Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 7 (1930)
- Issue
- 6 (6.1930)
- Date
- 1930-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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102 Breslauer Jüdisches Gemeindeblatl Nr. 6 29. 5. Rofalie Posner geb. Rosenbauny Körnerstraße 39. 29. 5. Bernhard Pick, Kind, Domslau._ 1. fi. Fritz Joachimsohn, Frankfurter Straße 66 66. 1. 6.. Max Friedländer. Moritzstraße 25. 1. 6. Mar ’Mofloroftt), Hohenzollerristraße 46. 1. 6. Leopold Schüstan, Palmstraße 14. 1. 6. Iaapti Unger, Moritzstraße 25. 1. 6. Valetta Stern geb. Deutsch, Sadowastraß« 73. 4. 6. Willi> Baumgarten, Ohlauer Straße 46. 5. 6. Dori^ Löwy, Rehdigerstraße 19. 5. 6. Wolfs Wilhelm Süßmann, Freiburger Straße 30. 5. 6. Doris! Gpttmann geb. Wormann, Steinstraße 18. 6. 6. cheinnch Marcuse, Reudorfstraße 39. 6. 6. Cäcille Steifmann-Cerini, Am Anger 8. 10. 6. Johanna Cohn, Nikolaistraße 22. ft. '6. Otto ^Hermann Weiß, Sadowastraß« 80. 13. 6. Jngehorg Bogatsch, Kind, Stolzestraße 6.! Geöffnet: ,) Geflügel-Schl ächthalle, Anton ienstraße: vormittags 8—10 Uhr und nachmittags 15—IG Uhr ab 1. Oktober, b) Geflügsl-Schlochthalle, Garten ft ratze (Markthalle): vormittags £—12 Uhr. e) Geflügsl-Schlachtha^le, Ritterplatz: Donnerstag vormittags 9—12 Uht. j it) Badeanstalt, Wallftraße 9: Sonntgg bis Donnerstag täglich 18—21 Uhr: Freitag 17—20 Uhr; Sonnadenh geschloffen. Das Taumeln von Geschirr etc. findet nur noch Montag bis ponn'rs- - tag oo» 12—13 Uhr mittags statt. ej Bibliothek und Lesehalle, Anger 8, Erdgeschoß; Sonntag 954—1314 Uhr; Montag und Mittwoch 18—21 Uhr; Dienstag und Donnerstag 18—21 Uhr: nur Lesehalle Sonnabend 11—13 Uhr. kj Gemeindearchiv, Wallftraße 7, chof links: Montag bis Donnerstag 1614—18 Uhr. n Bus dem vereinsleben. n Arbeitsnachweis jüdischer Organisationen Schlesiens, Breslau II, Schweidnitzer Stadtgraben 2 8l Telephon: 2p8 63. Postscheckkonto: Breslau H63 09. Die allgemeine Wirtschaftsnot hat die jüdische Bevölkerung Breslaus besonders hart betroffen. Die täglichen Neumetdungen im Jüdischen Arbeitsnachweis zeigen die immer mehr wachsenden Schwierigkeiten jüdischer Arbeitnehmer, Stellung zu.erhalten. Während in früheren Jahren in den Sommermonaten «ine Abnahme der Arbeitslosigkeit "blich war. ist die Zahl der jüdischen Erwerbslosen in diesem Jahr« 'weiter gestiegen. Selbst jüngere kausmäntiische Arbeitskräfte sind schwer unterzubringen, desgleichen mangelt es an Stellungen für gelernte und ungelernt« Arbeiter. Der Jüdische Arbeitsnachweis fordert daher sämtliche Gemeinde- Mitglieder auf, bei Besetzung frei werdender Stellen — auch Aushilssstellen — stets jüdische Arbeitnehmer in Konkurrenz treten zu lassen. Er vermittelt auf telephonischen Anruf hin kostenlos Arbeitskräfte jeglicher Art und ist stets bestrebt, ge«ign«tes Personal für ihm gemeldete Stellen zu empfehlen. Nur durch Arbeitsbeschaffung im größten Umfange kann der augenblicklichen Not unserer Gemeinde entgegengetreten werden. Auf die Schreibstube des Jüdischen Arbeitsnachweises, die Schreibarbesten jeder Art, Beroielfälligungen, auch für Reklamezwecke, zu üblichen Preisen promptest erledigt, sei hier erneut hingewiesen. Das Jüdische Wohlfahrtsamt hat einen Kursus im Weißnähen eingerichtet. Interessenten wollen sich in dem Büro des Jüdischen Arbeitsnachweises, Schweidnitzer Stadtgraoen 28, anmelden. , Der Verein „Jüdisches Museum" <E. v. zu Breslau, dessen Tätigkeit eine erhebliche Bereicherung des'jüdischen Lebens unserer Heimatstadt darstellt, hat für den Sommer 1930 sein Programm erweitert. Er beabsichtigt, durch Wanderfahrten seine Mitglieder an Stätten zu führen, die eine große jüdische Derx angenheit auszuweisen haben. Der erste dieser Ausflüge fand reger Beteiligung nach Dyhernfurth Uns Breslauer Jrwen ist ja un Sonntag, den 25. Mai 1930, unter statt. dieser Ort besonders lieb und wert, denn auf seinem Friedhof fanden jahrhundertelang unsere Ahnen ihre letzt« Ruhestätte. Denn bekanntlich wurde der erste jüdische Friedhof in Breslau erst nach der Pulverturm-Katastrophe von 1749 eröffnet. Bedeutende jüdische Familien stammen aus Dyhernfurth, dessen Ruhm in engem Zusammenhang mit der vor Sabatai Baß im 17. Jahrhundert gegründeten Druckerei steht. Bon all dem Ruhm ist sichtbar nur noch der Friedhof übrig geblieben. Selbst die Synagoge konnte nach Fortzug der letzten Bewohner nicht mehr ihrem Ursprünglichen Zweck erhalten bleiben, sondern wurde in ein Feuerwehr-Depot verwandelt. Professor Dr. Alfred Grotte führte die Teilnehmer an die kunsthistorisch bedeutsamen Grabdenkmäler fachheit aber auch die hohe Kunst immer mehr in Zunahme begrisfen Sttwienrat Dr. Willy Cohn jüdisch-geschichtlichen Seite hin. Er Sie zeigen in ihrer schlichten Eindes Barocks, dessen Wertung heute ist. ergänzte die Ausführungen nach der wies besonders daraus hin, wie an einer solchen Stätte das eigenartige Schicksal Israels in der Zerstreuung uns klar wird; Ruhepunkte sind un; immer nur für kurze Zeit gegeben worden. Dann aber trug der Strom geschichtlichen Lebens unsere Geineinschaft wieder an andere Stellen Im Hinblick darauf, daß di« christlichen Friedhöfe meist nach einer gewissen Zeit anderen Zwecken zugesii hrt werden — das jüdische Religions- . gefetz verbietet das —, haben die erhaltenen jüdischen Friedhöfe der Bergangenheit «ine erhebliche Bedeutung historischer und kunsthistorischer Art über den Kreis unserer eigenen Gemeinschaft hinaus. Vemdit-.Taoidi- und Leeiwobmagei sucht u. vermittelt schnellstens ohne Einschreibegebühr ' Siegfried Friedmann Breslau, Au(nstastraBe 39. II. Telefon 32379 Möbliertes Zimmer gesucht möglichst südlich des Relchsprftsidentenplctzes, . mit Telefonbenutzung. 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