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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1932-02-01 · 2 (2.1932) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
9 (1932)
Issue
2 (2.1932)
Date
1932-02-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Breslauer AMTLICHES BLATT DERSYNAGOGE N GlE MEINDE ZUlBRESLAU Schriftleltung: Verwaltungsdirektor Dr. Rechnitz, Breslau, Wgllstr. y - Verlag: Büro der Sgnagogengemeinbe, Breslau, Wallstr. y - Telefon 21611/12 Druck und Anzeigen-Annahme: Druckerei Th. Schatzkg Tlktien-Gesellschaft, Breslau 5, Neue Graupenstraße 7 - Telefon 24468 u. 2446g Anzeigenpreis: Die 6 gespaltene RUMmeter-Zeile oder deren Raum 16 Pfennige — Bei laufenden Aufträgen Rabatt _ . .II» ••'«MIM .HIHIHI.MIM .HHMIIIIIIIIIIMMIMIMlIIIIIMlllllllIIIMIIMMIMMIIN111< 11111<111«,11• I>11111IlgMIMIMIMHIIIIIMIIIIM FUr die unter dem Namen des Verfassers erscheinenden Attitel und die Vereinsnachrichten übernehmen wir nur die pressegesetzliche Verantwortung 9. Jahrgang Februar 1932 Nummer 2 Die Sorge« -er Gemeinde Das find natürlich Finanzsorgen! Es haben wohl manche ihre Sonder-Sorgen, die ihnen wichtiger dünken,, die Entscheidung hierüber hängt aber meist wjeder von der Geldfrage ab. Also dreht sich im Grunde alles um die Aufbringung der Mittel, um den Ausgleich des Haushalts. Bekanntlich mußte! bereits in den Haushaltsplan 193132?in durch Anleihe zu deckender Fehlbetrag von 154 678,27 Mark eingesetzt werden. Die Anleihe war nach dem Bankenkrach nicht mehr zu beschaffen. Ferner bleibt die mit 765 000 Mark angesetzte Einnahme an Steuern infolge der' Wirtschaftskrise voraussichtlich um 60 000 Mark hinter diesem Ansatz zurück. Wie hat die Gemeinde diesen Fehlbetrag von über 210 000 Mk. ertragen? Wer weiß das? Noch nicht einmal die berufenen Führer, geschweige denn die breite Masse der Gemeindemitglieder macht sich hierüber Kopfschmerzen, sonst könnte man die Lässigkeit im SteUerzahsen einerseits und-gewisse Ansprüche an die Gemeinde andererseits nicht verstehen. Dabei gab es bei dem aufs äußerste zusammengestrichenen Haushaltsplan 1931/32 kaum eine überflüssige Ausgabe! Nun: es sind durch die Notverordnungen für 1931 32 rund 60000 Mark Gehälter eingespart worden. Die Ersparnis wäre noch größer, wenn nicht die Gemeindekörperschaften die untersten Gehaltsstufen und teilweise auch die mittleren, mit den vollen Abzügen verschont hätte. Diese Stufen machen aber den hauptsächlichsten Gehaltsbedarf aus. Die Kürzungen traten zum erheblichen Teile erst vom 1. Juli 1931 und vom 1. Januar 1982 ein, wirkten sich also für das Haushaltsjahr 1931 32 noch nicht voll aus. Daneben wurde ein scharfer Personalabbau oorgenommen, meist bei deif an sich zu gering besetzten Allgemeinen Verwaltung und bei den Friedhöfen. Bei anderen Verwaltungen war leider bisher der Widerstand der Fachleute nicht zu |i überroinben, selbst nicht durch den Sparausschuß, der seit August ununterbrochen tagt und jede Möglichkeit eingehend prüft. Jetzt rechne ich auf die Hilfe des Etatsausschusses und des Vorstandes. Es gibt nämfich nur zwei Möglichkeiten, entweder man hält einen stark eingeschränkten Aufgabenkreis durch, oder die Gemeinde behält den bisherigen Umfang bei, solange es geht (also etwa noch 5—6 Monate) und geht dann ruhmvoll zugrunde. * Schließlich wurden gewaltsame Einsparungen vorgenommen. Alle Bauporhaben, selbst kleinster Art, wurden gestoppt. Der Betrieb wurde vereinfacht, Schreibmaterial und Porto erspart, alle Preissenkungen aufs äußerste, wahrgenommen, immer nqch dem Grundsatz „Brinkel machen Brocken": dabei haben die Beamten aller Verwaltungen erfolgreich mitgewirkt. j Das Ergebnis, ist erfreulich: der rechnerisch zu erwartende Fehlbetrag für 1931/32: von 214 678,27 Mark wird tatsächlich nur etwa 75 000 Mark betragen. Dieses Geld ist an Stelle ✓i i einer Anleihe von den Stiftungen entliehen worden^-für die ich Sicherstellung durch eine erststellige Grundschuld auf einem Gemeindehause vorgeschlagen habe. Es ist ja im Grunde gleichgültig, ob Geld gegen -hypothekarische Sicherheit von einem fremden Geldgeber oder von den Stiftungen der Gemeinde ausgenommen wird. Das Krisenjahr 1931 32 wird also" glücklich überwunden werden. - . Wie aber soll der H a u s h'a l t s p l a n 1932 33 aufgestellt werden? Darüber ein anderes Mal! Dr. Rechnih. Gemeinüevertreter-Sitzung am 28. Januar 1932. Bericht von Dr. R e ch n i tz. In dieser ersten Sitzung des neben Jahres wurde zunächst das Präsidium der Gemeindevertretung gewählt, und zTar wurden sämtliche Herren wiedergewählt, nämlich: Peiser (lib.), Borsitzender, I a c o b s o h n (B. P>), erster Stellvertreter, Schlesinger (kons.), zweiter Stellvertreter, Silberm a n n (W. P.), Schriftführer. Wolfs (M. P.), stellvertrelcn- _ der Schriftführer. Ferner wurden auf Bericht von Korn (lib.) die Grabpflegelegate. Eliassan und Orgler, sowie auf Bericht von Silberrckann das Vermächtnis des v'erftorb. Bankdirektors Moritz Böhm für Grabpflege und wohltätige Zwecke, und das Grabpflegelegat Levinthal angenommen. Aus dem Derwaltungsbericht trug der.Vorsitzende die verschiedenen Mietssenkungen und Kündigungen des Borftandes auf Grund der 4. Notverordnung vor, gab ferner bekannt die Statistik über den ständig steigenden Besuch der Gemeindebibliothek und die Besetzung der Hausmeisterstelle Anger durch den früheren Postaushelfer Adolf Fabisch. — Im Anschluß an | den Bericht des Borftandes über das Fortschreiten der Veranlagung des Zuschlages zur Vermögenssteuer machte,der Verwaltungsdirektor noch ergänzende Mitteilungen. ^Schließlich wurde bekanntgegeben, daß die verstorbene Frack" Regina Schlesinger der Synagogengemeinde zwei silberne Leuchter vermacht hat. Eine Anfrage von G l u s k i n o s (Agudah) über die Austritte aus dem Judentum und Möglichkeiten ihrer Verhinderung wurde, in die geheime Sitzung verwiesen. In der Geheimen Sißung wurden die Herren GrünberA.in den Finanzausschuß und David Rotenberg in den Ritualausschuß gewählt, sowie Religionslehrer Wesel als Beamter angestellt. Der Antrag des Vorstandes,^ die Gehaltskürzungen nach der Reichsnotverordnung vom 8. 12. 1931 für alle Beamten und Angestellten der 'Gemeinde mit Ausnahme der Gehälter bis zu 150 Mark anzuwenden, wurde mit der Maßgabe angenommen, daß bezüglich der Gehälter von 150 bis. 300 Mark noch der Gehaltsausschuß gehört werde, lieber die Austrittsbewegung und ihre Verhinderung machte der Vorsitzende des Vorstandes vertrauliche Mitteilungen. i

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