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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-03-01 · 3 (3.1934) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
3 (3.1934)
Date
1934-03-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Vreskmer j i ' Wi ▼ W ▼▼/ AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU Schriftleitung:Bllrodir.Glaser,Breslau,Wallstr.9 § Druck und Anzeigen-Annahme: Druckerei t , Telefon 54210 Verlag: Hellmuth und Erich D Th. Schatzkg Aktien-Gesellschaft, Breslau 5, Schatzkg, Breslau, Neue Graupenstraße 7 V Neue Graupenstrahe 7 - Telefon 24468 u. 24469 Anzeigenpreis: Die 8 gespaltene Millimeter-Zeile oder deren Raum 11 Pfennige — Bei laufenden Aufträgen Rabat« |- Für die unter dem RameN des Verfassers erscheinenden Artikel und die Dereinsnachrichten Ubemehmen wir nur die pressegesetzliche Verantwortung »'' 1 li. Jahrgang, Mürz 1934 . Nummer 3! > Der Lufammenfchluß -er jüdijchrn Jugend Deutschlands Dr. Friedrich Drodnih, D.rlin, Vorsitzender des Reichsausschusscs der, jüdischen ülugendverbändc. Die jüdische Jugend Deutschlands hat sich schon im Jahre 1924 im „R eich sausschuhder jüdischen Iugendverbände" einen organisatorischen Halt geschaffen, der sich in dpr! Arbeit der letzten Jahre aufs beste bewährt bat. Sie ist mit diesem Zusammenschluß einen Weg gegangen, den; die großen jüdischen Organisationen und Institutionen jetzt in der Reichsvertretung der deutschen Juden nachgegangen sind. Sie ging^dabei von dem Gedanken aus, die gesamte jüdische Jugend, ohne irgendeinen Eingriff in die innere Arbeit und Richtung der Bünde vorzunehmcn, zusansmenzuschließen zu gemeinsamer Vertretung und einheitlicher Arbeit in sozialen Aufgaben. Heute ist dem „Reichsausschuß der jüdischen Iugendverbände" die überwältigende Mehrheit der organisierten jüdischen Jugend angeschlossen.' Aussichtsreiche Verhandlungen mit den noch Außenstehenden lassen hoffen, daß irq j Kürze die gesamte organisierte jüdische Jugend ihre Der-! jtretung im Reichsausschuß sehen wird. Der „Reichsausschuß der jüdischen Iugendverbände", der früher in Form einer Vertretervereinigung aller größeren Jugendorganisationen organisiert war, hat vor einigen Monaten eine Amgestaltung erfahren. An die Stelle des zu großen; Grcmiuins ist ein kleiner Führerr a t getreten, in dem alle wichtigen Richtungen vertreten sind, der aber bei dct Kleinheit des Kreises ein praktisches Arbeiten sichert. Er besteht aus dem Vorsitzenden Dr. Friedrich B r o dch i tz, dem Geschäftsführer Ernst Stillm a n n, sowie fünf Hpartenführcrn. Die bündeschc Sparte wird durch George Pape (Bonim), die Sportsparte durch 1 Dr. Hans Fried«!nthal (Makkabi), die Sparte für Berufsumschichtung durch Dr. E p st e i n (Verband der jüdischen Iugendvercine), die religiöse Sparte durch Heinz Kcllermann (Bund deutsch-jüdischer Jugend) und Rudolf L e i b o w i h als Delegierten der gesetzestrcucn Jugend vertreten, i Die Arbeit des Reichsausschusscs hat nun in letzter Zeit nach außen wie .näch innen an Bedeutung gcwonneil. Rach außen dadurch, ,daß der Reichsausschuß durch die Iugendführung des Deutschen Reiches als die alleinige verantwortliche Spitzenorganisation der jüdischen Jugend bestätigt worden ist. Die Iugendführung des Deutschen Reiches hat erklärt, jn allen Angelegenheiten der jüdischen Jugend nur noch ,nft der Führung des Reichsausschusses °! . f-.' verhandeln zu wollen, und sie hat gleichzeitig ihre Landes¬ und Provinzialbcauftragtcn angewiesen, nur mit den entsprechenden Vertrauensleuten des Rcichsausschusfrs iift Lande zu verhandeln. D a in i t ift der Rcichsausschußzuroffizielle n V e rtretungderjüdischenIugendDcutschlandsgcgenübcrder Iugendführung -des Deutschen Reiche» geworden. Bei de» außerordentlichen Bedeutung, die der Iugendführung des Deutschen Deiches von Regierung und Behörden .cingeräumt wird, eröffnet sich hier ein großes und verantwortliches Tätigkeitsfcld-für die Führung des Reichsausschusscs und die Landes- und Ortsausschüsse. Die Iugendführung öes Deutschen Reiches hat ferner dem Reichsausschuß der jüdischen Iugendverbände die Berechtigung erteilt, Führerausweise auszustellcn. In den nächsten Wochen werden alle Führer von Iugendgruppen, .die dem Reichsausschuß angeschlossen sind, Lichtbildausweise erhalten, die neben den Personalangaben und der Berufszugehörigkcit eine faksimilierte Wiedergabe dös Bcrechtigungsschreibcns der Rcichsjugendführung enthalten. Damit wird jeder dieser jüdischen Iugcndführer die Möglichkeit haben, sich jederzeit Behörden und amtlichen Stellen» gegenüber als verantwortlicher Führer einer der Rcichsjugendführung gemeldeten und von ihr zugelasscncn Iugendgvuppe auszusvciscn. Die Ausgabe dieser Ausweise belastet den ausstcllendcn Reichsausschuß der jüdischen Iugcndverbände mit einer großen Verantwortung. Es ist zu hoffen, daß die Bünde bei der Auswahl ihrer Führerpcrsönlichkeitcn mit besonderer, Sorgfalt vergehen werden. In einem' Bcrpflichtungsschein, den jeder Ausweisinhaber unterzeichnen muß, ist zum Ausdruck gebracht, daß sich jeder Iugcndführer als verantwortlicher Vertreter der gesamten jüdischen Jugend in seiner Arbeit und-in seiner Haltung fühlen muß. Reben diesen Aufgaben der Vertretung nach außen sind gleichzeitig die innerhalb der jüdischen Jugend zu leistenden Aufgaben erheblich gewachsen. Die gesellschaftliche und berufliche Amwälzung der letzten Monate hat sich naturgemäß unter der jüdischen Jugend besonders stark ausgewirkt. Die sich daraus ergebenden Probleme'können nur in gemeinsamer Arbeit gelöst werden. Dies gilt besonders stark von den heute im Vordergrunddes Interesses stehenden S ch u l - und Erzieh ungsfragcn. Die jungen Menschen aller Richtungen sind sich ohne Rücksicht aus ihre sonstige Einstellung zu jüdischen Fragen über 75803142

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