Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 8 (1931)
- Issue
- 2 (2.1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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.28 Breslauer Jüdische» Gemeludeblall Nr. 2 Ientral-Vereln deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Ortsgruppe Breslau. Geschäftsstelle Iunkernstraße 21. » Telephau: 536 32. Postscheckkonto Ludwig Salonivn Vereinskonto 40 090. t' Unseren Mitgliedern steht ein großes Ereignis bevor: I - Sonntag, den 22. Februar 193st, 20 Uhr, X. spreche» in der Lessinglog« der I. Vorsitzende des Zentral-Dereins, Herr Justizrat Dr. B r o d n i tz. Berlin, und der Direktor des Zentral-Dereins, Herr Dr. Hollaender, Berlin Angeführte Gäste haben Zutritt. Pvrhergeht vormittags 10 Uhr ein« intetn« Landesocrbandstagung :m Gemeindehaus, Wallstraße, an der die beiden Redner gleichfalls teilnehmen werden. , > i ' Der Allgemeine Rabbineroerbanin Deutschland faßte ajus seiner Tagung am 8. Januar 1931 itt Leipzig auf Grund eines . ausführlichen Referats des Mitgliedes des Zentralkomites des Weltverbandes Schomre Schabbos, Gemeinderabhiner Dr. Rosenth a l- 1 Köln, über das Problem der Kalenüerreform folgende Resolution: „Oer Allgemeine Deutsche Rabbinerverband erklärt zur Frage der Kalenüerreform: Wir begreisen das Interesse weitester Kreise an einer i Kalenderreform. Wir sehen uns aber genötigt, mit allem Nachdruck Einspruch zu erheben gegen! solche Reformvorschläge, die durch Einsetzung ' eines Blankoiages Geltung und Heiligkeit des Sabvats aufs schwerste .'gefährden. Wir weisen daraus hin, daß es Vorschläge gibt, die dies« Äesahv vermeiden und zwar durch Einführung einer Schalt woche. Es wäre wünschenswert, dieser Schaltwoche den Charakter einer Welt- -' sriedestswoche zu geben." <S a t o.) ' Die k. C.-Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens haben auf ihrem diesjährigen K. L^-Tage fblgend« Resolution gefaßt: Die anläßlich des 27. ordentlichen K. C.-Tages am 10. und 11. Januar 1931 'in Frankfurt am Main versammelten Mitglieder des Kartell- Eonvents der Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens (K. C.) haben mit Empörung davon Kenntnis genommen, daß in mehreren Studentenparlamenten Beschlüsse gefaßt wurden, bei den . Staatsbehörden auf Eimührung des numerus clausus für alle jüdischen Studierenden hinzuwirken. Alle gesitteten Kreise "des deutschen Volkes müssen sich gegen ein derartiges Vordringen der Unkultur und des Ungeistes energisch zur Wehr setzen, in dem Bewußtsein, daß es' deutschen . Wesens unwürdig ist, in Deutschland geborene, i» deutscher Kultur erzogene und im deutschen Wesen wurzelnde- Strldenten von deutschen Schulen aUtzzuschließen. Die Uebertragung von Dalkansitten auf deutsche Hochschulen wäre ein« national« Schmach, der die Staats- und Hochschulbehörden entschieden Widerstand leisten müssen. Vielfach haben bei studentischen Kundgebungen die Chargierten akademischer Verbindungen von den jüdischen Korporationen einen auffälligen Abstand gehalten, um ihnen ihre Mißachtung zu zeigen. Hier handelt es sich um eine Aechtung von jungen Männern, die lediglich ihrer Abstännnung und ihres Bekennt- . nijses wegen mit tiefster Mißachtung behandelt werden. Wir fordern entschiedene Abkehr von diesen» Verfallserscheinungen akademischen An- , standcs, weil wir uns bewußt sind, daß dem deutschen Studenten jüdischen Glaubens auf deutschen Universitäten das gleiche Heimatrecht - zusteht, wie allen anderen Kommilitonen. Den Kampf um unter ur-; eigenes Recht als deutsche Studenten werden wir bis zum letzten Atemzuge führen und hegen die gewisse Erwartung, darin von allen delrtschen Volksgenossen unterstützt zu werden. > Die „Thewrav Gmiluß Chessed Umischan Aweilim" e. v., Krankenunterstützungs- und Minjanoerein, Breslau, hielt unter starker 'Beteiligung von Mitgliedern am 18. Januar 1931 ihre zwölfte General- --Versammlung ab. Der Vorsitzende Herr Lichtenberg stellte zu Beginn der Sitzung fest, daß die Generalversammlung ordnungsgemäß «inberufen sei und betonte, welch wichtiger Schritt vor zwölf Jahren von den beiden Männern, die heute' noch dem Vorstande angehören, seinerzeit getan wurde, um Not und Elend, Krankheit und Bedrängnis unter den verschämten Armen und Kranken jüdischer Religion zu mildern. Der Erfolg des Vereins war bahnbrechend für die Wohlfahrtspflege. Nicht um den Dank einzuheimsen üt dies erwähnt worden, sondern um -noch einmal den edelmütigen ■ Spendern zu danken, di« es immer wieder ermöglichen, dieses schöne Werk der Nächstenliebe auf so beachtlicher und stattlicher Höh« zu erhalten. Wie groß die Hilfe ist, belagert, die Zahlen, die der Kassierer HerrKarILudnowski den Mitgliedern durch seinen Bericht verkündete. Emigr hundert Gesuche sind eingegangen und fanden nach sorgfältigster Prüfung , in enger Zusammenarbeit mit dem jüdischen Wohlfahrtsamt ihre weitgehendste Erledigung. Zirka 600 Lebtznsmittelpakete wurden verausgabt, und an Kurbechilfen und Medikamenten wvrden zirka 2500 Mark bewilligt. An Barunterstützungen hat der Verein 4000 Mark ausgegeben. An Büchseneinnahmen hatte der Verein aus den Trauerhäusern weit über 1000 Mark Einnahmen. In 121 Fällen hat der Verein ehrenamtlich das Minjan und feine Utensilien gestellt. . Im Laufe des Jahres hat der Verein di« große Freud« gehabt, eine Sefer-Thora «inzuweihen, die dazu beitragen möge, in den Trauerhäusern G'ttes Dort zu künden. Der gesamte Kassenumsatz im vergangenen Jahr betrug ungefähr 21000 Mark. Das Prinzip der Chewroh ist nach wie vor: .Keiner unserer hilfsbedürftigen, würdigen Glaubensgenossen dgrf hungern oder frieren, jeder, der unsere Hilfe braucht, komme, er soll nicht zweifeln an unser Tat." Der Verein wird im kommenden Jahr auf neuen Wegen eine Propaganda eröffnen, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Leider hat der Verein im alten Geschäftsjahr auch eine Anzahl von Verlusten an Mitgliedern gehabt. Insbesondere traf den Vorstand der schmerzliche Verlust des allseitig hochverehrten Altersvorsitzen- , den und Ehrenmitgliedes Herrn Moritz Bayer, s. A. Um alle Mitglieder, die durch den Tod aus, dem Verein ausgeschieden, trauert der Verein, aber Moritz Bayer, dieser rastlose, dieser nie in seinen Wcchltaten erlahmend«, grundgütige Mann, wird nicht nur betrauert, er wird von der heutigen Generation nie vergessen werden. Ehre seinem Andenken! Unauslöschlichen Dank gebührt den Herren Adler, Sichel und Seid mann, die für das Wohl der Kranken in den Krankenhäusern sorgen, und Herrn Gustav Unikower, der in keinem Trauerhaus« beim Minjam sehjt. Nachdem noch von verschiedenen Mitglicdern Anregungen gegeben wurden, die beim Vorstand Beachtung finden werden, schritt man zur Vorstandswahl, die nachstehendes Ergebnis brachte. 1. Vorsitzender Herr Isidor Lichtenberg, zu Mitgliedern des Vorstandes Herr Karl Ludnowski, Jsmar Schüftan, Paul I. Seidinanjn. Heinrich Sichel, Louis Neumann, Max Ehrlich, Gustav Unikower und Martin Lichtenftein. Der Altersvorsitzende Herr Elias Freund dankte dem Dorfitzenden und Vorstande für seine Arbeit und drückte den Wunsch aus, daß der Verein auch im neuen Jahre zum Segen der Kranken uxd. verschämten Armen wirken möge. Wenn der Verein im neuen Iahte mit seiner Propaganda an seine Freunde und Mitglieder herantritt, jo spricht er die Hoffnung aus, daß keiner ungehört und ungeleicn seine Schriftstücke beiseite legt, denn unbestritten ist cs, daß die Taten, die - Gmillus Cheff-ed üben> unvergleichlichen Segen bringen Rabbiner Robel-Sliftung. Zum neunten Mal jährt sich am 24. Tewsth der Todestag vöii, Rabbiner Dr. Nobel. Dieser Tag ruft die Erinnerung wach an d n großen Lehrer und Führer, der weit« Kreise für die hohen Werte d!S Judentums begeistert, ber in der Jugend jüdisches Leben geweckt, erneuert und gefestigt hat. Damit kommt auch die Erinnerung an ein Werk, das aus Lieb? zu ihm und ihm zu Ehren geschaffen worden ist. Es ist die N o b esst i f t u n g, deren Ausgabe es fein foü, jüdischen Lehrerinnen, hie aus dem Boden der Tradition stehen und sich für den Religiony - unterricht ausbilden wollen, Stipendien zu gewähren. Durch eine solche Hilfe soll der allgemein erkannten Not in der religiösen Jugendausbildung gesteuert, dem Mangel an guten Lehrkräften nach Möglichkeit abgeholfen werden.! Schon zum ersten Jahrzeitstage fanden sich eine große Anzahl vön Freunden und Verehrern, die eine ansehnliche Summe zu Ehren des Dahingegangenen stifteten, di« leider sehr bald durch die Ungunst dbr Zeit entwertet worden ist. ZUm 7. Jahrzeitstage stifteten Frankfurter Frauen einen schönen Becher, der an Rosch-Haschono abends in der Synagoge am Börneplatz, der Wirkungsstätte Nobels, verwandt wird. Bei dem 9. Jahrzeitstag wird es sicher manche geben, die ihrer unverminderten Verehrung für Rabbiner Nobel und der Treue ,su feinem Lebenswerk Ausdruck geben möchten durch Förderung de: Nobel-Stiftung, Postscheckkonto 46 778 Frankfurt a. M. (Frau Irene Darmstädter). Der Zentralverband jüd. Handwerker Deutschlands, Ortsgruppe Breslast, hielt am 29. Januar 1931 die Generalversammlung ab. Dje Versammlung nahm die Berichte des Schriftführers, des Kassierers uitd - der Lehrlings- und Gehilfengruppe entgegen und erteilte dem Vorstand Entlastung. Die Neuwahlen ergaben di« Wiederwahl des 1. Vorsitzenden. Baumeister Perl, und des 2. Vorsitzenden, Ingenieur Unikower. Weiter wurden in den Vorstand berufen die Herren Schneid-rmeisttr D rarer, Malerwerkmeister Gedalje, Elektromeiller Getiers, Schneidermeister Grünberg. Arch. B. D. A. Hadda, Malermeister Herold, Klempnermeister Katz, Uhrmacher und Juwelier Kemp«, Elektromsister Prinz und Glasermeister Spanier. Nach Verlefqii eingegangener Briefe u>Ä> Besprechung verschiedener Anträge und Votoänge schloß der Vorsitzende di« Versammlung, indem er den Mitgliedern für ihr zahlreiches Erscheinen dankte. i Die Bereinigung der „Achtzehn Männer"! begeht ihre diesjährige Jahresfeier des 7. Adar am Dienstag, don 24. Februar, in der Alten Synagoge um 5 Uhr nachmittags und labet hierzu die verehrlichen Gemeindemitglicder ein. D i e gliche Jüdische Volksschule. Unters nch u n g der Lernan sänge«. arzt . . di« Ostern d. I. in unsere Ansängcrklassen am Rehdigerplatz bzw. ich Minoritenhof eintreten sollen, findet für alle Kinder im Schulhau Rehdigerplatz 3 statt und zwar am: 25. Februar um 9 Uhr für die Namen mit den Anfangsbuchstaben A—H, 10 11. März - 9 - 10 18. März . 9 . 10 Um pünktliche gebeten. F—H, I—M, «r. ■ - - - dem - 3 unö - - - - - den - T—% Beachtung der angegebenen Zeilen wird höflichjt Der Schulleiter: Feilchenfeld.