Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 32 (9.1.1920)
- Date
- 1920-01-09
- Page
- Seite 17 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Hebe al» der Kardinaltuaend de» Israeliten. Um ihn weinte bei seinem Hinscheiden da» ganz« Hau» Israel, weil jede» den Freund und Frteden»stifter verloren hatte — sagt der Midrasch. Seinen Geist hütete der Priesterstamm; sein Jünger ist Hillel, und dessen Jünger soll jeder sein, der sich mit dem Geiste unserer Lehre, sie sei Thora oder Talmund, erfüllt.- Das Hauptgebet de» Werttag», die Tefilla, mündet in die Bitte um Frieden. Und hier ist e», wo die Verbindung .Leben und Frieden" al» untrennbare Einheit zuerst aufttitt, um durch alle Gebete weiterzuklingen; denn «in Leben ohne Frieden verdient jenen Namen nicht. Freilich ist auch er nur eine von den drei Säulen der> sittlichen Welt; zwar müssen Wahrheit und Gerechtigkeit aufgerichtrt sein. Da» ist ein aeflü«lte» Wort auS dm „Sprüchen der Väter", dem Schatzlastlein pdischer Ethik. Aber das Ziel — der Friede, und die Wege zu ihm — Wahrheit und Gerechtigkeit, fie find allesamt im Bereicke der Sittlichkeit; es ist nicht oer bloße Frieden-schluß, dem auch der bluttgste Krieg zustrebt, und der so oft neu« in seinem Schoße ttägt. Von solchen Gedanken begleitet, tritt der betmde Jude an sein Tagwerk, und wir können erwarten, daß er ähnlich auch seinen- Tag beschließt. Er geht zur Ruhe mit Frieden und wünscht wieder aufzustehen in Frieden; ungeschrrckt vom Feinde, von Seuchen, Schwert, Hunger und Kummer. And eine Hütte des Frieden» bittet er Gott, über ihn auSzubreitcn. Und noch einer unheimlichen Gewalt möchte er fich entrissen sehen, dem ^,Sataw' vor fich oder hinter seinem Rücken. Wer ist dieser Satan anders, als wiederum der böse Trieb in seiner eigenen Brust. Er hat keine Macht, wenn wir uns zur Wehr setzen, aber dieser Kampf verfolgt uns bis in unsere Träume. Selbst der sog. hirhur halew, die sündige Regung will niedergerungen sein. Dann haben wir die Einheit des Herzens zurückgewonnen, die der Jude jichud halew nennt, und aus der allein er berechtigt ist, abends und morgens mit aller Inbrunst sein Glaubensbekenntnis vom Einig-Einzigen, stin Schma Jisroel, abzulegen. . ISchluh felgt.) 30. Dezember veranstaltete Chanuka-Fei« mit Ball, die von zahlreichm Teilnehmern au» nah und fern besucht war. nahm einen erhebenden und allsett» befriedigenden Verlauf. Herr stud. med. Egon Hönig»berg verstand «», in seiner Festrede die Begeisterung und da» jüdische Selbstoewußtsein aller Anwesenden zu erwecken und erntete reichen Beifall. Lfuch die eifrige und spielfrmdige Schuljugend trug mit der Darbietung der reizenden Kinderfzenen .Mllchen und Ttllchen" und „Da» Chanukamännchen und die sieben Zwerge" «inen Hauptteil am Gelingen de» Festaktes, nicht zu vergessen die gut aufgenommenea vierhändigen Klaviervorträge mehrerer Damen, di« sich bereitwillig dem guten Zwecke zur Verfügung stellten. Entsprechend der guten Beteiligung war auch der finanziell« Ertrag de» Festes ein erfreulicher, so daß neben ein« Spende für die hungernden Glaubensgenossen in Wien auch dem Fonds zur Beschaffung einer neuen Seser-Thora eia stattlicher Betrag überwiesen werden konnte. Dierdorf, Bez. Koblenz. Der hier neu gegründete I» gendverein wird von einem siebengliedrigen Vorstand geleitet, bestehend au» den Herren Lehrer GinLberg, Leopolds Marx, Richard Herz, Siegfried Seligmann und den Damen Frau Emil Seligmann, Fräulein Jda Kahn und Ruth Frohwein. In seinen Statuten heißt es: „Der Vereirt will die Anhänglichkeit seiner Mitglieder an daS Judentum erhalten und kräftigen, ihren Sinn für alle idealen Interessen anregen, fie geistig fortbilden und zu edler Geselligkeit vereinen." Zu diesem Zweck« fanden schon einige Zusammenkünfte statt und wurde der Grundstock zu ein« Bibliothek geschaffen. Der am Sabbat Chanuka veranstaltete Familienabend verlief recht anregend. — In vorig« Woche wurde di« allgemein beliebte Frau Salomon Salomon, Amalie geb. Daniel, zu Grabe getragen. Sie gehörte zu den ältesten Leuten unseres Ortes. — Aus der stattgehabten Vorstandswahl ging der bish«ige Vorstand h«vor, und zwar die Herren: Abraham Hirschberg (Vorsitzende), Samuel H«z und Moses Seligmann. Zum Stellvertreter wurde Herr Markus Frohwein gewählt. $f« Kerg «R» ®al. Altenkirchen, den 29. Dez. 19. Der hiesige Literaturverein veranstaltete am vergangenen Samstag abend eine Chanukafeier. Uns« Vorsitzender Herr Max Tobias hat es verstanden, den Abend in humorvoll« Weise aufsbeste zu leiten. Herr Lehr« Salomon Hier hielt die Festrede, auß«dem kamen sehr schöne lokale Sachen ünd heitere Vorttäge seitens der jungen Leute des Vereins zum Vortrag. Gar zu schnell waren die wenigen Stunden herum und war der Abend als sehr gemütlich zu verzeichnen. Köln, 3. Jan. Am Sonntag, den 14. Dezemb« 1919 trat die im März 1919 gegründete Jugendgruppe des jüdischen Jugendvcreins Gabriel Rieß« zum «sten Male mit ein« Chanutta-Fei« in die Öffentlichkeit. Die Feier wurde mit dem Liede „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" eingeleitet. Dieses wurde von einem freiwilligen Chor, d« aus Schülern und Schülerinnen der hiesigen israelitischen Schule bestand, unt« Leitung des Lehrers L. Grünebaum vorgettagen. Hi«an schloß sich die Festrede des Herrn E. Jakobi, des Vo^tzenden der Jugendgruppe, an. Alsdann folgten drei jüdische Gedichte, die ebenso wie die deklamatorische Aufführung des 5. Aktes deS Dramas ^ie Makkc^e^ von Otto Ludwig reichen^Bei^ll^fandem zweite Teil mit einem Gesangvortrag «ingeleitet. Anschließend an den nun -folgenden Musikvortrag dankte der Vorsitzende des Jugendvereincs Gabriel Rieß«, Herr Rechtsanwalt vr. Gatzert im Namen d« Zuhör« den jugendlichen Mitwirkenden für die mit vielem Verständnis vargehrachten Vorträge. Nun folgte ein von Frl. Dangenheim einaeübttr Bauerntanz und mit humoristischen Vorttägen schloß die üb«aus gut besuchte Feier." Berncastel. Die von d« hiesigen Gemeinde am Saarbrücken. Der Synagogenchorverein veranstaltete eine größere Chanukafei«, bestehend auS einem Kirchfest sowie ein Ball. Die Veranstaltungen waren außerordentlich gut besucht und fanden allgemeinen Beifall. — Die Zionistische Gruppe feinte Chanuka im engeren Kreise ihr« Mitglieder. Rezitationen und Gesangsvorttäge wechselten miteinander ab. Besonderen Beifall fanden die Vorttäge des Ehepaares Durra vom hiesigen Schauspielhaus. — Der dritte öffentliche Vortragsabend der Zionistischen Gruppe war außerordentlich stark besucht, kand. jur. Benny Weiler sprach über Theodor Herz! in klarer, stilistisch fein« Rede. Beuel. Anläßlich der goldenen Hochzeit d« Eheleutt Albert Kaufmann u. Frau Amalie geb. Herz findet hi« am Samstag, 10. Januar, ein Festgottesdienst statt. Alz«) (Rheinhelsen). Auf Anregung der Herren A. Koch, vr. Baum und Ref. Stern wurde hier ein Jugendbund gegründet, d« am 20. Dezemb« durch eine schöne Cha-! nukafestlichkeit 7 «ingeleitel wurde. Am Nachmittag verj sammelten sich die Kinder, am Abend die erwachsene Jugend! zu Vorträgen,- Ansprachen. Aufführung und Tanz.! Krefeld. Ain 6. Januar beging der hiesige Jugendj verein „Moses Mendelssohn" in festlicher Weise das erste! Jahrzehnt seines Bestehens. — Mit Ablauf dieses Piertel- I jahres wird auch die Niederrhein-Loge auf eine 10jährige! Wirksam!« t^zurückblickenkönnem-Eine Sammlungsür die nvtleidenden Wiener Kinder bei Gelegenheit des Cyanuka-Festes ergab einen sehr ansehnlichen Betrag. Eine Anzahl Gemcindemitglied« hat sich bereit erklärt. Wiener Kinder in Pflege zu nehmen. St. Wendel. Nachdem die hiesige Lehr«stelle längere .! Zeit verwaist war, ttat Samstag den 3. Januar der schon > früher hin tätig gewesene He« Adler sein Amt als Borj beter und Lehrer an. Wir möchten nicht versäumen, an die- I s« Stelle Herrn Kantor Fuchs nochmals zu danken, d«