Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 8 (1931)
- Issue
- 2 (2.1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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in ihrer Jugend zu durchleben hatljen. ^11 zu früh lernt Ihr die Feindschaft derjenigen kennen, denen Ihr ebensowenig yene wir etwas getan habt: schon auf der Schulbank und mehr noch bei Eurem Eintritt ins Wirtschaftsleben bekommt Ihr -vielfach Abneigung und Haß zu spüren, und wenn Ihr Arbeit sucht, schließt sich manche Tür vor Euch, sobald man Euch als Juden erkannt hat. ■ Die Gemeinde will versuchen, Euch den geistigen und seelischen Rückhalt zu geben, dessen Ihr in solcher Lage: bedürft. Ihre äußeren Mittel sind nicht groß, sind durch die allgemeine und wachsende Verarmung heute sehr viel geringer als in früheren Zeiten. Aber alles, was an gutem Willen in unseren Reihen vorhanden ist, wollen wir aufrufen, alles, was an wirtschaftlichem Einfluß unserer Gemeinde^ angehörigen nochgeblieben ist, wollen wir einzusetzen suchen, damit Ihr nicht in Massen dem Elend der Erwerbslosigkeit mit ihren traurigen begleit- und" Folgeerscheinungen verfallet. Der vor einigen Monaten eingesetzte Jugendpflegeausschuß der Gemeinde, in dessen Reihen die organisierte und nichtorganisierte lugend ihre berufenen Vertreter hat, will im Zusammenwirken mit dem hier bestehenden jüdischen Arbeitsnachweise, dessen Dienste Euch stets zur Verfügung stehen,, unablässig bemüht sein, der Erwerbslosigkeit unter den Jugendlichen entgegenzuwirken oder sie doch zu mildern, soweit dies bei der Größe der allgemeinen Not irgend möglich ist. i W ir fordern Euer Vertrauen und bitten um Eure Mitarbeit. |ede Anregung ■; für die Gestaltung der Jugendarbeit in der Gemeinde ist uns willkommen und soll gewissenhaft geprüft werefen. Richtet sie zu Händen d^s Jugendpflegeausschusses ins Gemeindehaus Wa lstraße 9. 'Kpnimt ins Jugendheim! Es istr geöffnet von 3 Uhr nachmittags bis abendsj 10 Uhr. Meldet Euch, wenn Ihr erwerbslos seid oder werdet, beim Jüdischen Arbeitsnachweis, der seine Diensträume im Erdgeschoß des Jugendheims hat; seine Arbeitsstundenf'sind vormittags 10—12 Uhr, nachmittags 3—3 Uhr. Wenn Ihr selbst Arbeit habt und eine Arbeitsgelegenheit erfahret, so meldet sie dem Arbeitsnachweis, damit er in der Lage ist, einen erwerbslosen |ugendliehen dort unterzubrir gen. j Wir müssen all« zusammenstehen, um die außerordentlichen Schwierig= 'keiten dieser Zeit zu ü verw inden. ji IH. SCHATZICr AG. BKESLAU S I! Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde.; 1; f