Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- 182 (24.11.1922)
- Date
- 1922-11-24
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3947615-6435934-6437358--1855-3949297- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
JÜDISCHER BOTE Erschrta» jtk«» Krttta, Bezugs Preis 50 M. »»»atltch. Za keziehea »,rch füattlichr P,ßt»ttrr ikrt karch kn 8*tea»cil«| ta Bin. VOM RHEIN Jüdisches Volksblatt flajtiankttik: 60 W. kit 8x80 mm kniit Zeile. Die Seit« amsaßl 840 Zelle». PeßfcheSk»»«« Beinverla, « m. k. H.,S»Ia«r.74747. Herausgegebrn von Ziabbiner vr. Emil Sohn, Sonn. - Echrlftleltung und Geschäftsstelle: Loniv Äradergasf« 32. — Telefon 2958. Kummer 182 Köln. 24. Aovember 1S22. — 4 Aislew 5683 4. Fahrgaag. Kölner Nachrichten Am Samstag, de» 4. November, waren eS 25 Jahre, seitdem der Gemeinderabbiner der hiesigen Gemeind«, Herr Tr. Rosenthal in sein verantwortungsvolles Amt eingeführt worden ist. Das abgelaufene Vierteljahrhundcrt ist für die Entwicklung des Judentums in Deutschland und für die Geschichte der Kölner Gemeinde von besonderer Bedeutung gewesen. Nicht nur, daß die Zahl der Gemeindemitalicder ständig gewachsen ist, und. das zweite, ncuerbautc Gotteshaus kaum noch für die Zahl der Beter genügt. Auch vdie geistige Entwicklung ist nicht stehen geblieben. 2>er Geisteskampf zwischen den Anhängern des Fortschrittes und der Ueberiieferung hat auch ist Köln die Gemüter der Judcnhcil von Grund auS bewegt, und die Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des Zionismus und der sogenannten Assimilation sind bis in die jüngste Zeit hinein oft recht stürmisch gewesen. Rabbiner Dr. Rosenthal, ein Mann von ungewöhnlicher Geistesschärfe und umfassender Bildüng hat in diesen Kämpfen -nie abseits gestanden; er bat stetS mutig ausgesprochen, ivas ihm seine Ueberzcugung und lein unentwegter Glaube eingaben. Wenn sein Jubelfest trotzdem ein Festtag für seine ganze große Gemeinde geworden ist, wenn die Anhänger aller Parteien, dfe Liberalen, die Konservativen und die Zionisten miteinander tvetteifertcn, um ihm die Zeichen ihrer Verehrung darzubringen, so ist daS der beste Beweis sur die seltenen menschlichen Eigenschaften dcS Gefeierten, für seine Güte, für seinen Takt, für seine wunderbare Fähigkeit, ausqleichend zu wirken, für den Glauben seiner Gemeinde an leine Frömmigkeit und dafür, wieviel GuteS der vielbeschäftigte Mann auf allen 'Gebieten der Wohltätigkeit getan hat, offen und noch mehr im Stillen. Die Gemeinde hat ihrem Rabbiner zu Ehren einen besonderen Festgottcsdienst am Freitag abend in der Synagoge Glockengasse veranstaltet, eine Feier von weihevollster Wirkung durch die gesanglichen Leistungen deS Kantors, Herrn E. Cohn und des Chors sunter Leitung des Herrn E. Jacobif und verschönert durch eine ßu Herzen gehende Predigt des Gemeinderabbincrs Tr. Kober und einer tief empfundenen Ansprache des ersten Vorstehers Herr» V Emil Blumenau, der im Anschluß daran eine hochkünstlerisch ausgestattete Adresse mit deutschem und hebräischem Texte überreichte. Die Spende der Gemeinde war ein Bendcrsches Originalgcmäldr, den Stolz dcS Judentumdarstellend, Forschung. Glauben, Lehre und Schrift. Tie verschiedenen Körperschaften der Gemeinde haben Überdies in einem feierlichen Festakt im großen bis auf den letzten Platz gefüllten Saale der Bürgergesellschaft am Sonntag vormittag ihrem Seelsorger noch ihre besonderen 'Huldigungen dargebracht. Ueberreich tvar die Zahl der Ansprachen von Vorstehern der Gemeinde, der Wohltäligkeitsvereine, der Provinzialverbände, der Rabbinerverbände, der Beamtenvereine, der Jugcndvereine, der Zionistischen Organisationen und wie sie alle beißen; unübersehbar, wenn nicht ausgezeichnete Musik- und vollendete Gesangsvorträge btt Damen Jöau Amerikaner und Frau Dr. Klein sowie des Vorsitzenden des Festausschusses, Herrn Leopold Klein das festliche Bild wirksam umrahmt und gegliedert hätten. Am ergreifendsten war der Tank der Jugend und der Religionsschule an ihren verehrten Führer und ein einfaches Gedicht von Kindermund vorgelragcn. Die feierliche Mitteilung von der Sammlung eines JubiläumSfonds von 300 000 M. — aus allen Kreisen der Gemeinde, zur Errichtung einer „Rabbiner Dr. Ludwig Rosenthal-Krankenzimmerstiftung" im Israelit. Asyl Köln-Ehrenfeld bildete den würdigen Abschluß, nachdem bereits vorher die Begründung einer „Ludwig und Johanna Rosenthal-Stiftung im Israel. Kindcr-Sparverein . verkündigt worden war. Nicht unvergessen soll bleiben, daß das Wirken deS Jubilars auch außerhalb der jüdischen Gemeinschaft reiche Anerkennung gefunden hat. Die Spitzen der Behörden hatten sich zum Teil zum FestgolteSdienst eingefunden, teils hatten sie ihre Glückwünsche mündlich und lck>riftlich dargebracht. Die Geistlichkeit beider christlichen Konfessionen legte durch ihre warm empfundenen Glüawünsche «in beredtes Zeugnis für daS gute konfessionelle Einvernehmen in unserer Stadt sowie für die Wertschätzung ab, der sich der Jubilar erfreut, und der auch Seine Eminenz, »er Herr Kardinal Erzbischof' in einem herzlichen eigenhändigen Schreiben Ausdruck verliehen hat. Sonntag, den 12. cr. hat hier im Sitzungssaal der Gemeind« eine vom Waad Jbri in Westdeutschland einberufcne hebräische Bezirksiagung stattgesundcn. Es sprachen die Herren Tr. Sackbeim v. Hagen, über „die hebräische Bewegung" und Rektor Coblenz über „das Hebräische in der Schule". In der Diskussion beteiligten sich die Rabb. Dr. Kober und Dr. Caro, sowie di« Lehrer Nürnberg, Reinhard, Baum, Freimark u. a. Sämtliche Redner sprachen sich für tatkräftige Förderung des Hebräischen in HauS und Schule aus. Tie Versammlung war gut besucht und hat gezeigt, daß es dem Waad-Jbri gelingt, daS Interesse für das Hebräische in weitem Kreise zu wecken. A. B. Mitteilungen des Bezirtsverbandes der jüdischen Lugendvereine Westdeutschlands. Liebe Freund«! 1. Zu unserem Bericht übcr die Aachener Tagung fügen wir heute den Hauptinhalt der Generaldebatte, soweit sie Gerundsätzliches für uns «rbrachte. Ten größten Raum nahm, anschließend an daS Rundschreiben des Palästina-Dezernats dcS Verbandes, eine Aussprach« über unsere Stellung zur Palästtnafrage ein. Man bekannte sich allgemein zu den Beschlüssen von Cassel und. Bonn und sprach die Bereitwilligkeit aus, am Ausbau Palästinas mitzuarbeitcn. Doch wurden gewichtige Stimmen laut, die darauf hinwiescn, daß an erster Stelle sür uns die Arbeit an unserer Jugend stehen müsse, di« «rst dann wirklich mit ganzem Herzen am Ausbau sich beteiligen könne, ivenn sie ihr Judentum kennen gelernt und es in sich verarbeitet habe. — BeachtcNstvert ist in dieser Hinsicht der Beschluß des neuen Vorstandes d«S Vereins Aachen, dag den Mitgliedern klar zu legen sei, daß cs Aufgabe eines jeden Juden ist, zumindest sich für die Palästinaarbeit zu interessieren. Ter Verein will aber zugleich auch unsere Arbeit «rtveilern, indem er den B. V. ersucht, die Neubildung von Junggruppen zu förderte und die bestehenden zu unterstützen. Wir verweisen die Vereine auf Nachfolgendes, das wir bald und genau zu beanmwrten bitten. 2. Der B. V. legte großen Wert darauf, daß in den Vereinen Junggruppen und Schülergruppen gebildet werden. Wir bitten die Vereine, die schon Erfahrungen nach dieser Richtung gemacht haben, um Angaben und Berichte. » , 3. Vorsitzender deS BereinS Aachen ist jetzt Dr. med. Waller, stein. Die Adresse bleibt wie bisher. 4. Die Anschrift dös Vereins M.-Gladbach ist jetzt: Lehrer Willy Katz, Oststraße 24. 5. Alle Geldsendungen sür de» B. B. sind jetzt zu richten an Postscheckkonto Köln Nr. 72 827. sRabbiner Dr. Klein, Düsseldorfs. Wir bitten baldigst den JahreSbektrag vo» M. 10.— I« Mitglied «inzuzahlcn. 6. Alle Zuschriften in Angelegenheitea des B. B. sind fortan zu adressieren: tzeinr. Sims»», Düsicldarf-Gerresheim, Heyestr. >142. 7. Nach 8 17 unsrer Satzungen haben die Vereine von alles Veranstaltungen die Bczirksgruppcnleiler und den B. V. in Kenntnis zu setze».' Wir ersuchen demnach um regelmäßige Berichte, damit wir ein Bild der Arbeit in unserem Bezirk haben. 8. Nach § 10 der Satzungen sollen die Gruppenleiter einen ArbeitSanSschnß bilden, dem je ein Mitglied ihrer Vereine angehört. Wir bitten um baldigen Bericht darüber. 9. Zuschriften betr. Kassenangelegenheiten de» Verbandes sind zu richten an Kurt Zacharias, Bremen, Fchrseld 63. TaS Paftscheckkauto de» Verbandes ist unverändert Berlin 13 500. 10. Am 26. d. M. ist in Oldenburg, HauS Niedersachsen, Grünestraße, die 8. ardentliche Delegiertentagnn, de» B. V. der jüdischen Jagendvereine RardwestdeutschlandS. Ansprachen halten: Lehrer Weinberg, Wunstorf und Landrabb. Dr. de HaaS sowie Kurt Zacharia», Bremen. Nachm. 5 Uhr ist «ine Kundgebung, bei der Dr. Cora Berliner über „Geistige Strömungen in der jüd. Jugend" spricht. ' Meldungen an Kurt Zacharias. Gastkarten M. 20.