Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 1 (1924)
- Issue
- 6 (20.12.1924)
- Date
- 1924-12-20
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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I Breslauer 3Q6 U4 e« Semelnbeblatt m Me »zum Verbind preaBischer Sgnasosensetnelnden Am I. Februar 1925 sollen die Wahlen zum Verband preußischer Synagogengemeinden stattfinden, um ersten Male sollen die Juden in Preußen zur Wahlurne treten, um Abgeordnete für den Verbanjds« ag zu wi hlen, der berufen sein soll, die gemeinsamen Angelegenheiten der preußischen Judenheit der 'egierung und den Behörden gegenüber, aber auch innerhalb der preußischen Synagogengemeinden i zu ertreten. - . : L Die Synagogengemeinde Breslau bildet einen eigenen Wahlbezirk. Ihre Mitglieder, Männer und =rauen, haben das Recht und die Pflidit, zehn Abgeordnete zu wählenn ' T Wir haben uns zu einem Ausschuß vereinigt, um die Interessen der konservativen Richtungen;:ur nachdrücklichen Vertretung zu bringen., Wir wollen das deutsche Judentum auf positiv-traditioneller Grundlage erhalten und wollen nicht vorübergehenden Zeitströmungen entscheidenden Einfluß auf unseren heiligen Glauben gewinnen lassen. Wir wollen deutsche Juden sein und wollen als solche unser Judentum als religiöse Gemeinschaft ausbauen und wollen nicht unsern Glauben zur^Sache des Einzelnen herabdrücken lassen, i Wir wollen Zion als das heilige Land unserer Väter in der ihm als solchem zukommenden Bedeutung erhalten und aufbaiieh, wir wollen es als das Ziel und die Sehnsucht unserer religiösen Wünsche \erehren, wir wollen nicht unser deutsches Vaterland als Gaststätte ^für uns und un§ selbst?ls geduldete Fremde ansehen lassen. , . , W r wollen unsere Jugend mit dem Geist werktätigen Judentums erfüllen; wir wollen nicht daß sie unter der Wirkung eines Scheinglaubens die Treue gegen ihfe Ahnen aufgebej Wir wollen den jüdischen Religionsunterricht erweitern und vertiefen; wir' wollen, wo die Sthatsschule einen, konfessionellen Charakter trägt, auch die Errichtung jüdisch-konfessioneller Schulen; wfr wollen nicht unsere Kinder schutzlos den Anfeindungen übelwollender Rasseverhetzung aus£esetzt*sehen. [ W r wollen, daß ein jeder seine Lebenshaltung so einrichten könne, wie es seiner Qberzeuguhg. entspricht; wir wollen nicht, daß Minderheiten von Mehrheiten unter Gewissenszwang gehalten werden. W r wollen, daß unsere Rabbiner, Lehrer sowie alle Beamte unserer Gemeinschaft sq gestellt Verden, däß sie berufsfreudig wirken können, wir wollen nicht, das sie bei Ausübung ihrks Amtes infolge ung einstiger Anstellungsbedingungen nicht ihrer, sondern der Überzeugung ihrer Vorgesetzten folgen, i Wir wollen unsere Glaubensgenossen in der Ausübung ihres Berufs, insbesondere die jiddischen Handwerker stützen; wir wollen sie nicht der Willkür elenden Brotneids ausgeliefert wissen. , Wir wollen in Frieden mit Unseren Mitbürgern leben; wir wojlen nicht diesen Frieden durch Vufgeben unseres Glaubens erkaufen. J 5 Wir wollen unsere Glaubensbrüder aus der Fremde in unserer Mitte und in ihren Heimat* lindern schützen; wir .wollen nicht, daß sie Wegen ihrer Zugehörigkeit zu unserer Glaubensgemeinschaft in ihren Richten gekürzt werden. 1 Wor von den wahlberechtigten Juden der S^ynagogengemelnde Breslau dieses Judentum verwirklichen helfen will, der wähle am 1. Februat 1925 unsere Liste, beginnend mit dem Namen: ^aemeinde-Rabbiner Dr. Moses Hbffmann, Justizrat Hicschbers. Bnslau, im Dezember I924. Der ko nservative Wnhlflussctiuß der SynasoMüteintie iegfr. Be: Heymann Sanitätsral Frau Luise Dr. Heine Jakobowitz, Dr. Lewing Markus, Heinr. OsdJi Artur Ra Dr. Josef Sek' Breslau ndix, Dr. med. Bloch, Gustav Blumenthal, Babb. Dr. ), (John, Dr. Ludwig Cohn, Daniel, Hermann Daniel i. Fa. Lichtönberg & Daniel, Hugo! Elias; Frau: Dina Falk, Dr. Freudenthal, Alfred Freudenthal, Dr. Raphael Gluskinos, Jacob Goldstein, Goldschmidt, ^mil Grodnik, Salo Grünfeld, Apothekenbesitzer Hugo Heilborn, Dozent nann, Mendel Hoffmann, Ludw. Herrnstadt, Ofenbanmeister Ed. Isaak, Herrn, Hermann Karger, Jos. Kolber, M. Koppenheim, Frau Cäcilie Landsberg, Moritz Leiewer, hi, Verlagsbuchhändler Marcus, Prof. Carl Markus, Raphael Markus, Siegmund Marcuse, Frau Dr, Helene 'Mauthner, Dr. Leo Münz, Siegfr. Nothmann, inski, Max Oelsner, Eugen Perle, Rechtsanwalt Dr. Pinczower, Rechtsanwalt Pollack, ujtenberg, Frau Cilly Rosenfunk, Dr. Theod, Rosenthal, Frau iBerthold Rosenfeld, lesingeiv Max Simon, Rabb.Dr. Simonsohn, Elkan Weiss, Siegm. Weiss, Artur Wieder, Ad. Wolff, Leo Zadik. .