Mannheim
Compact Memory

Jüdischer Bote vom Rhein · 1920-04-16 · 48 (30.2.1920) · p. Seite 199

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
48 (30.2.1920)
Date
1920-04-16
Page
Seite 199 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3947615-6435930-6437099--0600-3948166
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

13 hits for “Palästina” · 1 entity mentions

tn Polen den Postbeamten überhaupt kein Recht zusteht, die Briefe zu lesen, und daß die jüdischen Briefe, sowohl di« hebräischen als die jiddischen, gleich allen anderen befördert werden müssen. Nur in Ausnahmefällen steht den Militärbehörden daS Recht zu, in den Randgebieten die Beförderung jüdischer Briefe zu verbieten, in welchen Fällen die Zensur ausschließlich den militärischen Behörden und nicht den Postbehörden zukdmmt. I. P. Z. Ungarn. Budapest. „Pilag" berichtet: Die Einschreibungen an den Hochschrüen vollziehen sich noch immer unter schwierigen Umständen. Die Zahl der Studierenden ist eine sehr geringe, da die zur Immatrikulation notwendige Empfehlung von fünf Mitgliedern der Brachialgewalt nur solche erhalten, die einen Taufschein ihrer Eltern aufweiscn können, damit Studenten jüdischer Herkunft von der Universität äusgeschlosien bleiben sollen. — „Pcsti Naplo" beklagt, daß Tausende von wohlhabenden jüdischen Studenten an ausländische Hochschulen auswandern, und da sic lum ihren Angehörigen in ausländischer Währung unterhalten norden müssen, bedeutet diese Auswanderung für den Staat einen beträchtlichen Geldverlust. Wieg. Wie der „Abend" aus Bonyhad berichtet, umzingelte am ersten Pesiachtage Militär die Synagoge und verprügelte die zum Gottesdienst versammelten Juden. U. a. schnitten die Soldaten einem alten jüdischen Manne den Bart ab, tauchten ihn in Fett und zwangen den Greis, das Barthaar aufzuessen. Tschechoslowakei^ Prag. Die hier stattgehabte Konferenz der Zeirc Zion und des Hapoel hazoir hat zur Vereinigung dieser beiden Parteien, die sich von Poale Zion durch stärkere Betonung des jüdisch-nationalen Moments unterscheiden, geführt. Eine große Rolle spielte Dr. Martin Buber auf der' Tagung, die, aus Palästina staZ beschickt lvar. Tr. Schcmaya Ücbin vertrat das Londoner zionistische Aktionskomitee. > Lettland. Warschau. Wie die polnische Telegraphcnagentur zu l>rrichten weiß, hat der Rigaer Stadtrat beschlossen, im Stadtgebiet die Zwangssonntagsruhe einzuführen. Mit 40 gegen 28 Stimmen tvurde ein Vorschlag der jüdiscl-en Stadträte, daß cs der jüdischen Bevölkerung, die am Sabbat feiert, gestattet sei, am Sonntag die Läden und Betriebe drei Stunden offen zu halten, abgelehnt. Für den Vorschlag der jüdischen Stadträte stimmten auch die Deutschen und Rusien. Die Sozialdemokraten haben „im Staatsinteresie" für die Zwangssonntagsruhe gestimmt. Hollands Den Haag. Das Ergebnis der Sammlungen zugunsten des I. N. F. im ersten Quartal 1920 beläuft sich auf 49 549.19:3 Lsttl. (ca. 7 329 600 M.). In dieser Summe ist ein Betrag von 10 OÖÖ Lstrl. als Ergebnis der von den Zionisten in Shanghai eingeleiteten Sammlung zur Gründung einer städtischen Siedlung in Palästina enthalten. Diese soll den Namen von Laura Kadoorie, der verstorbcnen Gattin des Vorsitzenden der Shanghai Zionist Association tragen. < x Frankreich Paris. Das „Bulletin der jüdischen Delegation bei des Friedenskonferenz" mit dem Sitze in Paris veröffentlicht in der Ausgabe vom 30. März den Wortlaut der Eingabe! tvelchc die Delegation unmittelbar vor Beginn der Verhand-! lupgen über die Türkei der Friedensdelegation überreicht hat. An Ihre Erzelleirzen, die Herren, Präsidenten und Delegierten der Friedenskonferenz. Das Komitee der Jüdischen Delegationen bei der denskonserenz, welche namens der verschiedenen unterzeichneten Organisationen handelt und zwölf Millionen Juden vertritt, hat die Ikhrc, ack die Friedenskonferenz die Bitte zu richten, die historischen Bestrebungen und Forderungen des jüdischen Volkes, betreffend Palästina, anzuerkennen, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit der souveräne Besitz Palästinas an den Völkerbund, übertragen und zur Venvaltung dieses Landes Großbritannien als Mandatar oder Kommisiar des Völkerbundes delegiert »verde. Unter diesem Mandat oder unter dieser Verivaltung müßten in Palästina politische, administrative und wirtschaftliche Bedingungen geschaffen werden, ^welche Garantien für die Etablierung e i n e r n a t i o n a l j ü d i s ch e » .Heimstätte in diesem Lande mit dem Endziel dcrSchaffungeinesautonomen Staates bieten. . Es ist hierbei selbstverständlich, daß nichts unternommen tverden dürfte, was Vorurteile gegen die bürgerlichen und religiösen Rechte der in Palästina bestehenden nichtjüdischen Getncinschaften oder gegen die'politische Stellung erzeugen könnte, in deren Genuß die Judcn in anderen Ländern stehen. Ebenso selbstverständlich ist. daß in Palästina immer und für sämtliche Religionen volle Freiheit der Betätigung der religiösen Kulte herrsctwn. daß schließlich zwischen den Betvohnern des Landes aus religiösen oder Rasiengründcn hinsichtlich der politische» und bürgerlicl-en Rechte keine Unterschiede gemacht norden." Italien. San Remo. Weizmann und Sokolotv sind in San Remo cingetroffen. Weizmann komnit bekanntlich ans Palästina, wo er während der Erzesse anwesend war. San Rem o. Rach einer Reutermeldunft beschloß die Konferenz die Einfügung der Erklärung Balfours in den Friedensvertrag mit der Türkei, wonach Palästina eine nationale Heimstätte der Juden werden soll, unter Berücksichtigung der Rechte der arabischen Bevölkerung. Die Festsetzung der Grenzeir bleibt Frankreich und England überlassen. England hat das Rechtsstatui für Palästina in Übereinstimmung mit de» Bedingungen der Balfourerklärung auszuarbciten. England. London. Auf den 9. Mai ist eine Sonderkonseren; des zion. Aktionskomitees nach hier cinbcrufe», auf der über die Lage in Palästina verhandelt tverden soll. London. Die englische Arbeiterpartei „Labour Par»," faßte am 20. d. M. eine Resolution zugunsten der zionistischen Forderungen. London. Bei einer Sitzung der Stoke Ncwington Abteilung der Großbrita»niscl)en Union der Mlkerliga wurde eine Resolution angenonunen. den Anspruch des südischen Volkes auf Palästina zu unterstützen, und ein Telegramm tvurde dementsprechend an den Premierminister nach San Remo geschickt, rmterzeichnet von dem Vorsitzenden Sir Herlvri Ormond, srül^reiw Bürgeriikeister von Stoke Newington. Palästina. London. Daily Nen>s meldet, daß der zionistische Voll zugsrat die Nachricht erhielt, daß, wenn nicht innerhalb fünf Tagen das zionistisciw Komitee und die jüdischen Legionen aufgelöst seien, bie Araber in Palästina einen Pogrom twranstalten würden. Die M'duinen hätten die dstsbezüglichcn Befehle bereits erhglten. Lord Allenbu habe die Forderung abgelehnt. nachdem die Zivilbehörden bereits nachgegcben hatten. Das Auswärtige Amt ist mit Allenbys Haltung kinverstaiiden und befahl, die »ottvendigen Maßnahmen zur Vorbeugung eines Pogroms zu treffen. Jerusalem. Teriüdisclu: Stadtrat von Jerusalem bat einen Brief an den Präsidenten des Jerusalemer Munistpalrats, der am 27. Februar an den arabischen Demonstrationen gegen die Zionisten teilgenommen halte, gerichtet, in dem es u. a. beißt: Die Juden PalastisiaS, welcher Partei oder'Gemeinde sie auch angehören, sinp iu der Forde-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.