Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 11 (1934)
- Issue
- 7 (15.6.1934)
- Date
- 1934-06-15
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Breslauer 8üdischesGemeinde bl att Nr. 7 Itas öcm jü-uchr« Schrifttum 'Leviticus, 1Y. Kapitel* 1. Und der Ewige redete zil Moje also: . 2. Rede zu der ganzen und sprich zu ihnen: Heilig soll ich, der Ewige Euer Gott. 3. Jeder fürchte seine Mutjter und seinen'Vater und meine Sabbalhe beachtet. Ich ' .4. Wendet euch nicht: den meinde der Kinder Israel ihr sein, denn heilig b n stn der Ewige Euer Gott. Götzen zu und gegossene Kötter macht euch nicht. Ich l>in der Ewige ^Euer Gott. 5. Und so ihr opfert Mahlosfer dem Ewigen, ojpfert.es, daß er es gnädig von euch aufnehme. 6. Am Tage eures Mahlös werde es gegessen und am anderen Tage, und was übrig bleibt bis zum dritten Tage, werde im Feuer verbrannt. 7. Wenn es aber gegessen wird am dritten Tage, so ist es ein Gräüel, es wird nicht gnädig ausgenommen. 8. Und wer.es ißt, ladet eine Schuld auf sich, henn das Heilige des Ewjgen hat er entweiht, und dieselbe Person werde ausgerottet aus ihren Stämmen. ' 9. Und wenn ihr erntet "in eurem Lande, so! sollst dü nicht ganz «beritten das Ende deines Feldes, und die Nachlese bei deiner Ernte nicht a'fheben.. j 10. Und in thiaem Weinberg sollst du nicht Nachlesen und den Abfall in deinem Weinberg nicht aufhelsen: dein Armen und dem Frerckdling sollst du sie überlassen: Ich bin der Ewige, Euer Gott! 11. Ihr sollt nicht stehlen und sollt nicht ableugnen und nicht lügen einer zum§.anderen. . i 12. Und ihr sollt «icht schwören bei meinem Hamen zu -einer Lüge, daß du entweihest den Namen deines Gottes. Ich bin der Ewige. * | 13. Du sollst deinen Nächsten nicht bedrücken und nicht berauben, behalte nicht dtzn Arbeitslohn des Mietfmgs bei dir bis cin den Morgen. ' - j - 14. Fluche nicht einem Tauben und vor einest Blinden lege kein Hindernis und fiirchte deinen Gott. bin der Ewige. - . -> 15. Ihr sollt kein^ Ungerechtigkeit tun im Gericht: du sollst nicht bevorzugenden Geringen und nicht bevorzugen ^den Vornehmen: Mit jAer^htigkeit sollst du deinen! Nächsten richten. f 16. Gehe nicht als Ausspäher umher unter deinem Volke, stehe nicht (still) bei dem Blute deines Nächsten. Ich bin' der Ewige. - 17. Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen. Vermahnen magst du deinen Nächsten, daß du nicht seinetwegen Sünde tragest. - 18. Du sollst dich nicht rächen und nichts nachtragen den Kindern deines Volkes, sondern deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Ewige. 19. Meine Satzungen sollt ihr beobachten: Dein Vieh sollst du nicht paaren in zweierlei Gattungen, dein Feld sollst du nicht bestellen mit zweierlei Gattungen und ein Kleid von zweierlei Arten, Wolle und Linnen, sollst du nicht gelegen. 20. Und wenn jemand mit einem Weibe sich einläßt, und sie ist eine Sklavin, die einem Manne preisgegeben worden ist, aber sie ist weder frei gekauft noch ihr ein Frei- In der Üeberfetzung »an Zunz. Wir legen dieses besonders bedeutsam« Kapitel der Bibel unserer Leserfchast vor — und beabsichtigen noch weitere markante Stücke aus dem Born der biblischen und rabbinischen Lehre dem onzureihen — um der jüdischen Bevölkerung Anregung zu geben, sich mit dem jüdischen Schriftüim und den in chm in köstlicher Fülle enthaltenen Schätzen in eigenem Studium zu beschäftigen. D. Red. brief gegeben worden: so steht die Geißelung darauf, getöttt - aber werden sie nicht, da sie nicht frei gewesen ist. j 21. Und er bringe sein Schuldopfer dem Ewigen auf den Eingang des Htiftszelts, einen Witzder zum Schuldopfer. 22. Und der Priester sühne ihn mit dem Widder des Schuldopfers vor dem Ewigen wagen seiner Sünde, die er begangen. ' v 23. Und so ihr in das Land kommet und irgendeinen Baum eßbarer Frucht pflanzet, so enthaltet euch seiner Frucht, drei Jahre werde sie nicht gegessen.. 24. Und im yierten Jahre sei all seine Frucht zu einem Freudenfestdes Ewigen. 25. Und im fünften Jahre dürft ihr seine Frucht essen, indem ihr euch zuleget seinen Ertrag. Ich bin der Ewige Euer Gott.. ' . 26. Ihr sollt nicht beim Blut essen. Ihr sollt'nicht aus Schlangen und nicht aus Wolken deuten. 27. Ihr sollt nicht runh abnehmen die Seitenenden eures Haupthaares und nicht zerstören die Enden deines Bartes. , 28. Und Einschnitte um einen Toten sollt ihr euch nicht machen in euren Leib, und Aetzschrist sollt iljr an euch nicht machen. Ich bin der Ewige. 29. Entweihe nicht deine Tochter, sie der Büblerei hinzugeben, daß das Land nicht buhle lind das Land voll werde der Unzucht. , . 30. Meine Säbbathe beobachtet und meine Heiligtümer fürchtet. Ich bin;ber Ewige. / 31. Wendet euch nicht den Beschwörern und Weissagern zu; suchet j sie nicht auf, daß ihr euch durch sic verunreinigt. Ich. dhr Ewige, bin euer Gott. 32. Vor einem grauen Haupte stehe auf und ehre den Greis und fürchte deinen GM. Ich bin der Ewige. \ 33. Und wenn bei dmweilt ein Fremdling in eurem .Lande, sollt ihr ihn nicht drücken. 34. Wie des Eingeborene unier euch sei euch der Fremdling, der bqi euch weilet, und du sollst ihn lieben, wie dich selbst. Denn Fremdlinge wäret ihr im Lande Aegypten. Ich der Ewige bin Euer Gott. - , 35. Tuet nicht Unrecht im Gericht, im Längenmaß, im Gewicht und im Hohlmaß. . 36. Richtige Waage, richtiges Gewichrssteine, richtiges Efa Und richtiges. Hin soll bei euch sein. Ich bin der Ewige, euer Gott, der ich euch herausgeführt habe aus dem Lande Aegypten. 37. Und währet alle meine Salzungen und meine Rechte und tuet ie. Ich bin der Ewige. Zeitschrift für üije Geschichte öer Iuüen in deutschlanü Philv-Derlag Berlin. Der Verlag bringt nunmehr »ach llebcrwinhung vieler Schwierigkeiten das Heft I d, s fünften Jahrganges, heraus. Es bringt ebenso aktuelle wie wissenschaftlich bedeutungsvolle Beiträge. Höchst instruktiv handelt über den E »tritt der Juden in das deutsche Kulturleben und Sie Diskussion, die ui ter ihnen selbst anläßlich dieser Umwälzung stattfand Siegfried Ucko in seiner Abhandlung „Geistesgcschichtliche Grundlagen der Wisscnscha t des Judentums, Motive des Kulturvereins vom Fahre 181-'. Der Aufsatz „Landeshuter Fudcneid aus dem 14. Jahrhundert" von Dr. R rphael Strauß bringt Material zur Geschichte der bayrischen Juden, rvelches bisher der Wissenschaft kaum bekannt war. Mit den Verhältnis!', n der branden burgischen Juden, vor allem im 18. Fahrhundert, befaßt' ich Dr. G e r h a r d K r ü g e r in einer Darstellung über „Die jüdische 6 Gemeinde in der Johanniterordensitadt Friedland." Rinimt man zu d cscn und anderen überaus beachtenswerten Abhandlungen den Mi»zellenteil und die reichhaltige Literaturschau hinzu, so zeigt sich deutlich, daß in diesem Heft wiederum wertvolle Forschungsarbeit geleistet worden ist. Die Zeitschrift, die fetzt in den S. Jahrgang elngctrcten ist und sehr anerkennende Zustimmung in allen Kreisen findet, hat heute dringlichere Aufgaben als je. Sie ist das einzige wissenschaftliche Organ auf diesem Spezialgebiet. Es ist Sache der deutschen Juden, dies« wichtige Zeitschrift zu erhalten.