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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-03-01 · 3 (3.1929) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
3 (3.1929)
Date
1929-03-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Breslauer ' T~ LüöifOes Gemeinöeblatt Amtliches Blatt der Gynagogengemelnbe zu Breslau Schristlettung: DeUvaltmtgSölrektbr vr. Nerhnitz, Breslau. Wallstrabe - I Druck und Anzrlgev-Annahme: Druckerei Th. Schatzku Astiengesellfchast. Verlag: Büro der Sunagogengemeinbe, Breelau, Wallstr. 9/Tel. 2lö«/i2 | Breslau 5, Neue Sraupenstraße Nr. 7 / Fernsprecher 244öS u. 24469 3lii|ifgn4Rtt: St* » grfb. 9Rtnimcter-.3elle oft« ftmn 3taum 16 vkg. — 3J*t lanfmftcn Aufträgen Rabatt. iMniniimnnitiNniiMiniiitiiiiaimitiiiiriiniäHiiiMiiniiiiniiiimiiiiiiiiiituiiiiiiiiiiiiiHiiiiMiiiiiiiniiiuiiiiiiiHiHiHiiiiHiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiitiiiMiiiMniitiitiiiiitiHtiiiimmiiiiiiiiHtiiiitnnmittiiiiniiuiiiiiiiiiiiiiiiiiaiiiiitiiiiiiiitiHiiiHiiiiiiniiiiniiiiiiMiiiiiHWMiKmi Fllr dle unter dem Namen des Verfassers erscheinenden Artikel und die Dereinsnachrichten übernehmen wir nur die pressegesetzliche Verantwortung 6.2ahrg. März ig29 M. 3 Emil Waldstei des Vorstandes, aus Emil walöstein Gemeinüeältester Tie Gemeindevertretung hat in der Geheimen Sitzung vom 21. Februar 1929 auf Antrag des Vorständes beschlossen, Herrn n, neben Herrn Geheimrat Goldfeld, der dienstälteste Vorsteherund dem Lebensalter nach das älteste Mitglied Anlaß seines 76. Geburtstages zum Gemeindeältesten zu ernennen in dankbarer Anerkennung für -seine hingebungsvolle Arbeit im Vürstaude durch mehr als 15.Jahre und für seine umfassende Tätigkeit bei vielen wohltätigeit und gemeinnützigen Vereinen und Anstälten in der Gemeinde.! — Wir gratulieren Herrn Waldstein recht herzlich zu dieser höchsten Auszeichnung der Gemeinde, deren sich außer ihn: nur Herr Lipipmann Bloch erfreuen kann. _r. He-anken am Ende -es II. Buches -er Thora Nach der Patriärchengeschichte des I. Buches sind wir mit dem II. Buche in di!e Volksgeschichte Israels eingetreten. In das vierzigjährige ÄKüstenleben des durch Mose wunderbar geretteten Volkes witd die sinaitische Gesetzgebung gelegt, dort wird das Zehnwort gekündet, die einzig mögliche Basis für ein Gemeinschaftsleben in Familie und Staat. Und diesen kategorischen Imperativen der Ethik, wie die Gebote des Zehnwortes einmal genannt werden, schließen sich Kultusgesetze an, die in ihren Orten und Zeiten, in ihren Personen und Handlungen nicht nur befruchtend und belebend auf unsere Religionsgestjaltung ihren Einfluß ausgeübt haben, sondern in nicht minderer Art sind sie auch anderen Religionsgemeinschaften zu Jdealsatzungen geworden. Darüber hinaus verdient gleich große Beachtung das bürgerliche Gesetz in seinen menschlich unerreichten Anordnungen über die Behandlung der Sklaven und der Fremdlinge, der Armen und des Tagelöhners, über die Ausführung der Sabbathgesetze und der des siebenten und des fünfzigsten Jahres., ' ■ ' Fast jedes ureigefte Gesetz könnte auch in unseren modernen Zeiten als Grundlagt und Richtschnur für zeitgemäße Betätigung am Menschen ^und für den Menschen dienen. Wohl kaum eine andere Zeit hat den Dienst, am Menschen so in den Vordergrund gestellt!wie gerade die unsere. Allüberall regen sich die Wohlfahrtseihrichtungen, und zur sozialen Betätigung werden bereits die Kfnder in den Schulen herangebildet. Der wissende Jude erblickt in diesen Erscheinungen ein allmählich immer größer werdendes Verständnis für jene Forderungen unseres Exodusbuche^, die dem wirtschaftlich Abhängigen und Unselbständigen ' schon in der Borzeit seine Menschenwürde und seine Menschenrechte zu wahren verstanden, die in dem Fremdling niemals einen Andersrassigen und Fremdstämmigen erkanntes sondern nur den Menschenbruder, der auf unsere Hilfe und unser Mitempfinden einen berechtigten Anspruch Hat. Mit verständlichem Stolz betrachten wir uns als die Hüter dieses Geistesgutes, um uns an ihm in Theorie und Praxis zu bewähren. Solcher Stolz verpflichtet! Er legt uns in der Gegenwart die Notwendigkeit auf, so wie es in den Profanschulen bereits geschieht, unsere jüdische Jugend mit ganz besonderer Betonung fürfein Empfinden und eine Betätigung in diesem Sinne heranzubilden. So wie nach der Sage am Sinai einst Gott die lBürgschast der Väter mit der Begründung abgelehnt hat,!Mer Väter Sünden seien so zahlreich, daß sie kaum für sich einzutreten vermöchten, aber die Bürgschaft der Jugend mit dem Hinweis auf ihr^ persönliche Schuldlosigkeit angenommen hat und den Satz gesprochen:; „Durch der Kinder Mund gsbe ich Israel die Tho!ra", so Muß uns heute die Jugend.— wjenMwir sie die richtigen Wege zu führen verstehen — dafür einstehen, daß das altes Gut wieder erneuert, das alte Geschenk wieder zu dauerndem und verstandenem Besitztum wird. Darum lernet und lehret und verstehet in Dankbarkeit und Iynigteit die tiefe Bedeutung jenes Brauches, ain Ende eines Thorabuches mit der Gemeinde sich in dem Ausruf "zusammenzufinden: p T PT «Sei stark, sei stark!" Rabbiner Dr.. Sänger. ' t Gemein-evürtreter-Sitzmrg i- I vom 21. Kebruar 1929 Bericht von! Dr. Rechnitz. Der Vorsitzende, Iustizrat Peiser., hielt einen warm empfundenen Nachruf für das am Tage-vorher verstorbene frühere langjährige Mitglied der Gemeindevertretung, Herrn Iustizrat M. Breslauer, den die Versammlung stehend anhörte. Der Vorsitzende des Vorstandes, Geheimrat Goldfeld, dankt in bewegten Worten für die vielfachen Ehrungen zu seinem 70. Geburtstag. Er bittet, seine Tätigkeit für die Gemeinde nicht als besonderes Verdienst anzuseheu. und erwägt, . ob er nicht zur Vermeidung eister Ueberälterung des Vorstandes sein Amt niederlegen soll. Vorläufig wolle er es bis zum Ende . der Wahlperiode behalten, empfiehlt aber, sich nach einem Nachfolger umzusehen. 1 Zur Wahl des Vorstandes der Gemeindevertretung übernimmt der Alterspräsident, Herr Wilhelm Kober, den Vorsitz. Er drückt seine Freude aus über den nunmehr würdig hergerichteten Sitzungssaal uftd würdigt die Tätigkeit der Ge-— meindekörperschaften im vergangenen Jahre, unter besonderer Hervorhebung der gerechten lund verdienstvollen Leitung des" Vorsitzenden, Iustizrtlt Peiset. Die darauf oorgenommene Zettelwahl ergibt die Wiederwahl des bisherigen. Vorstandes, nämlich' Iustizrat P e i s e r als> Vorsitzender, Iustizrat K a l i s ch als Stellvertreter, Dr. Schlesinger als zweiter Stell- . I > i

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