Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- 137 (13.1.1922)
- Date
- 1922-01-13
- Page
- Seite 13 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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p«1ch fische» Saftrttaak Wtlfrft. «kr.: Lerl tzaber in Polch Seden-Freitea 7M Uhr Hetw^enb. unk »oll»ählisr» Erschein«« gebeten. 1L Januar bei Her»«,« Hirsch, 70. Januar bet Leon u. Haar. 77. Januar bei Ferdinand Fader, 3. Februar bet Mose» Anschel, 10. Februar bei Wwe. Jacob Her» . 17. Februar hei Moritz Anschrl. H-ep-i and Umgebung. Frennkschafttzrintz. Abreffe: «rnst M. Gtein, 9* »irb um pünMch«, H, «hetzb^ Ltentztaa, den 17 Ja«, urid Dtrn-tag, den 84 Jan : Hrim abend«. Sä ältliche Einladungen erfolgen nur noch durch den Voten Mer. «breffe für km tzngendkunk: »tukiweasseffor N»l ff, Trier, Hennegsttaß« 7, Dtenrrag. den 17 Jan, abend« 8'/,'llhr, im Lokale der Mosellog«, Trier (ZohanniSftrahr) Vortrag de» Herrn Lehrer Brrllnger über „Lnlomon Sabirol* Wir bitten unser« Mitglieder, recht mihlretch ju erscheinen — Außerdem machen wir auch an dieser Stelle nochmal« auf die wbchentNch ftattstndrnden Freitagabendfeiern in der Moselloge aufmerksam. Zülpich. Jüdisch«, Jugenktzerei». «kreff«: «isa >ch«ar,. «rünstr. Frniag, 20 Jan.: Heimabend bet Dommer-poven Mn«wo», «Al Uhr: Arbeitsgemeinschaft für Eeschlchle — Der Borttag de« Siegfried vacharach - Slchwege: »Jugend und Lrbrnobrsadung' lMontag, 9 Jan., abend« 7 0 Uhr) tonnte umständehalber nicht mehr im »Boten' trkannlgemacht werden. Oie 33ofetttof<$e »Wir warte« schon seit nahezu, drei Jahrtausenden." AuS der Fülle der Anekdoten an« dein Leben de« verstorbenen Orientalisten Goldziher sei hier noch eine angeführt, die ihn und seme^innere Beziehung zum Judentum am besten kennzeichnet./ Es^war zur Zeit, als er Generalsekretär der Budapest«! KultuSgemynde war. In Budapest hatte sich damalsz.ein sogenannter Welt- IriedenSbund gebildet und^de Gründer, durchwegs Nichtjuden, wandten sich in einer Zuschrift an die Juden- Semrinde, dem Bunde beizutretrn. Al« die Erledigung eS Schreibens einige Zeit auSblieb, stellte der Präsident deS Bundes sehr gmgehalten den Generalsekretär der SultuSgrniemde, 0r. Jgna» Goldziher, darüber zur Rede, daß der April in Mißachtung deS schönen Gedankens nicht einmal einer Antwort gewürdigt werde. Goldziher Härte ruhig die Rekriminationen an, und als der Polternde Präsident mit seiner Beschwerde zu Ende war, nahm Goldziher seine B bel, die immer auf seinem T'sche lag, zur Hand, schlug daS zweite Kapitel deS Buches Jesaia auf und laS d>m verdutzten FriedenSbünbler die folgende Stelle vor: .Und eS wird sein, am Ende der Zeiten. Fest wird steyen der Berg deS-HauseS d>S Ew'gen auf der Spitze der B rge und wird sich erheben über den Hügeln, und alle Nationen werben ihm zuströmen. Und r« gehen zahlreiche Völker und sprechen: Kommt, laßt unS hlnaufzehen auf den Berg deS Ewigen zum Haufe des Gottes JaakybS, 'auf daß er unS seine Wege lehre und wir auf seinen Pfaden wandeln. Denn von Z>on ommt die Lehre und daS Wort deS Ewigen auS J-ruchalajm. Und er urteilt unter den Nationen und entcheldrt über die vielen Völker, und sie schmieden ihre Schwerter zu Pflugeisen'und ihre Dpeere zu Wmzermessern um. Nicht erhebt mehr eine Nation gegen die andere daS Schwert, und nie lernen sie mehr den Krieg." Dies verkündeten wir Juden euch vor »weieinhalbtaufeno Jahren, und ihr seid unS dis auf den heutigen Tag die Antwort schuld g geblieben. Warum entrüsten Sie sich also, weil wir Su bloß einige Wochen in der Fragender den Weltfrieden ohne Antwort laffrn?" ywt Mose» Mendelssohn kam am 18. August 1778 mit seinen Damen nach Dresden. Fremd« Juden muhten damals in Dresden Zoll und Geleite und, wenn sie sich über einige Tage aufhielten, auch Rahrungsgeld an hie Gene» ral-Akzifeännahme zahlen. Mendelssohn lachte zuerst laut auf, als am Morgen nach seiner Ankunft der Juden aus- Wärter Lödel Schn de« ihm eintrat und SO Groschen forderte, um einen Zoll- und Geleitszettel für die Gesellschaft zu holen. Dann aber sagte er bitter: „Nun seh' ich erst ein, wie gut es Lavater mit mir meinte!" Nachdem dies erledigt, besuchte Mendelssohn die damals noch in einem Salon des Zwinger ausgestellte kurfürstliche Bibliothek. Der Bibliothekar Daßdork konnte sich nicht glücklich, genug schätzen, den berühmten Philosophen zu führen. Zum Schlüsse fragte er Mendelssohn, wie chm Dresden gefalle. „Ihre Stadt ist herrlich", antwortete dieser, „ihr Land noch herrlicher, ade?' — und nun erzählte er dem verdutzten Beamten, was ihm kurz vorher in aller Herrgottsfrühe passierte: „daß man hier Berliner Juden und polnische Ochsen im Range gleichstellt!" Dahdorf stand dabei wie auf seurigen Kohlen, entschuldigte den Zöllner mit strenger Pflichterfüllung, tröstete Mendelssohn, baß der „faux pas" wieder aut gemacht werden sollte, doch dieser bat, einer Sache nicht weiter zu gedenken, die kaum der Rede wert sei, und ging. Doch kaum war er fort, so nadm auch Daßdorf Stock und Hut und eilte, um die ärgerliche Geschichte gleich vor die rechte Schmiede zu bringen, zu dem Geheimen Finanzrat Freiherrn v. Ferver, in dessen Hause er Hofmeister ge- «vesen war. Ferver, nicht bloß ein tüchttger Staatsmann, sondern auch ein Freund und Kenner der Literatur, fand die Geschichte ebenfalls höchst verdrießlich. Er teilte vollkommen Daßdorfs Furcht, daß die Berliner Gelehrten sich öffentlich darüber lustig machen würden, und eilte, sogleich den Kabinettsminister Freiherrn v. Gutschmid davon in Kenntnis zu setzen. Der Erfolg war, wie er sich denken läßt. Sogleich am nächsten Morgen wurde dem Geheimen Kllegium mittels allerhöchsten Reskriptes anbesi>hn Berliner Gelehrten mosaischer Religion Herrn Möses Mendelssohn die ihm abverlangten 20 Groschen zurück und zugleich zu erkennen zu geben, daß er mit seiner Familie in Dresden nach Belieben sich aufhalten könne, ohne die mindesten Abgaben zu entrichten. Sottes-ienst. y ftdht Freitag, brh 13. Jan, abend» 4.4' Uhr- Sam«tag, den 14. Jan., niorgen» 8.30 Uhr- Mlncha 8 Uhr Labbatauogang 683 Uhr. Wochentag«: morgen« 7.10 Uhr; abend« («lockengalse) 6 Uhrabend« lRo.nstrahe) 7 KO Uhr Barmlzwo (Roonftraße) am 1«. Januar David Sabn, Luxemburger Ltr »6, (Blockengaffe) Emil Juch«, Eivaldistratze 8. am 94 Januar Düsseldorf Dynagoa« Sasernrnstiatzr Freitag, den 18 Ion., abend» ifb Uhr- DamSiag. den 1« Jan., vorm 9 Uhr- Predige 3 «o Uhrabend» 6.4k> Uhr. Wochentage: vorm. 7 80 Uhr, So.imag 8 Uhr. abend« 7 Uhr. Sonn. Freitag, den 13. Januar, -bend« 4 80'U6r. SamStag, den «4. Januar, morgen« 9 Uhr: Bolteddirnft und Predigt- Nu«, gang 8.85 Uhr Wochentag«: morgen« 7 80 Uhr; abend« « 80 Uhr. Ebenso am Montag, den 1« Januar, Sch'wowtm-Tag. Kalender der Woche. Freitag.... 18. Jan. 18 Debet. Samstag. . 14. ft 1« // «jm Sonntag . . . 16. tt 16 II Montag. 1« 9 16 H Dienstag. 17. // 17 *9 Mittwoch. . . 18. H 18 9 Donnerstag. . 1» 9 19 H Freitag.... »0. ff 90 * Samstag . 91. 9 91 H nvi«