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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-01-21 · 86 (21.1.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
86 (21.1.1921)
Date
1921-01-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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r» smm. Jüdische« Voiksbiatt von Rabbiner Dr. Anril Aochrr, Bonn. Schriftieidmg and GeschLstrßeLe: inmmiimi Wocheuabschuitt XE nb®3 EI EU TTT Ser »Nerßa». Und es geschah, als Pharao das Volk hiebe» ließ, da führte Sott es »icht de» Weg durch das Saud der Philister, der nahe ist; de»» Sott sprach: „DaS Volk könnte, wenn Lrieg entsteht, ander» werden nnd na^ Egypte» murehren.' »Meht. Sin»es werden nnd nach Egypte» «Mkehre»." Taließ Gott das Volk einen Umweg mache» »nd führte es den Weg durch die Wüste a» Schilfmeer, nnd gerüstet zogen die Sinder Israel ans Egypte» herauf. 2. Mose, 13, 17—18. Wam irgend etwas beweist, daß es Knechte waren, die damals aus Egypten zogen, so ist es diese Geschichte. Ja, nicht nur ein Kuechtvolk war es, sondern bei all seiner Jugend — eben erst war es ja ein Volk geworden — ein Greifendolk. Der Greisenzug, der das Antlitz Israels nmaer entstellte, war schon damals zu sehen, und Gottes Mißtrauen in den Mut feines Volkes kontrastiert seltsam und beinahe tragikomisch zum Abklang der Erzählung, daß die Kinder Awel ,gerüstet" aus Egypten zogen. Ja, ein Volk von jungen Greifen war es, in der Fron gealtert, im Staub der Zi^el um sein Bestes gebracht, sein Acheadrecht, sich am Widerstande zu stählen, zu wecken, zu erneuern. - Frankreichs größte lebende Dichterin, Madame de Noailles, sang einmal folgende Verse: Tos Herz, die Hand gewöhne» im Gewichte, Tas Glück nur dort zu greifen, wo Gefahr, U»d droben wohnen, wo es ewig klar. Am Gipselfels der menschliche» Gefühle. So ist Jugend, in der Tat, nur so ist sie. Jeder Widerstand entflammt f« und sie sucht Widerstände, um sich zu entflammen. Sie baut sich Mainrn, nur um im EÄeigen die Kräfte zu erproben. Es ist der Ueberschuß an Kraft, der herauswill und der sie reizt, zu schäumen, in den Zaum zu beißen, und im Vergeuden ihre Lust zu sehn. Der Sohn sieht im Vater immer den Hemmer, deü Unterdrücker, im Alter immer den Feind. Ich habe einmal einen bezeichnende Fall erlebt: Der sechzehnjährige Sohn einer wohchabendea Familie hatte den Gedanken gefaßt, z» Bauern in die Lehre zn gehen und Landwirt zu werde. Die hochstehenden Etter», gewohnt, dem Sohne freie Wahbzu laste, wäre wtttentferut, ihn zu hindern, als sie Pvtzlich de Brief eins Steen, ihn beratende Kameraden fände: «Du Deinem Ziele zuftrrbe, auch geaeL*ßen Wille Ettern.^ So ist Juged, so schasst pe Klüfte «nd epft gegen eingeredete Feinde. Das einzig Träpiche dnist, tag Fraackrrichs Dichterin auch in dem ander» Brcht hat: Die überstrümende Bersckwenlmna, die die Jdgettd a,!! -g*. -f» » -tn »ei **. - - -. AlkULfa — mt inOt JuüftiA utttt, rergt pe MW RMpfetfkio per Gefühle mch pe wohnk in einer HÄe, um die gern, sehr gescheit, sehr pfiffig und sehr — Land der Phüister Herma, nm in dar □ 1 Wohlgeborgeüheit erfolgreich strebend Wer mif die Jwgard wirk«, pe erzpehe«, pe lÄen will, muß wissen, waS ihr der Widerstand tSattet. Ü8l ist der Fehler der Väter, daß pe es viüsmh nicht wisse». Der Erfolg des Zionismus in der jüdische» Arpaid j. B ist, das wird mancher gramdurchfuöchte Vater Heide Einsehen, auf das Konto der häuslicher Widerstünde zn setzen, »nd pir erttben es schon heute, daß auch mancher Sah» «ancheS Zionisten durchaus andere W^ge wrmdert als der Vater. Bei der Erziehung und Führung der Jugend nach «an immer eine Erkemttnis vor Augen haben: Mit der Ingens gehen und die Jugend leiten, ist zweier, l e i. Mancher temperamentvolle Mann glanbt «wch fing bleiben zu können und-übahaupt, wer wäß, wie sein, wenn er immer „mit der Irgend gcht*, fc. Eitelkeit schmeichelt und zu ihren Dnmmheilsn Wch. lern schweigt. Solche Leute hat die ist kurKchtig und'fleht nicht, wieviel mehr VeWtt chr de» jenige erzeigt, der sie als GeMer wertet nnd boAmvst, als wer auf diese Weise „mit ihr geht-. DerEqte«w»er Jagend darf die Zügel nicht zu stach und nicht hatte», hält er sie aber noch so lose, nach er pe doch hnlH>n. Er muß chr Widerstande geben, niH, um pe zn LuttmtH. sondern um sie zu entflamme», m» pe auf de» JmqUI to menschlichen Gefühlezn füftceu, von de» fle hernhDchchren aber auch seine heilige Pflicht ist. Da« seÜst «die Jugend vertragt es nicht ohne Schaden, immer aae» zn wohnen. Sie wird {fa»ft begeisterte pmoMchDntt zielbewußt. Mit einem Wort: wer jmk der JNgachgeht*, steht meistens unter ihr; über ihr maß stehen, lirrrste letten will. — Ums Feindesland herum führte GSt das fe Knechtschaft entronnene Volk. Hatte gcht es ftr nns Ohr OMsres Glück als den' Widerstand. Hätten wir ntHt «her» UIH» ^^OtlnVQf wtc MEIpi MDI wären. Auf das Schauspiel des Schilfmeers S»M» wir nicht mehr warten, sondern täglich rmd stündlich Wktt »ns das Dichterwort: R«*' nn.. iv -» Mafcl Xi Me Emil Cnchn,

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