, kann man dem schwc chen Weibe mitten in der Erfüllung seiner häuslichen Pslichten noch ÜioLast auferlegen, an die Mehrung des Besitzes zu denken? Das Feld mutz der Mann lausen^ mit seiner'Hände Kraft und seines Geistes Gewalt mutz er schaffen und walten, damit das von ihm gegründeteHau? fest und sicher dastehe gegen die Stürme des Lebens. Wie komm« aber das Ltzeib dazu, das was ein Recht des Mannes ist, zu seiner Zi?rde zu machen? Was solle dann der Mann neben ihr bedeuten?" — So in scheinbaren Gegensätzen zerschlug er gleichsam die Grund mauer, aus die er doch den Bau seines „feinen Wörtchens" gründen wollte. Offenbar hatte der Dichter des heiligen Gesanges hier ge-"" fehlt. Kann aber König Salomo irre gehen? Kann envus, was" in den gewaltigen Lauten Her heiligen Schrift zu uns sprich«, einer Mitz deutung, einer Berircuntz unterliegen? . -! i (Fortschstng folgt.) i ■ ... ■ i i i! i \ lim di« Fußballmeisterschaft im Neichsbund Jüdischer Frontsoldaten. Am Sonntag, den I. Huli, stand«i sicb die ersten Fupballlnannstb asten der Berliner Sportvereinigung von 1955 und der Breslauer Sportgruppe des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten in der Zwischenrunde um t ie Fuschallmcisterschast des Bundes in Breslanauf dem Sportplatz KriKcrn gegenüber. Die Berliner siegten 4: ‘2, nachdem sie bei rialbzeit bereits 5:i) geführt hatten. Zweifellos war die Mannschaft der Gast' etwas stärker als die hiesige, doch waren die Breslauer stark vom Peck verfolgt, denn sic ivaren gezwungen die ersten 2? Minuten mit nur 10 unb^tcilweise sogar nur 9 Mann zu spielen, weil zwei Spieler vorübergehend aussetzc» nintztcn. 71» dieser Zeit errangen die Berliner 5 Erfolge, von denen der erste aus-einem Elfmeter resnlticrie. Rach der Pause mit dem Winde spielend, drängten die Breslauer öfters, verloren aber doch noch ein Tor und konnten den vier Erfolgen des Gegners schließlich nur twci entgegensetzen. Das Ergebnis ist für die Breslauer ehrenvoll. j Borher siegte die zweite Futzballmannschaft der Breslauer Sportgruppe des Rcichsbnndcs Tlüdischcr Frontsoldaten gegen die erste ihrer Reisscr Kanicraden nüt 7:2. Die Heister Mannschaft befindet sich erst im Anfangsstadium, ihre: Entwicklung. i verband jüdischer Hand- und Kopfarbeiter ' - Der Verband jüdi cher Hand- und Kopfarbeiter E. L. beging am 23. Juni im Gesellschaftshqus Gräbschen sein erstes Stiftungsfest, ver Kunden mit Bannerwei >e. Eingeleitet wurde die Veranftifltun^ durch cin Kinderfest, nxlches für die Kleinen, deren Eltern ja zum -teil zu den Aermsten der Almen gehören, gewitz eine erfrischend« Ab wechslung im eintönigem Verlauf ihrer Tage bedeutete. Etwa zweihundert Kinder hatten sich eingesunden, welche mit Kaffee und Kuchen und später mit Abendl röt bewirtet wurden. Außerdem gab es ein Kasperle-Theater, eine Äinder-Fackelpslonäs« und noch mancherlei anderes, was die jugendlichen Herzen erfreute. Die eigentliche Feiccfand später im Saale des Gesellschaftshauses Gräbschen statt und wurde durch einen kur, en offiziellen Akt eingeleitet. Nach mehreren 'Ansprachen übergab dn: Bereinsoorsitzend«, Herr Sch if tan, das non den Vereinsame i gestiftete Banner und gelobte »ach einem kurzen Rückblick auf dil Tätigkeit des Vereins im ersten Jahre seines Bestehens und für die Mitglieder, datz auch künftig die soziale» Ziele der Organisation mit l>esten Kräften verfolgt werden würden. Ein geselliges Beisammensein schloß dann die Feier ab. QfaUiiiSiMlMi'f ** -Amhw ■***»**• Bestnuranl Kornl 8chweidnitz. 8t» l.Etag Behagl.GeaellicI moser ttgraben 9 i afisriume nA» Hondllorel - coK X X Rtttauraat „MstthiMparM14 V B e 1 h o f f t Matthlaspl. 1. 8ail, Verelnazimmer, Garten. Gig. Kon* « ditorei. Tel.44113. Lieferg.tr.Haus zum Reldisodleil Gartmstraß* 99, am Iliiuptbaliuhof Restaurant aud FrübKls^chs-tztub«» Bekannt gute ul Getränke. Niedrige Preise! | Caie fabrlö , Zwingerplatz 2 caie König GartenstraCe 40 Hotel Adler bol Oarteoatr: 79, unweit Reh Telefon 3Ö694 und 34« H( Moderne Zimmer, flieBei Mil veidn. 8tr. »d. 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