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Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-10-13 · 176 (13.10.1922) · p. Seite 309

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
176 (13.10.1922)
Date
1922-10-13
Page
Seite 309 (sequence 5)
Language
German
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\ 309 •\ mm Mitteilungen der Keren-Kajeiweth-Zentmle für Rheinland »nd Westfalen. Adresse: Richard Appel, Bonn, Marlftr- 11. Postscheckkonto Amt Köln Nr. 44 208. Der Keren Kajemcth bczivcckt den Erwerb von Erund und Boden in Erez Israel zur Ansiedlung jiidisck-er Arbeiter. Vom Schauplatz unserer BrdeiL Heute soll nicht von unserer Arbeit, sondern von deren Schauplatz erzählt werden. Ganz kurz und ganz einfach, ohne irgendeine Theorie. Ter Schauplatz unserer- 'Ü.'ivfcneist Palästina, das Land, mit de», jeder Jude doch noch irgendwie verbunden ist, Palästina, das alle Juden der ganzen Welt verbindet. „Dieses Land Palästina", das uns Holitjcher in ststnem Buch so nahe bringt. „dieser schmale, bergige Landstreisen zwischen dem Mittelländischen Meer und dem Jordan, El Arisch und Acco — drei Fahrstunden breit, elf Stunden weit, dieser schmale Landstreifen Palästinii, sicbenundzwanziglausend Quadratkilometer, von siebenhunderttausend Menschen bc- Ivohnt, es ist ein jahrtausendelang von den Türken, den Tamerlan systematisch verwüstetes, ausgerodetes, brachgclegtcs. entvölkertes Land: heute trägt es nur Steine: Fclsblock um Fclsblock mns; der Ackerbauer mit seinen Händen ans dem Erdreich heben. und erntet doch^ahrclang nur Steine statt Brot: — dieses sumpf- und ficberdurchzogcnc Land, wüst, gefährlich und verlassen, — im Somincr von berauschenden Blumen überwuchert, die doch nur Unkraut sind, und eine Sorge mehr für den Arbeiter auf dem Felde und in den Borgen. - im Winter von Regengüssen heimgesiicht, die die ausgetrockneten Flußbetten jäh mit reißenden Wassern überschwemme»; — dieses ivilde, steinige, verlassene Land, »in Jerusalem, einst Saron. Kanaan, das verheißene Land der Wüstenwandercr: dieses harte Land, das fußbreit uni sußbreit schwere Arbeit, strotzende Gesundheit, »nbegrcnzteiD Opfermut zerreibt, aufzehrt, verschlingt. — es ist heute die Heimat der Erwählten aus der Iudenheit, die es langsam, langsam tviedcr zum Blühen erwecken, es ist Zuversicht. Kraft der Gcgemvarstund Fiikunft des verstreuten Volkes." Ja. hart ist dieses Land und feindlich beinahe ftcm »ns die alte Erde gegenüber, die tvir mit starker Liebe und harter Arbeit wiedererober» müsie». Den . Aernisten »nd den Besten der Juden bereiten tvir den Boden im Lande. Wir bringen das Land zurück in die Hand * des jüdischen Volkes: Wälder und Gärten werden tvir pflanzen. Ouellcn erschließen und blühende Dörfer errichten. Das ist unsere Arbeit. Gin Brief aus Palästina Bon A. O. W ü v b o ii. v Meine Freunde! „Ich schreibe Euch durch die Festung,'weil ich glaube, daß das die richtige Adresieuform ist. Ich glaube, auf diesem Wege werden Euch meine Worte treffen. >»o Ihr auch seid. Es liegt mir daran, daß meine Worte nicht verloren gehen. Denn ich bi» kein Korrespondent, Publizist oder Artikelschreiber. Ich bin ei» einfacher Jude mit einem einfachen jüdischen Herzen. Ich will Euch schreiben, euch, meine Freunde, wie ein einfacher Jude einen Brief an seine Familie schreibt, und zivar grade über Familiensachen. Und ich glaube, es tvird euch interessant sein, zu lesen, ivas ich schreibe, denn ich schreibe doch -nicht nur von mir selbst, sondern von unserer alten guten Mutter, die nebenbei getagt, auch jetzt noch, trotz Vcrivüstung unh Verarmihcit, so ,. schön ist, daß manche jungen Mütter sich wünschen dürftem so schön zu sein. Was ist denn natürlicher als ein Gruß von der alten Mutier. Wir aber ffjid unserem altcü Heim, einem Heim überhaupt so entfremdet, daß selbst ein Gruß von der Mutier uns käst und versteinert klingt. Man fühlt — oder man erlebt »och tiefer als jedes Fühlen Fremdheit vor der ganzen Well. Verfioßenbeil und Elend, und „Mutter" ist für uns fast zu kindlich, zu herzlich, zu menschlich. Verlas jene Kinder, aber keine Waise». Das Gefühl ist wie eingefroren. aber nich, l0l. .Es ist in jeder jüdischen Seele ein Funke vorhanden, ivenn auch dem bloßen Auge unsichtbar, lind ei» Funke ist genug. Man muß ihn nur zu behandeln ivifsen. Bor allem darf man nicht zu sehr aus ihn losblasen. Das bring! ihn nur zu einem Anfflackern und Verlöschen. Man muß ganz allmählich Asche und Schult des fremden Bodens abarabe», die ihn sticken und keine frische Lust einlassen. Man muß nur die Seele befreien der Funke v, irö schon das Seinige tun. Still, einfach, ernst müssen die Neben zur Seele sein: wahr, nackt müssen die Nachrickilen sein, die man ihr von dem bringt, toas ihr nahe und lieb ist. Das reinigt, das befreit, den» das bringt das Leben. w ie es ist, und das Leben selbst kan» auf der Seele ivielen. ans allen Saiien des Gefühls und des Gedankens. lind so einfach ist mein Gruß aus Palästina . . ." An unsere Vertrauensleute Wir machen darauf aufmerksam, daß am 29. Oktober eine Konferenz der rhcinijch-ivestfälijchen Vertrauensleute stattfindet, auf der über alle Fragen und Neuerungen der Winierarbcit gesprochen werden soll. Büch'enleerung Düsseldorf: Lewandowsk» 1 litt. 10. PFei»stock .10.:;«), Stark :!.°!.40, Feldberg lil.'iO, Tarrajch 48..70, Thalhcimer f-O.W, Berkowilich Ml.—. Löwenstei» 20.—, Feiler <>.'>.—, Bernstein ö0.00. Finder 2.VS0, Palm I0. , Sckmrek l2.<iö, Fußmann lö.—, Lauser .r>0..'>0, Karafiol öö.2l>, Sandhaus 19. . Notstcin »».(iS, Bebr 10.—, Leib lö.00, Mever 14.—, Oppenheimer 2l.—, Lickuigfeld iif>.:ri, Lev» 17. , Schrei bau m 28. , Viktor 00.—, Katzenstein 100. , Löwe 00. -, Moritz 200.8.r>, Friedländer 000.—, Ha»! 20.00, Ielli» 200.—, Koppelmaun 17.00, Strauß 20.20, Ehrenberg 200-, Bär, 10.—. Stark 20,10, Sack 2.!.—. Luria 20.—, Klempner '>0.20. Spre» 20.—, Schreibaui» 11.8ö, Busch 00.02, Scknvarz 10.00, Ster» :i78.9.'>, Dr. Sindler .',0. , Dö. Gott lieb 00.—, Flörsheim 2.'0.—, Weißmann 00. , Lagstein 00.10, Neuberger t8.0ö. Bernstein 10. -, Salpeter 20.7ö. Spitzer 02.8ö, Dr. Aronlieim 2l.—, Landau 12V , Will »er 120.—, Walzer öl.—. Lev» 20.—, Grnnbaum 0ö. , Leven 01. , Bcssler 10.—, 'Brüßler ">0.—, (Kotidiener 120.—, Lev» 20. , Dr. Gerso» 2ö. . Großfeld 10ö.—, Hirschland 70.10, Dr. IonaS 10ö. . Löwe 20.—, Margulies 20. , Siiel 200,1.7, Feldberg 00.70, Berliner öö.2ö. Michalowsk» «>0.7ö, Fuchs >00.—, David 2ö.—. Feuer 20.10, Hoienstei» 100.--, Blumenthnl 70. -, Sanders 000.—, Blender ött. , Kern O.'t.S.'i, Sckmmlowitz 0ö.—, Eckstein 2öö.—. Dr. Eoh» >>0.—, Dr. Negensteiner ö0. , Dr. Weist 10. , Friedman» 41.70, Mindczwinsk» 21.—, Liebergail 20.—, Jakobs 00.—, Diverse lö.00. „ s a m m c n: «i700.!»i. K. F. Ber Hain. Es danken Nosenberg für Vorbrreitnng der B. B.-Tagung. Epstein. Fischer, Löive, Landau, je 1110.—, Bileski. Michaloivsku. Goldenberg. Bongartz, Weinberg, Segisto witsch, Palm, Eonitzer, Arnsi'eld. Avpel. lkindler. N. N.. N. N. je öO. . F,u lammen: l ttöO. . Nofchhafchanoh-Aktio»: Nothsstiild, Jünkerath 000, l'statzer. 'Neunkirche» 100.—, Gebr. Sstuveitzer. Düren 20».—, 'B. Preckier. V>. Wolf. Köln, je .",00. . P. .Kaiser. Ni'.Ostadbacki 100. . Großseld, Düsseldorf: öO, , S. Köste», 'Aachen 00. . Zusammen 10>0.—. I » s g e s a m l aus g e >v i e s e n: B>. 2ö OOO. .

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