Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Volume
- 14 (Ausgabe A) (1938)
- Issue
- 21 (1.11.1938)
- Date
- 1938-11-01
- Page
- Seite 325 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 21 Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kalrusgemeinden in Bayern 325 Es liegen bereits die festen Zusagen der jüdischen Spitzenklasse restlos vor. Neben unseren besten Kräften kommen Mannschaften aus Berlin, Breslau Essen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Mannheim usw. Sie werden über den hohen Leistungsstandard unserer jüdischen Turner und Turnerinnen überrascht sein. Lassen Sie sich diese einzigartige Veranstaltung nicht entgehenl Am 13. November (Sonntag) turnt ganztägig unsere Jugend. Zeigen Sie Ihr Interesse durch Ihren Besuch. Nachmittags werden die Meisterturner des Vortages in einem Schauturnen Proben ihres Könnens ablegen. Mitteilungen Lernt Helfen! Ausbildungskurs für erste Hilfe beginnt am 23. Nov. 20.30 Uhr. Durchgeführt von der Unfalldienst-Abteilung des Itus, Leitung Herr Dr. Schülein. Dauer etwa, ein halbes Jahr. Kostenlose Beteiligung für alle Uns-Mitglieder. Anmeldung in der Geschäftsstelle, Ruf Nr. 72699. Nähere Mitteilung in der nächsten Nummer der Gemeinde-Zeitung. Damen- und Mädchenturnen! Wir möchten darauf hinweisen, daß dieses Turnen wieder regelmäßig und zwar für Damen Montag von 5—6 und 8—9J4 4Jhr, Mittwoch von 4—6 und 8K—10 Uhr (Leichtathletik).; für Mädchen Dienstag von 4—6, Donnerstag von %4—%6 Uhr stattfinde},. Wenn auch für manchen Zeitmangel herrscht, so ist gerade die Entspannungdurch das Turnen ein Bedürfnis. Sendet die Jugend zum Unterricht, gebt ihr die Möglichkeit körperlicher Ertüchtigung. Das Training für die Jugend-Wettkämpfe und die Vorarbeiten für die Chanukkahfeier beginnen. Aus der Gemeinde Bamberg Am 20. Oktober 1938 eröffnete der Kulturbund seine Wintersaison mit einem Kammermusikabend höchsten Niveaus. Das Trio Rose-Polnauer-Zeelander musiziert mit einer ebenso schmissigen wie beseelten Hingabe an Gretschaninow, Saint-Saens, Mendelssohn. Der kleine, musikinteressierte Kreis der Gemeinde, der Sich mit über 100 Zuhörern im Saale der „Weißen Taube" eingefunden hatte, dankte für den erlesenen Kunstgenuß durch stürmischen Applaus. Büchersdtau Die Memorbücher der Jüdischen Gemeinden In Bayern. 2. Lieferung. Von Rabbiner Dr. M. Weinberg. Verlag S. Neumann, Frankfurt a. M. 1938. In unserer Zeit der Verflüchtigung und des Auseinanderstrebens der Glieder jüdischer Gemeinden ist ein Rückblick auf den verflochtenen Schicksalsweg unserer Gemeinschaft von großem sittlichem Wert. Pietätvolles Gedenken macht bescheiden, läßt uns erkennen, was wir anderen schulden. Pietätvolle Rückschau gibt uns für den Weg in die fremde unbekannte Welt eine stärkende Reisezehrung mit. Nach der BehauptungVDilthcys, daß der Mensch erst durch Geschichte erfährt, was er sei, hat der Verfasser durch seine unermüdliche Sammel- und schürfende Forschertätigkeit in der Geschichte jüdischer Gemeinden für die Erkenntnis dessen, was der jüdische Mensch sei, wertvollste Arbeit geliefert. Ein neuer Beweis seines Gelehrtenfleißes liegt in -der 2. Lieferung der „Memorbücher" vor. Sie behandelt aus Mainfranken die Gemeinden Haßfurt, Klcineibstadt, Frankenwinheim, Schwanfeld, Mühlfeld, Gerolshofcn, Allersheim-Bütthort, Oberlauringen, ßurgpreppach, Kleinsteinach, Marold sweisarh. Moßbach. Mainstockheim, Untcrriedenbcrg, Oheraltertheim, Memmelsdorf, aus Mittclfranken Gunscnhausen, Grönheim, Ellingen, Pappenheim, Treuchtlingen, Berolzheim, Schwäbach, Hilpolstein, Georgensgemünd, Thalmässing, Ansbach, Bechhofen, Schopfloch, Wassertrüdingen und Zirndorf. Es ist eine verdienstvolle Tat des Verbandes der Kultusgemcinden in Bayern, das Erscheinen dieser „Altertümer" gefördert, ja ermöglicht zu haben, ein Verdienst, das gar nicht hoch genug gewertet werden kann, weil damit eine die trübe Gegenwart überdauernde Brücke von der Vergangenheit zur Zukunft geschlagen wird, weil damit der Verband sich wiederum als treuer Hüter der Tradition, als dankbarer Bewahrer heiligen Erbgutes bewährt. K. O. Die hebälsch-deutscbe Pentateuch-Ausgabe des Chief Rabbi Dr. Hertz vollendet. Mit dem soeben vom Jüdischen Verlag, Berlin W 50, Nürnbergerstr. 8 ausgegebenen vierten und fünften Band des Stets HtukeittH im Fachgeschäft für Damenbekleidung Dachsuer Strsiaa 9 (neben Cift Rheinland, LEO OPPENHEIMER, „Pentateuch und Haftaroth mit Kommentar des Chief Rabbi Dr. J. H. Hertz, London" liegt nunmehr diedieses Standardwerk abgeschlossen vor. Es enthält auf über 3000 Seiten Großoktav rechts den hebräischen Text der Fünf Bücher Mosis und der Haftaroth (Abschnitte aus den Propheten) links die deutsche Ubersetzung nach Zunz und auf beiden Seiten unter dem Text, sowie in einer großen Zahl in sich geschlossener Kapitel den Kommentar des Chief Rabbi. Das Werk ist eine modern ausge< stattete und die letzten Ergebnisse der Bibelwissenschaft berück sichtigende Ausgabe des Schrifttextes bei traditioneller Grundhai tung des Kommentars, der auch dem Laien leicht verständlich ist Wie uns der Verlag mitteilt, kann der ermäßigte Subskriptions preis von je RM. 3,85 für den durchschnittlich 600 Seiten umfaßen den Leinenband (für das Gesamtwerk also von RM. 19,25) nur noch kurze Zeit aufrechterhalten werden „Philo-Atlas. Handbuch lür die jüdische Auswanderung" nennt sich ein Nachschlagewerk, das die mannigfachen Tatsachen und Fragen, die den jüdischen Auswanderer hier und vor allem draußen beschäftigen, erstmalig in einem Bande gemeinverständlich darstellt und demnächst in der Reihe der Philo-Lexika erscheint (Philo GmbH., Jüd. Buchverlag und Buchvertrieb, Berlin W 15, Pariser Straße 44). Neunzehn vielfarbige, zu diesem Zweck eigens hergestellte Landkarten vorwiegend der überseeischen Länder bilden die Grundlage des Buches. Auf etwa 200 Textspalten, in mehr als 600 Stichwörtern — von Curacao bis Ozeanien, von Elektrizität bis Weltzeituhr, von Höhenkrankheit bis Trinkwasser, von Anforderung bis Zollverschluß — werden die Länder der Welt behandelt: neben der geographischen Lage kommen vor allem zur Darstellung Klima, Ernährung und Gesundheitswesen, Wirtschaft, Verkehr und Recht, Einwanderungsbestimmungen und Arbeits— möglicheiten, nicht zuletzt das jüdische Leben. Ein umfangreicher Tabellenteil enthält Ubersichten z. B. über die Währungen, die Lebenshaltungskosten, die Preise für Passage, Frachten und Postsendungen, die gebräuchlichsten Medikamente, die Verteilung der Juden über die Erde. An dem handlichen Nachschlagewerk, herausgegeben von Dr. Ernst G. Löwenthal, arbeiteten Fachleute namentlich aus dem Mitarbeiterstab des Hilfsvereins der Juden in Deutschland und des Jüdischen Centrai-Vereins mit, so u. a. Dr. Berthold Altmann, Max Goldstein. Rudolf Gräupner, Dr. Alexander Gutfeld. Dr. Arnold Horwitz. Dr. Eugen Ludwig Loewe, Hans Oppenheimer, Dr. Arthur Prinz, Dr. Eva- Reichmann-Jungmann, Gretel Wiesenthal und Herbert Wiesenthal. Der Preis des Buches, das in seiner Gestaltung dem bekannten und weitverbreiteten Philo-Lexikon entspricht, beträgt etwa RM. 3.85. „Daplm", Heft 3, Hebräische Lese- und Lernhefte, herausgegeben von Dr. S. K a I e k o. Berlin 1938. Das dritte Heft der „D a p i m" ist soeben erschienen (Verlag der Jüdischen Rundschau, Buchverlag und Vervcrtrieb). Es enthält neben einem Chronik-Teil und aktuellen Notizen aus dem jüdischen Leben eine Reihe von Aufsätzen, Erzählungen, Gedichten usw., wie „Zwei Helden" von Dowid Frischmnnn, „Secfnhrts-Hachscharah in, Gdirtgen", „Hafen-Arbeiter" von J. Harari, „Im neuen Park" von Rabbi Jaakow, „Die Sage vom Chule-Tal" von Klkana, „Die arbeitende Mutter" von Riwka, „Der Wächter-Schelk", „Auf dem Hofe von Tel-Chai" von Asusehkin, Gedichte von Seh. Schalom, Jakob Cohn, Chananja Reichmann, Anekdoten über die/hebräische Sprache sowie Aussprüche von Hcrzl, Ussischkin und Ben-Gurion. Bestellungen nimmt das Tarhuth-Dezeniat der ZVfl), Berlin W 15, Meineke-Str. 10, entgegen. Zusendung erfolgt gegen Voreinsendung des Betrages von RM. 0,30 pro Heft, zuzüglich Porto. Geschäftliches Herr Dipl.-Ing. M. E Fulda, Helzungsanlagen, Nibelungenstr. 14, empfiehlt sich für die Ausführung von Heizungsanlagen aller Systeme, sowie für Reparaturarbeiten. Siehe InseratI v