Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 7 (1930)
- Issue
- 6 (6.1930)
- Date
- 1930-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3970005-7569523-7569668--1290-3971210- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 6 Breslauer Jüdisches ©emeinbeblatf 105 JULIUS PERL Neu* und-Um blauten, Reparaturen, Fassaden MAURERMEISTER Breslau, CharloKenslraBe 40 F«r,i,rtch,r 3*711 I■ab•r■tun• koittnloi. abputz, Leitergerüste, Zimmerei. in zwei Abhandlung palästinensische Fror kürzlich Heimgegangä „Die Jüdische Kunst", von Ern st Lohn-Wiener. Ihre Geschichte von den Anfängen bis zux Gegenwart. Martin Wassevvogel Verlag. Berlin W. 8, Leipziger Straße 26. Der schlichte Einband läßt den kostbaren Inhalt dieser Fundgrube gar vieler Köstlichkeiten in Wort und Bild nicht ahnen. Aus Bauten aller Zeiten werden Grünt risse, Einzelheiten, aus Gebrauchs- und Ritualstücken der verschiedenste Arten, Völker und Zeiten sehr viel dargestellt auf 268 Seiten Text nit 171 zum Teil guten, zum Teil vorzüglichen Bildern, von denen Nr. 123, 159, 167, 168, 169 als ergreifend gelten dürfen. Jüdisch« Kunst, tauge genug geleugnet, erscheint ja ersreulicherweise öfter auf Sonderausstelungen, rn Büchern und Zeitschriften; sie ist Eigengewöchs, vom Wollen unabhängig, dem Triebe der jüdischen Seele entsprossen. Aeußerlsch freilich oft vom Gasttande abhängig, erlebt der Jude di« Kunst ondefs. Deshalb weisen von Juden geschaffene gewerbliche Anlagen im heiligen Lande, jüdische russische Siedlungen,'Synagogen, di« auch Zentren des,geistigen Lebens sind außer Kultstätten, besondere Noten aus. : Des Verfassers Kunstgeschichte ist m. M. wichtig für die deutsche Iudenheit, ein Beweis mühseligster Arbeit, umfassender Kunstbegabung, ein Mittel edelster Belehrung für Jung und Alt in den Gemeinden und deren Schulen. Nun zahl« ein umfassender Leserkreis sein« Dankesschuld ab, erwerbe es für sich, zum Teil für Geschenk« zu Festen aller Art. l Pros. Buchholz. Der Morgen lPhilo-Derlag, Darmstadt, Bachstrahe 87), beginnt mit dem Aprilhest seinen sechsten Jahrgang. Raimund Eberhard, ein gläubiger Christ, erörtert die seelische und geschichtliche Bedeutung des Auszugs aus Aegypten in siner Abhandlung ..Gedanken zum Pesiachfest". — Hans Driesch legt in einem Aufsatz „Parapsycholqgische Hypothesen" die vielfältigen Möglichkeiten auf dem Gebiete der Parapsychologie dar. — Die in Heft |5 und 6 begonnene Erörterung religiöser Zeitsragen wird in Diesem Heft von Emil Schorfch und Ernst Simon en übes die ländliche deutsche und die bäuerliche imigkeit weitergeführt. — Richard Wilhelm, der ne, hat einige Abschnitte der „Großen Wissenschaft des Da Hüo" übertetzt, in denen sich die ganze Tiefe altchinesischer Lebensweisheit ostenbart/ -- Ein Reisebericht von decifl Roch „Der Apostel der Maranntn" lenkt das Augenmerk aus eine bisher kaum bekannte^TÄußerordentsich interessante Bewegung im heutigen Portugal, wo Nachkommen der im 15. Jahrhundert zwangsweise getauften Marannen zum Judentum zurückkehren. — Gleich lebensnahe ist Birger Forells Arbeit über „Maha ma Ghandi", besonders in dem Augenblick, da Ghandi mit seiner großen Aktion begonnen hat. — Dem Geheimnis der Bundeslade, die einst die Bundestaseln im altisrarlitischen Heiligtum barg, geht Harty Torczyner in „Das Geheimnis der Bundeslade" nach. — Franz Rosenzweig sspricht in einem nachgelasienen Esiai „Dertauschte Fronten" zu uns, ausgehend von der zweiten Auflage von Cohens „Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums". — Neben kleineren Buchanzeigen hat Hermann Herrigel eingehend Kröners „Anarchie der Philosophie"^ und Ludwig Feuchtwanger Wilhelm von Scholz' ..Der Weg nach Jlok7 besprochen. Die Rolle des Fürste^ Bülow in der Dreyfus-Afsäre ist seit dem Vortrag, den Rechtsanwalt! Dr. Bruno Weil in der Berliner Singakademie über den „Prozeß des Hauptmanns Dreyfus" gehalten hat,!m In- und Auslande außerordentlich heftig umstritten worden. Das in den nächsten Tagen im Vertage Dr. Walther Rochschild, Berlin- Grunewald, erscheinende,, reich bebilderte Buch des gleichen Persasiers rollt neben einer faszinieren >en Darstellung des gesamten Dreysus-Falles die Frage dieser politischen Zusammenhänge auf Grund des ganzen bisher zugänglichen Aktenmaterials und des jetzt erst bekannt gewordenen Briefwechsels Schwarzkvppefi-Münfter erneut auf und kommt zu dem Schlußurteil, daß die Roll« ldes deutschen Kaisers, wenn auch sprunghaft, so doch menschlich gewesen ist, während auf den Charakter des Fürsten ' Bülow dunkle Schatten fallen. Weil wirst die deutsche Schicksalsfrage auf, ob nicht damals die deutsche Staatskunst statt einer Verschärfung eine Besserung der deutsch-französischen Beziehungen hätte erreichen können. „Der Photoviltner" (1936, Berfasier Dr. Paul Rüster, Herausgeber V. Bittnsr. Drucke Scheifkalowsky). Ein dreihundert Seiten starkes, völlig - neuartiges Photo-Lehrbuch für den Amateur, das von vornherein auf jeden unnötigen technischen und wissenschaftlichen Ballast verzichtet, dafür aber den Ehrgeiz hat. den Liebhaberphotogrophen dazu zu bringen, daß er schon bei der Ausnähme die Grundlage für ein gutes wirkungsvolles Bild schafft. Daher sind die Kapitel über das Material und über die Technik der verschiedenen Aufnahmen (Landschaft, Architektur, Bildnis etc.) besonders ausführlich untr liebevoll behandelt, während di« technischen Kapitel (Entwickeln, Kopieren) im Gegensatz zu anderen Photo-Lehrbüchern recht kurz gehalten wurden. Dafür entschädigt ein sehr lesenswerter und anregender Anhang „Photographische Kurzweil". Di« Behandlung des Stoffes ist bei aller Gründlichkett populär und den prokttschen Bedürsniflen des Lesers angepaßt. Außerdem enthält lfast jede Seite unter dem Text lsie Abbildung einer Kamera oder sonstiger photographischer Artikel mit genauer Beschreibung und Preisangabe. Diese Vereinigung voü Preisbuch und Lehrbuch muß als besoickers gelungen bezeichnet weÄen, denn sie unterrichtet den Leser nicht nur über die Notwendigkeiten des Photographierens, sondern auch gleichzeitig über die Kosten und gestatteten es, den Preis des Lehrbuches mit nur 25 Pfennig zu bemessen. Trotz des niedrigen Preises sind Abbildungen, Druck und Ausmachung des Büchleins, die von der Druckerei Schenkalowsky besorgt wurden, ganz ausgezeichnet. Die Firma V. Bittner hat mit dieser Veröffentlichung dem Liebhaberphotograph ein wertvolles und dabei billiges Hilfsmittel zur Erzielung guter Aufnahmen an die Hand gegeben. Dr. R. „Von jüdischen Bräuchen und jüdischem Gottesdienst", von S. Müller. Verlag Voitze, Karlsruhe. Preis 2 Mark. Dieses Büchlein führt fesselnd, von innerer Wärme belebt, in die Gefühls» und Gedankenwelt jüdischer Bräuche und Littirgi« ein, wird deshalb auch viele Erwachsen« führen und belehren, die sich in gar oft. innerlich verödeten jüdischen Familien' nach Kenntnis und Derständnis der ihnen fremd gebliebenen bzw. gewordenen Bräuche der Väter sehnen, wird daher als wertvoll gern empfohlen. Nur schlimm, wenn tausende jüd. Eltern eine solche Jugend erzogey haben, daß solch Büchlein als tiefes Bedürfnis gelten muß. — Warum wird vom Autors nicht überall die in Deutschland überwiegende ö st l i ch e hebräische Aussprache in lateinischen Lettern beigefügt, statt der wenig bekannten westlichen (salochti, waed usw.)? Bz. „Sigismund Stern, der Reformator und der Pädagoge", von Dr. A. G a 1liner. Vertag Cnglert L Schlosser. Frankfurt a. M. 1930. Hier wird Leben und Wirken eines für das moderne Judentum bedeutsamen Mannes behandelt. Stern hat in Berlin studiert, hier auch gelehrt, während der religiösen Bewegung der 1810er Jahr« die jüdische Reformgemeinde mitbegründet, an ihr entscheidend mitgearbeitet, gelehrt, hauptsächlich in Frankfurt a. M: den Höhepunkt seiner weitverzweigten Tätigkeit als PÄxrgoge und Historiker erklommen. Ein interessantes Lebensbild rollt vor uns ab, das den Geist jener unruhigen Zeiten in Deutschland widerspiegelt, auch die heftigen Kämpfe der damals noch jungen jüdischen Resormgemciiü>e in Berlin schildert. —. lz. Schlich des redaktionellen Telles. K werbenachrichten. n 5ür die Reise benötigen Sie Kursbücher, Reiseführer, Wander- Und Autokarten, Reiseliteratur. ■ Diese kaufen Sie am besten bei Hainauer, imr Schweidnitzer Straße 52, Da di« Mitnahme eines Koffer-Apparates auf die Reise heute eine Selbstverständlichkett geworden ist, nennt die SchallplattenabteiluiP Julius Hainauer von ihrem reichhattigen Lager drei ganz besonders preiswerte Apparate, die alS" Gipfelleistungen auf diesem Gebiet anzusprechen sind: Homocord jetzt statt 135 mir 99,50 Mk. >.!) Gramola Nr. 185 nur 70 Mk. Ultraphon Juwel nur 58 Mk. Vorspiel jederzeit unverbindlich in der Schallplattenabteilung. Julius hainauer, nur Schweidnitzer Straße 52. Hygiene bei der Hauswäsche. Die von Herrn Martin Golschjener umsichtig geleitet« Dampfwäscherei „Blitz", Posener Straße -11, Telephon 213 42, legt besonderen Wert darauf, die verehrten Hausfrauen aufmerksam zu machen, daß jede einzelne Wasche gesondert in einer Waschmaschine für sich allein gewaschen wird und nicht mit zehirmnd mehr anderen Wäschen zrisammen. Das in diesem Unternehmen angewcndete Waschoerfahren bürgt für Hygiene. ki. fischhoff Das große und .führende Spezial-Haus für . Seiden - Samte ♦ Woll- und Wasch-Stoffe Größte Auswahl / Nur beste Qualitäten / Niedrige Preise Breslau 1 ^JULJL^ Mitglied Ring 43 ' der Kunden-Kredit Schmiedebrücke67 G - M B - H T