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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1933-03-01 · 3 (3.1933) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
10 (1933)
Issue
3 (3.1933)
Date
1933-03-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt Nr. 3 8 . Ter Liberale Verein der Synagogen-Gemcinde veranstaltet auch in diesem Jahre wieder einen Seder-Abend für die Gcmeindemitglieder, die durch familiäre oder Materiell- Umstände nicht in der Lage find, selbst den Abend in der religiös vorgeschriebenen Form zu-besehen. Am Mittwoch. den 12. April, findet abends um 8'» Uhr im großen Saale der Lesfing.Loge ein feierliches Sedermahl statt, bei dem Herr Lehrer Davidsohn vorbeten wird.- Teilnebmerkarten für Abendbrot, Wein einsckl. aller Nebenausgaben für NM. 1,50. Auf schriftlichen Antrag kann der Preis ermäßigt werden. Schriftliche Abmeldungen bis zum 1. April an die Geschäftsstelle des Liberalen Vereins: Frau Grete Mal, Morihstraßc 24, erbeten. Winterhilfe des Liberalen Vereins der Synagogen.Gemeinde. Die schwere wirtschaftliche Krise und das Hobe Maß, in dem, ihrer soziologischen Struktur gemäß, besonders der jüdische kleinere Mittelstand darunter zu leiden hat, war zu Beginn des Winters die tiefe Sorge aller jüdisch interessierten Kieise. Von den verschiedensten Organs, sationen würde in Vorträgen und Ausspracheabenden dieses leider nur allzu aktuelle Thema und eventuelle Abbilssmaßnabmcn besprochen. Der Liberale Verein der Synagogengemeinde glaubte darum seinerseits, von theoretischen Erwägungen diesmal abseben zu können und zog cs vor. nach Möglichkeit praktisch Hilfe zu leisten. Cs sollten Mittagstische vermittelt werden, sowohl an Erwerbs-, lose wie an solche, die fich mit grvßer Anstrengung, aber sehr geringem Erfolg im Wirtschaftskampf bemllben. An Alte und Kranke, die aus dem Arbeitsprozeß ausgeschieden! find, und an Jugendliche, die durch Studium oder sonstige Ausbildung erst berufssähig werden sollen. Unser Aufruf ^,3ur Winterhilfe"; der in der November-Nummer der ' Breslauer Liberalen Zeitung erschien, fand eine über alles Erwarten wohlwollende Ausnahme. Eine schnell zusammengetretene Vcr. einigung von etwa vierzig Frauen; sorgte für Intensivierung der Werbetätigkeik, und so strömten uns von den ersten Novembertägen an überraschende Mengen von Mittagstijch-Meldungen und Spenden zu. Manche Schwierigkeiten waren zu 'überbrücken: Verschiedene Wohngegenden, verschiedene Essenszeiten. Aebcrangebot eines einzelnen Wochentages, Sonderwünsche bezüglich ritueller Kost oder bezüglich der zu Versorgenden. Cs sollten Jugendliche oder nur Männer öder nur Frauen fein. Es sollte bei Tisch; im Nebenzimmer oder ganz außerhalb des Hauses gegessen werden; Durch verständnisvolles Entgegenkommen von beiden Seiten konnte allen Wünschen entsprochen werden. So können wir heut mit Freuden von unserem Erfolg berichten. 114 Familien stellten uns 880 Mittagbrote monatlich in ihren Haushaltungen zur Verfügung. Etwa fünfzig Personen gaben uns monatliche Darspenden, und ein« große Anzahl Menschen gab uns eine einmalige Bargeld-Ablösunq. Im ganzen wurden bis heut reichlich 2600 Mark »er-' einnahmt. Für dieses bare Geld entnahmen wir täglich viele Cssensportionen von der Mittelstandsküche und schickten eine große Zahl von Menschen an drei private bezahlte Mittagstischc, die sich an Güte ihrer Leistungen überboten. Wir haben 155 Menschen während dieser vier Monate betreut und weit über 8000 Mittagessen vermittelt. Das ist zu wenig, angesichts der Zahllosen, denen man gern noch geholfen hätte. Aber cs ist viel für diejenigen, denen man diesen schweren Winter doch erheblich erleichtert hat. Groß aber ist vor allem der gesinnungsmäßige, der ideelle Gewinn. Man hat. altem jüdischem Brauch gemäß, mit freundlicher Geste wieder Hilfsbedürftige an seinen eigenen Tisch zu Gast geladen. Brücken sind geschlagen, von den Gebenden zu den Nehmenden, vielfach hat fich fürsorgliches Interesse weit über den Mittagstisch hinaus betätigt. Eine ganz große Anzahl dieser Mittagscinladungen werdensicherlich noch monatelang fortgeführt werden, nickt nur aus der wiedererprobten Freude am Geben, sondern aus menschlicher Anteilnahme an dem jetzt schon liebgewordenen Gast. So find wir erfüllt von unendlicher Dankbarkeit für alle, die sich bei unserer Winterhilfe beteiligt haben, und die nickt nur uns. sondern auch fich selbst die freudige Gewißheit bestätigt haben, daß die Solidarität und Hilfsbereitschaft unserer Glaubensgenossen nicht nur unerschüttert ist, sondern wächst und gestärkt wird in dem Maße, in dem die Notwendigkeit der Beanspruchung wächst. G. B. Geschäftsbericht des „Verein Jüdisches Jugendheim". Unser Verein hat auch in den letzten Berichtsjahren eine rege Tätigkeit entfaltet, und zwar auch in Form von Vorträacn, Veranstaltungen von Kinderfesten, die seinerzeit durch Herrn Lehrer Wesel, der fick liebenswürdigerwcise zur Verfügung gestellt batte, geleitet wurden. Späterhin haben wir jedoch wegen der Wirtsckastsnot von derartigst! Veranstaltunqen abgesehen. Cs war uns möglich, aus den Mitteln des Vereins eine große Radioanlage mit Lautsprecher und erforderlichen Kopfhörern im Jugendheim auszustcllen. Da aber der Lautsprecher die Leser im Lese- Liberaler verein -er Spnagogengemeinöe Mittwoch, den 12. April. 20 Ahr ©emelnfamet Mr-TIM im großen Saal der Lessing-Log«, Agnesstraße Abendessen mit Wein 1.50 AM. Pr» Person fcuf Antrakann der Preiermäßigt werden Teilnehmerkarten» auf de» Namen lautend, «at» schri'tlicher Anmeldung dis I April in der Seschaftsstelle: Fran Grete Bial, Moritzstr. 24 Silber- Bestecke 72 tellig ca. 3 kg, Je 12 Tischloffel - Gabeln Meater - Dessertmesser - Gabeln Kaffeelöffel f. nur Mk. 230.. Oebr. Sommt Nach». Breslau, Am Rat haut 18 Grabstätte Friedhof Lohestraße,mit Gitter und Tafel, um-, atändehalber zu verkaufen. Nachrichten von Intereaaenten erbeten unter D. 8. 24 an die Expedft.:d. Blatte». Schulbttchcf neu und antiquarisch ' Köbner'sdie Buchhandlung Ehrlich & Riesenfeld Schmiedebricke 29 a, SäLÄimi Paula Ollendorff-Haushallungssdiule Kirschallee 36a Ausstellung von Arbeiten abgehender SdiQlerinnen Zu besichtigen: Sonnabend, den 25. März-von 11—2 Uhr u. 4—6 Uhr Sonntag, den 26. März von 12—6 Uhr durchgehend Ihren Umzug nur durch BERTHOLD LINKE Ol© Breslau 6, Berltnerplatz 21 Erste Breslauer Haushalfwäsdierei empfiehlt das Watehen unter Mithilfe det Kunden. 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