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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1932-12-01 · 12 (12.1932) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
9 (1932)
Issue
12 (12.1932)
Date
1932-12-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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146 3tr. 12 Bcealaaer 3lli|4d •(■(tttellall Theater-Aufführutig des Makkabi tzazair Brith haolim. Dank gebührt dem Makkabi Häzair Brith Haolim, welcher am Sonntag, den 13. November er., „Die einzige Lösung", Zeitstück von Willy Lewin im Prolcton-Kino zur Aufführung brachte, deren erster Teil auf die bekannten bedauerlichen Zeitcrscheinungcn hinwies. Achnlich wie Theodor Hcrzl in seinem Schauspiel „Das neue Ghetto" zeigt der Verfasser, daß wir Juden trotz aller Gleichberechtigung noch immer als Bürger 2. Grades behandelt und ins Ghetto zurückgedrängt loerden. Während aber unsere Väter mit Stolz und Würde allen Bedrückungen standhicltcn und für ihr Judentum jedes Opfer zu bringen bereit waren, suchen die „modernen" Juden mit Kriecherei und Assimilantentum um die Gunst ihrer Peiniger zu betteln. Daher sollte man nicht lachen (wie leider einige Anwesende), sondern die Schamröte müßte jedem bewußten Juden ins Gesicht steigen bei der Darstellung: Rosenzweig bittet Herrn Direktor Kahn um Anstellung. Der Konzcrngewaltige weist die Bewerbung des Juden zurück, da er durch dessen jüdisches Aussehen die Kundschaft verlierest und, wie er gut deutsch sagt, cs nur „Risches" machen würde., Selbstverständlich 'nimmt er aber den christlichen, dazu noch adeligen Bewerber nstt offenen Armen insein.Geschäft auf, )umal dieser statt der nötigen kaufmännischen Ausbildung das Offizierspatent besitzt. Diese S^ne ist keineswegs übertriebenes Theater, sondern leider grausame Wirklichkeit. Die einzige Lösung dieses Problems?! Der Zionismus findet sic durch „Gründung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte ist Palästina". Zwar versucht auch die Sowjct-Ilnion für ihre Juden eine Kolonisation in der Krim. Aber dieses Unternehmen müsse scheitern, so meint der Verfasser, iveil man Menschen nicbt zwangsweise ansiedeln könne und außerdem hier die seelische Verbundenheit mit dem Lande, wie dies in Palästina der Fall sei, fehle. Da Leiter und Ginzcldarsteller der Aufführung nicht genannt sein wollen, kann ich nur fcststcllcn, dah alle Mitwirkendcn, von den Jüngsten, den Pimpfen angefangen, bis zu den Aeltcrcn. den Chawerin, ihr Bestes zum Gelingen beitrugen. Der Beifall war schst stark! [ I Das Beale-Gutlmann-Heim. Kirschallee 36 a, wurde als ein dringendes Erfordernis ist der Zeit schweren wirtschaftlichen Niederganges, unter dem auch besonders der jüdische Mittelstand zusammenbrach, vor drei Jahren eröffnet.! Dieses Heim gibt 42 Frauen des jüdischen Mittelstandes, die allein stehen und durch ihr Alter nicht in der Lage sind, erwerbstätig sein,;u können, nicht nur eine behagliche aber einfach solide llnterkunstsstätte, sondern auch durch das Gemein- Ichastsleben mit Gleichaltrigen die Möglichkeit geistigen Austausches. Daß die Unterhaltung felbst eines solchen durchaus einfach gehaltenen Heimes wegen der auf ihm lastenden nicht unbeträchtlichen Verpflichtungen bei dem allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang Schwierigkeiten macht, st't verständlich.' Sind doch ein Teil der Dansen Kleinrentnerinnen mit jetzt stark gekürzter Rente, ein anderer Teil has seine kleinen'Einkünfte durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und i durch diegesetzlichen Zinssenkungen ganz oder teilweise eingebüßt. sDieses Heim bedeutet also eine soziale Notwendigkeit, nicht nur für die j Gegeni»art, sondern auch bei dem in der Auflösung begriffenen Mittelstand für die schwere Zukunst. Darum ist es Pflicht aller Mischen Kreist, die einen offenen Sinn und ein offenes Her; für die Nöte der Zeit besitzen, mit offener Hand dieses Heim zu fördern und zu erhalten. i DAS NAHRZBCHEN DER QUÄLT M nr.r* i-.a;-. Tie Ortsgruppe Breslau des Zentralverbandcs jüb. Handwerker Deutschlands lt am 11. Oktober 1932 ihre Monatsvcrfammlunq in der Kondito ebner ab. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag über „D Gründung der Volksbank Silcsia". An Stelle des v biüderten Herrn Mar Gins hatte sich liebenswürdigerweise H Fstftizrat P e i s e r, Vorsibcnder der hiesigen Rcpräscntantenvcrsam lusta, zur Verfügung gestellt. Herr Iustizrat Pciscr gab einen Ueb blist über die heutige Lage. Cr zeigte, wie allmählich die Crkeüutists durchdringe, daß die Juden einen Wirtschastskörper für sich bilden und wix sic. durch die Rot gezwungen werden, zusammcnzubalten. Aus dem Wege einer Selbsthilfe liege die Einführung von Gcnostenschgsts batike». Berlin und andere deutsche Städte sind damit vorangcaanaeü unh Breslau folgte vor ca. l'/- Fahren mit der Gründung der „Volks baak Silesia". Leider mußten die Arbeiten infolge der Bankkrife im lebten Fahre unterbrochen werde», doch besteht begründete Aussicht, daß das Institut in de» nächste» Monaten wird crössnet werden könne».. Bist ein.-r Seelenzahl von ca. 25 OOfl in der hiesigen Gemeinde und hei dzr Fülle von Verwaltungen, die ihre Gelder dort werden arbeiten laste, können, wäre anzunebmen, daß die Prosperität der Bank gesichert im Besonderen Wert legt die vorbereitende Kommission aus die Mitarbei der jüd. -Handwerker Breslaus, was äußerlich dadurch zum Ausdrstck kg» me. daß ein Vorstandsmitglied der Breslauer Handwerksmeisteror^inisation in den Propaganda-Ausschuß berufen worden sei. Tse Aussprache ergab, daß die jüd. Handwerker die Gründung ciußerordenH lich begrüßen. Sie erwarten aber, daß ihren besonderen Bedürsnista» ist weitgehendstem Maße Rechnung getraae» werde. Herr Fustizrat Pe ier glaubte, in dieser Richtung jedes Entgegenkommen in Aussicht stellen zu können und schloß mit dem Wunsche und der Hoisnung, daif die Gründung der „Volksbank Silesia" eine neue Aera im Wirtschaits leben der Breslauer jüd. Bevölkerung cinleiten werde.! Rach dem Vortrage folgten Referat und Aussprache über die Bedeutung des Arbcitsbeschassungsprogramms der Regierung für die .Handwerker, fticr wurde das Wesentliche über dieses Thema mitgcteilt und alles Wistenswertc erläutert. Tann gab Herr Bnnmeister^D c r l eine» Bericht über die im vorigen Monat stall ■ gesri »dene T a g u n g des Fentralvcrbandcs jüd. Hand! werter T e u t s ch l a n d s in Berlin, insbesondere auch über die bes dieser Gelegenheit crössnete „H a n d w c r k c r - W e r b e s ch a u 'milche einen vollen Erfolg in moralischer und wirtichastlichcr Bci-j Ziehjung gezeitigt habe. Cr machte davon Mitteilung, daß die Breslauer Ortsgruppe ebenfalls die Absicht habe, noch in diesem' Winter eine1 Werbe schau für d i c jüd. Handwerker^ Breslaus zl. 4 MARKENUSOUAGER iimonulOHmlkupkam /£ bopagancL l5JKtrsmnfet-20^ bring s Helm. von.?/•/ngsftei m (FraMischc 9es<ficiifte sind optische Artikel von Diplom - Optiker Ernst Weber Schwcidniizcr Sir. 41, an der Hu mmerei ines Glos Bier izu Haufe Echte- und Lagerbiere BIER'^RTRiEBSSE^.HB-Kaur>rm. 6RUNSrR.37-ffceNR.5H49 inilrünei i. Sipktns frei Hiaua oder Bahn Telefon 415 fpzantfuztzz $of Vaö 7iemez$ eröffnet de« Telefen 41S WlnierbeLrieb am 15. Deieaiber Haus mit allermodernstem Komfort, Zentralheizung, fließendes Kalt- und Wannwassel, ibehagliche Zimmer. Anerkannt gute, rituelle Wiener Küche. Ti,e‘ 4s- Zeitgemäße P Um gütigen Zuspruch bjt(et Das willkommene Geschenk für die Dame! 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