Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 7 (1930)
- Issue
- 11 (11.1930)
- Date
- 1930-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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182 Breslauer Jüdische» © e in e I n & c b l a 11 Nr. 11 Da» 3üb. Komitee betr. katenderreform in Zürich »orden zur Unterschriftensammlung für eine Massenpetition -er Geianttiuüenheit gegen die geplante Kalenderreform mit Blankotag aus. Ein tragungslisten liegen bei der Ortsgruppe Breslau des Schomre-Schabbos- Weltverbandes (Dr. Wilhelm Freyhan, Eichbornstraße 4 6) aus. Die ..0«T"Gefellschast. Ab«. Deutschland, oeransraltele am 25. August dieses Jahres im Gelben Saal« des Hotel Katferhof eieren Vortragsabend, an dem mehrere prominente Führer der >ORT"-Bewegung aus dem Auslande teilnahinen. Den Vorsitz führte Herr Bankier Wilhelm G r a e tz. Der erste Bortragsredner, der Vorsitzende des polnischen „ORT", Herr Dr. Silberfarb (Warschau», sprach über die furchtbare Notlage der polnischen Iudenheit, insbesondere jener zahlreichen Klasse jüdischer Vermittler und Händler, denen durch die neuere ökonomische und politische Entwicklung Polens der wirtschaftliche Boden unter Len Füßen entzogen wird. Zur Charakteristik der - wirtschaftlichen Struktur Ler jüdischen Bevölkerung Polens führt der i Vortragende an, Laß die Juden nur 10,5 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, im Handel dagegen mit 62,6 Prozent vertreten sind. Dieser j Prozentsatz variiert in verschiedenen Teilen des Landes, er ist niedriger > in Len Gebieten, He früher zu Deutschland gehört haben und ist bedeutend größer in den ehemaligen russischen und österreichischen Gebieten! und erreicht 74 Progent in Äalizien und 88 Prozent in den östlichen Grenzgebieten Polens. Nicht allein die mit Unterstützung Ler Regierung / Ins Leben gerufenen Handekstrufts, sondern auch die zahlreichen, jäh i Imporschießenden städtischen und ländlichen Konsumgenossenschaften! machen in erschreckendem Umfange und einem geradezu katastrophalen Tempo die Positionen Zehntausender von jüdischen Kaufleuten und Händlern unhaltbar. Berufliche Umschichtung, der Uebergang zum Handwerk und zur Landwirtschaft bildenMür diese wirtschaftlich haltlos genrordenen Masten den einzigen Rettungsweg. Zur Tätigkeit des „ORT" in Polen übergehend, sagte der Redner u. a., daß der ,^)RI" im Jahre 1920 für berufstechnische Ausbildung allein 100 000 Dollar verausgabt i hat. Es ist bezeichnend für die durch den „ORT" geweckt« Selbsttätig- Kit der jüdischen Bevölkerung Polens, daß von dieser Summe 60000 ollar im Lande selbst ausgebracht wurden. Ein weiteres Verdienst des ..ORT" ist es, daß dank seiner Unterstützung, die während des Krieges i ind der Okkupation völlig ruinierten jüdischen landwirtschaftlichen i Kolonien und Betriebe wieder allsgerichtet wurden. Der polnische „ORT"! aildet eine bedeutende Ausdruckssorm der jüdischen Aktivität in Polen. In ihrem schweren Ringen um neue, feste Positionen sind aber die 1 Juden Polens bei aller Selbstbetätigung auch auf die Sympathien und ' Sie Hilfe der. gesamten Iudenheit angewiesen. Es gebühre weiten Kreisen der deutschen Iudenheit Dank für das Verständnis, das sie für Sie Bedeutung der „ORT"-Arbeit zeigen. Herr Dr. Eisberg (New Park) schilderte darauf iri tief. Empfundenen Worten seine Eindrücke, die er auf einer jüngst vorgenommenen Reise durch Rußland von der dortigen „ORT"-Arl>eit unter den zahllosen „Deklassierten" empfangen hat. Er sah zahlreiche genossenschaftliche Werkstätten, die mit Hilfe des „ORT" ins Leben gerufen wurden, er sah jüdische Landarbeiter, in den vom „ORT" gegründeten Kolonien. Es waren dies die Glücklichen unter den vielen Notleidenden Diese „Glücklichen" hausen auf dem Lande oft in Erdhöhlen, in den Städten sind sie zu vier und fünf Familien in einer engen Wohnung zusammengepfercht. Aber sie waren alle dem „ORT" freudig dankbar, daß er sie vor dem Untergang gerettet hat. Man hüte sich, meinte der Redner, an die Not jener Juden westeuropäische Mahstäbe anzulege». Gegen jenes Elend verblasse die schwerste Wirtschaftskrise in Westeuropa. Darum, so schloß Dr. Eisberg, sei es Pflicht des glücklicheren Teiles der Iudenheit, ihren Glaubensbküdern in Rußland zu Hilfe zu. eilen. Der Vorsitzende, Herr Graetz, betonte in seiner Schluhansprache gleichfalls, es sei Pflicht aller Anwesenden, die soeben den erschütternden Ruf der Not ihrer östlichen Glaubensgenossen vernommen haben, die Idee der >ORT"-Aufbauarbeit in ihre weitesten Bekannten, und Freundeskreise zu tragen und der „ORT"-Bewegung neue Förderer zuzuführen. Hilfsverein der deutschen Juden, Berlin Vf 35. Am 18. September fand unter Vorsitz von Herrn Dr. James Simon eine Sitzurrg des Geschäftsführenden Ausschusses statt, in der die Ereignisse in Rumänien im Sommer dieses Jahres, die Schritte, die vom Hilfsoerein, der Alliance Jsravlite Universelle und dem Joint Foreign Committee unternommen wurden, und die weitere Arbeit im Interesse der rumänischen Juden besprochen wurden. Der Geschästsführend« Ausschuß beschloß, das rumänische Kulturwerk fortgusetzen und bewilligte einen größeren Betrag für das Schuljahr 1930/31, der einer Reihe von Anstalten, hauptsächlich für sachgewerbliche Ausbildung, zukommen soll. Von besonderer Wichtigkeit erscheint die Mitwirkung des Hilfsvereins bei der Einrichtung einer zentralen Berussberatungsstelle in Bukarest, die -für die. berufliche Umschichtung der rumänischen Juden angesichts der trostlosen wirtschaftlichen Verhältnisse Rumäniens von großer Bedeutung zu werden verspricht. Der Generalsekretär Dr. M. Wischnitzer berichtete über Besprechungen, die er vor kurzem in Genf.wegen der Lage der rumänischen Juden hatte, ferner über die Tagung der Permanenten Internationalen Konferenz für Wandererschutz, die am 11. und 12. September in Genf stattgefunden hat. Der Hilssverein setzte sich mit anderen jüdischen Organisationen für die Reorganisation und Konsolidierung der Konferenz ein, die in Anbetracht der schwierigen Migrationsprobleme der Gegenwart von größter Wichtigkeit für die Arbeit privater Organisattonen für Wandererschutz ist. Dr. Wischnitzer nahm auch die Gelegenheit wahr, bos- Internationale Arbeitsamt über di« derzeitige Arbeit des Hilfsvereins zu informieren. Dem Hilfsausschuß für jüdisch« Durchwanderer in Köln wurde, wie im Vorjahre, angesichts des großen jüdischen Durchwandererverkehrs durch Köln eine ansehnliche Subvention bewilligt. Bo rin Aller RosenblaU I U. O. JUdls Schallp che ilatten Friedenstempels Berlin Hainauer nur Sdiweidnifzer Sfr. 52 Jargon-Aufnahmen Instrumental-Soli Siegfried Gadiel nobeltranspon zwischen beliebigen Orten Wolmnngstansdi Bliillliin aller A Freiburger Straße 40 3 ,)»» Fordern Sie tmzerblndUoben Koetenanechlac H Fischgeschäft H. Rahmer O Viktoriastraße 82 empfiehlt ständiges Lager in frischen Fluß- und Seefischen Lieferung frei Haus. Telefon 39686. nintMniinntimntiHiHtmntHmmmmiiimuimumywiitmmfHiwiininiiiUMWiiuiiimiiiiimmimmHuiuiHUHnniuiiimiiiiiiiiiiiii 777! inöczlöcnaUlöünö “ iMMiBlihi iil ei »tat Su. — W Vas) t Mr skiftfih fiirutit. O Kammerjägerei H. 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