Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- 171 (8.9.1922)
- Date
- 1922-09-08
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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JÜDISCHER BOTE Erschein» j»k«» K»rit»g. »«,»,» M ¥,1| |^¥\T >,,«i,e»pr«iH: 20 IR. »It8x80mm Preis 1SM.»,»«ltch. Z, krzetze» breite Zeile. Dt« Seit» »af«tt »»rch ftattfatc P»ßt»trr «kn 540 Zelle». P,ßfcheiN„t, »rtr«, b,rch br» v»»e»»e,l», t» V»»». JudlBOüOS VOlkflDifttt «mag 9.«. t. H, Eil» Re, 74747 -«rau-gegeben von Rabbiner Vr. lkmil Lohn, Äonn. — Echristleitung und Geschäft-stekle: Lonn, Lrüdergassr S2. — Telefon 2950. Nummer 171 KStn. 8. September ISLS. — 15 @IuC 5082 4. Jahrgang. Llkraine-Hilfswerk! 12. Spenßenan-weis. Aachen: I. Ü. 300. Putzcl 100. Düren: Lichtcnflein 1ÜÜ. . llaisersesch: Bom Hauslerne» Hessel gesammelt von Herta und Lilly Mayer 34V. Möln: Hochstein 200, Hanna Lölv 50, Mar Löw 100, Tabaks» man» SO. Thalsaug: Felix Timon 100. Trier: Max Goldslei» 200. H»sai»men 1 540,— M. 1 bis 11. Spcndenanswcis 158 845,— M. Insgesamt cingcgangcn: 160 385,— M. * Wir schlics.cn hiermit die Sammlung. Wenn in diesen ^schweren Tage», wo die ganze deutsche Zcitungswclt ans Leben und Tod um ihr Dasein ringt, irgend etwas dem „Jüdischen Boten" den Mut gibt, trotz aller Einschränkungen, Erhöhungen und Rachsor» dcrungen diesen Kamps weiter 3» wagen, so ist es der laute Widerhall, den all seine Aufrufe zur jüdischen Hilfe und Nächstenliebe bisher weit über den Kreis seiner Leser hinaus gesunden haben, und die besonders großzügige Art, mit der alle seine Freunde diesmal ihre Pflicht getan. , Alle weiteren Spenden sind direkt an den „Hilssverein der deutsche» Inden" Berlin W, 35, Sleglitzerstraße 12, zu richten. Der „Jüdische Bote dem Rhein". Katholikentag und Iudentag Ans meiner Heimreise anS der Soniinerfrischc habe ich mir heuer in München nicht die Gewcrbeschan, sondern — mehr dem .eben als der Maschine folgend — den denlschc» Katholikentag, de» ''•2. seines Zeichens, angesehen, reich belohnt durch den machtvollen Eindrnet seiner durch Mcnjchcnmasse ebenso wie durch große Redner bedeutende» »undgebnng. Lebhaft wnrde ich dabei erinnert, wie vor 20 Jahren der sei? Professor Philipps»» der Idee eines deutschen Judeniages znm Tnrchbrnch zu verhelfe» suchte. Leider vergeblich. Tie 'stoniste» traten damals für denselben Oiedanken ein, und, wie die Berhältnisse damals lagen, war er damit in den Gingen des jüdische» Publikums erledigt. Tie tvahrc» Gründe aber lagen doch »och tiefer. Ter deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens >var nni die Wende des Jahrhunderts »och so verhaftet im Technische» und Rcinorganisalorischen, daß er sich unter einem denlschc» Jttdcntag nichts als ei» politisches, allenfalls organisatorisches Mittel vorstcllcn konnte und infolgedessen die Anklage der versnchse» Machtcntfalinng von der nichtjüdischc» Welt sürchicte oder doch scheitle. Ter Katholikentag, den ich jetzt sah, Hai mir in ganz überraschender Weise gezeigt, daß in dieser Form ein denische» Jndc»-^ >ag heule nicht nur im Bereiche nächster Möglichkeiten liegt, sondern auch mit alle» Mitteln angessrebl werden mnß, iven» es unS wirklich ernst mit unserem JndeNini» ist. Tas Jniercssantc am Katholikentag war nämlich die Eigenart seiner fTeganisaltv». Unter dein allgemeine» Doch dreitägiger Bor- »nd NachmittagS-Hanptversammlnngen, in denen rescraiiveisc ohne Tisknssion die große» Lebensfrage» der Kirche (1. Tic religiöse Sehnsucht 8er Zeit »nd die Kirche; 2. Tic Bekcnninisschnlc; 3. Kirche »nd Staat; 4. Kirche und Schule; 5. Elternrecht — Eltcrnpflichi; >>. Tic Ehe itstv. nsw.j besprochen wurden, fanden sich mittags »nd abends die einzelnen Organisationen der Jünglings-, Jnngiranc»-, Arbeiter-, Bursche»-. Gesellen- »nd akademische» Bercinc zusammen »nd hielten jede-für sich ihre Jahrcskonserrnz ob. Sollte eS nicht möglich sei», für unser deitlschcS Jttdcntnm das Gleiche z» schassen? Tie gleiche Tribüne »nd die gleiche Crganisation? Die gleichen Säulen und daS gleiche Tach? Was hindert in dem großen Berlin den Zentralverein.daran, seine Jahreskonferenz am gleichen Tage mit den Zionisten, dem Hilssverein, den Jugendvereincn, den 'Blauwcißc», den .Kameraden. de» Gemeindcn und den Rabbinern, den Slndcntcnorganisaiionen »nd Hcrzlklnbs, zu halten. Und diesen vielen gleichzeitigen, aber nicht gemeinsamen, Tagungen das Tach mehrerer'großcr Massenversammlungen zu geben, ans denen, wie jetzt in München bei de» »atho? liken, auch unsere Lebensfrage,, zu Worte kämen? Tie Gesamlorganisätion der deutschen Inden z» schassen, mag schwierig sei», die denische Jndcnhcit z» einer gemeinsamen großen geistigen knndgcbnng zu bringen, sollte leicht sein in einer 'seit.'wo dem stürmenden Geiste auch bei uns alle Türen »nd Fenster vfsd» stehe». Man wirft unS vor, wir strebte» nach der Weltherrschaft, wir Inden. Wie groß und frei würde da ein deutscher Jndeniag wirken, der offen vor aller Welt die große» Lebensfrage» nuferer jüdischen Zeit verhandelte, »nserc Einstcllnng z»r religiösen Wiedergeburt, zum Balerlande, zn Palästina, ziir Presse,' zu», Kap,- talisinns, znnr Sozialismus, zur Schule »nd zur Jngend, durch die Reden unserer glänzendsten Geister vor den Chren der versammelte» deutschen Judcnheit und der anshorchcnde» Welt erörterten. Wir reden so viel von der Einheitsfront im deutschen Judentum, hier wäre sic gegeben »nd zwar könnte sie noch vor dem In■ slandekomme» der Gesamiorganisaiio» gegeben sein, es würde sich lediglich darum Handel», da» Programin'eines solche» Tages cinheitlich scslznslcllen »nd cinheitllch die Redner zu bestimmen, Ja, mehr »och, cs bedürfte gar keiner große» Organisation, nm so ivaS ziiftandc zn bringe». Wenige geistige Führer könnte» ans der Machtvollkommenheit dcS Geiste», ihres Geistes heraus, den Ansruf erlassen, ich glaube, man wird sie höre», n„d allen Bedenken, ja, allen Anfeindungen zum Trotz würde der Jndenlaq koninie». Aber freilich, wollen muß inan, »inß dem «leiste.- duuieii ivolten, der henie^mächtiger die Erde schüttelt alS je. und dem Frieden, der die Sehnsucht oller Beste» Heine ist, vor allem aber dem dritte» und höchsten, zn dem daS Juden»»» allezeit seine slammeiide Seele erhob: Ter Wahrheit, die daS Fundament deS Glaubens ist ntid in deren Rainen man znsamnienlonim't», znsamiuenslehe» und zusamme» kämpfe» muß. ' Emil 0 v h„. Kölner Nachrichten;st>r Cricniicrnng für die Kölner Gemeindemitglieder werde» folgende Beslimniunge» bekanin gegeben: a) T r a >t u „ gen: 8 l. Tas Annieren bei Trattttiigen in den Synagoge» ist de» Gemeindcräbbiner» Vorbehalten, Eine Ausnahme ist »itr mit Genehmigung des Borstaiides znlässig. b> B e e r d i g » » g c n: 8 i, Tas Amtiere» bei Beerdigungen ist den Gcmcinderabbiner» Vorbehalten. ' ' - 8 2. Tie Gcmeinderabbiner wkchscln im Dienste wöchentlich ab. 8 3. Im Berhindernngsialle wird der diensthabende t'lcnieindcrabbiner dnrch seinen Stellvertreter vertreten. 8 4. Falls die Hinterbliebene» dies ansdrmklich tvünschcit, kann an Stelle des diensthabende» Gcmeindcrabbinrrs der andere Gctitelnderabbiuer amtiere» bezw. im Berhindernngsfalle dessen Stellvertreter. 8 5. Ans Wunsch der Htnierbliebciicn kann anstatt des GemcindcrabbincrS einer der stellvertretenden Rabbiner mit Ainishandlltngcir bei de» Beerdigungen beauftragt werden, in solchem Falle ist jedesmal die Genchnii'gnng des Borslandes v och er einz»- holen. 8 0. Bei Beerdigungen mit dem Friedhof in Ehrenikld amtiert bis ans weiteres der für die Gemeinde Ehrenield dazu vom, Vorstände bestiinnitk Rabbiner, falls die Hinterbliebenen keinen andent/ Rabbiner wünsche». * Für die hohen Festtage werden Einlaßkarten für Damen in beschränkter Zahl vom 11. d». Mts. ab aus dem Sekretariat, Roonstr. 50, ausgcgcben, — Für den Hilssgvttesdienst in der Rheinlandloge wird Herren und Damen ohne Karten Einlaß gewährt. — Reservierte Plätze zum Preise von 30 M. sind aus dem Sekretariat erhältlich.