Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- 173 (22.9.1922)
- Date
- 1922-09-22
- Page
- Seite 288 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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288 Getrost: Des Habrcs Bild und Gleichnis \ Der bcilflcii Zeit cs uns verbürgt, Dast auch die kleinste Frucht des Lebens Den Hoffnungskcim der Zukunft birgt. <Aus dem nüt*. duflcnbbud).) * Der Eündcnbock für Asasel. ViIo. der Tempel in Jerusalem-noch stand, und die Habnuim l'stricster» den Opfcrtu'enft dort verrichteten, slrömle am Dem Slippurmorcicn das Bolk von Jerusalem in die Borböse des Heiligtums, um zuzuschen, wie die beiden Böcke für das Opfer und für den Asasel ausgewählt wurden, In der Bibel siebt nämlich, das; an diesem Tage ein Bock in die Wüste geschickt werden solle, als ein Zeichen aasüc. da st er alle Sünden der Binder Israel mit sich nehme, und Gott ihr Opfer angenommen habe, so dast ihnen am ( ‘"bin .Uippur alle ihre Sünden vergeben wurden. Der Ort in der Wüste biest Asasel. Es wurden also zwei Böcke ausgesucht. die an Gröste, Farbe und Aussehen möglichst gleich sein »n'stkdn. und zwischen diese beiden Böcke trat der „Koben bagadol", der Hobepriester. Dann wurde ibm eine Büchse gereicht, und in, dieser Büchse befanden sich zwei BlaNcn. Auf der einen Blatte stand „Für den Ewigen", aus der andern .Für Asasel". Beim ersten Tempel waren diese Blätlchcn aus Holz, beim zweiten aus Gold. Dcr Hobepricster nabm nun ebne binzuseben in jede Hand ein-' de. Bläuben und stichle seine Hände aus die Köpfe der Böcke, die zu seinen beiden Seiten standen. Dann ries mau ibm zu: „Hobervri-'sler, bebe deine rechte Hand!" Nun!>.'elt der Hohepriester das Blättchen in dcr rechten Hand doch, so dast alle sehen konnten, ob der Bock zu seiner Rechten zum Opfer im Tempel oder für Asasel in der Wüste bestimmt war. Sodann band man dem Bock für den Asasel einen roten Faden um die Hörner, um ibn zu kcnnuichnen und sübrte ibn an das Osttor des Tempels, durch das er später hinaus in die Wüste aesübrt werden sollte. -,un'b>cm nun dcr Opferbock geschlachtet worden war, und d.r Hohepriester sein Blut im Allcrbciliasten gesprengt br'.te, wurde der Bock für den Asasel durch einen vorher dazu bestimmten Mann in die Wüste geschickt. Das war f,“r das B"lk ein grostcs Gaudium, und in der Zeit des -'ocilen Tempels war der Andrang so grost, dast man ein taes'.'U bock' über den Köpfen der Menac quer durch hie Stad», gekaut bal. um auf ibm den Bock fortzuführen. so Ml| ibn z>"?r alte- «eben leibten, er ober so schnell -als '.’iv.liib ous kr Stadt heraus kam Bon dcr Stadt bis v. dem A lfer Amsel, von dem der Bock berat gestürzt werh\? feilte waren in Abständen von fc tausend Schritt Hütten anwed'iit. in diesen fasten würdiae Männer, die de:. Bock und scsticn Bcalcitcr bis zur nächsten Hütte brachf 11 e h e v h i;e # e Alle! * l> ii'iti'*'- . P' l«v »l.i i ii.M.mV ilof i ui..l I f u. I« r h’ » tt nui «-m.v 'Ti rem wahren Wert ciji-i'lirh pi r« n i.!! i /•»»•: n *>ir .;ib h'«Y il.ihvt > Wik:ui' Ih'ti* >. .r*-h I -Min; meinst H*c's!geh:ts wvt m 'rt r.it lir UVh IV ' »Ii> ilriüiüiaieii grosse. Iti.enreine, bianweis^e Steine bi* 05 0(10 Mark per Karat IMntin-. Silber- ScI.iuuca, l*ruc!\ alte viinzcn, l-e Is e, BrennstifU-, Tiegel entsprecliend uniiherbietliate lJ, eise. ’L f ». U t* Juwelier und ' j Colt.schnücd rr.eistcr j Köln. Agrijjpastrasse STP > -iBSi* l-.iiuu-j' l eite B) M m 1 Kniiuimr i’.iichcl 1 " J I, Kein Laden!e», so dast beide ständig unter Aufsicht waren. Auch bc-!-.>>:> dcr Mann, der den Bock sübrte, in diesen Hütten tüchiig zu csicn und zu trinken. Natürlich nahm man dazu einen .dichijuden. War nun der Bock aus dem Felsen Asasel angcimn.men, so wurde er von diesem hcruntergestosten. Hier Hai achtete das Bolk genau daraus, ob der rote Faden, der um die Hörner des Bockes gewunden war, weist wurde eder nickst. Wenn nun der Faden weist'tvurbe, so war das ei., Zeichen dafür, dast Gott das Opfer angenommen und seinem Bolle vergeben hatte. Der Mann, dcr den Bock iüistle, blies dann auf dem Echofar und die Männer, die in den Hütten fasten, taten desgleichen, so dast in wenigen Minuten das Bolk, das sich in den Tempelhösem drängte, erfuhr, dast ibm seine Sünden vergeben worden waren. Grostc Freude herrschte darob in Jerusalem, und der Hvbepuester wurde im Triumpbzugc vom Tempel in seine Wohnung geleitet. <ius: Das jüdische Jugendbuch. * Jesaja. " Das Wort des Herrn erging an seinen Knecht: Nimm deinen Stab und gürte deine Lenden, Ich will dich heim zu deinem Volke senden, Zu richten, was gerecht und ungerecht.. Zcrtrümrc das entartete Geschlecht, Da falsches Gold, geraubte Weihespenden Zu opfern dreist mit beutegier'geg Händen Aus dem Altar des Tempels sich erfrecht. Und sammle alle, kraftlos und geschwächt, Di^ Hungernden, eh' sie am Weg verenden; Bewaffne sie mit Schwert und Fcncrbränden Zum .Kampf, und sei ihr Führer im Gefecht! H. Zuckermann. Mitteilungen des Bezirksverbandes der jüdischen Iugenstvereine Vestdeuischlandei ■ Siebe Freunde! I. Die hohen Feiertage sind da. Satz, diese 8«>t, die uns fir.l-.bcn ist, damit wir an unser wadce« Selbst danken und den rechten W-.fi e.»schlagen. nickt ungenutzt verstreichen. Das Sckofar tönt mahw.ud nid wertend an unser Ddr. Mochte es nicht vergebens rufen! ‘vi'ir brauche» Erweckung zu wahrem Leben, zu sittlichem Tun, damit roir Versöhnung erlangen in der 8errissendeil unserer Tage. Darum, k-r freunde, gebt Pnd* bin der Weihe des Iomtod, vereinigt Euch mit bei 'vcmeiiiDc zu .Gebet, zu Bni>e, zu edlem Tu»! Macht unsre Feierta. e levendig in Euren Bereinen, In allen, die wir Freunde nennen! _. Die Verstand: schnng des Verbandes, die am t7. d. M. in Berlin staltsand, vereinigte Freunde von allen Gegenden Deutschlands und gab Gelegenheit,zu anregender Aussprache. Ein Bericht.wird in den «iiid. Blättern erscheine», die wir den Vereinen wiederholt bringend zum Bezüge ^mpsehlen. Cie werden noch lange nicht genug gelesen, wodurch der Zusammenhalt zwischen Verband und Vereinen sehr zu wünschen übrig säht. Ein Bericht kann leider an dieser Stelle wegen Raummangel nicht gegeben werden. <Jn den Verband ausgenommen ist der Verein Liegen. Anschrist wird noch bekannt gegeben. Der Verein wird vorläusig der Bez.-Gruppe l> zugeteilt. Mil herzlichem Edassinw tauvo - ' Rabbiner Dr. Kleln-Düsseldorf. bitten wir.unsere Leser, eine unfrankierte Postkarte folgenden Inhalte! in den nächsten Briefkasten zu werfen: An das Postamt, hier. Ich bitte hierdurch um Nachlieferung des Jüdischen Boten vom Nhein Nr.den ich bis seht noch nicht erhalten habe. süntcrschrift)