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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1938-06-01 · 11 (1.6.1938) · p. Seite 172

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
14 (Ausgabe A) (1938)
Issue
11 (1.6.1938)
Date
1938-06-01
Page
Seite 172 (sequence 8)
Language
German
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172 Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern Nff. UV. Herbert Fr leiten t ha I: Ein SchlB unterwegs. Verlas Joachim Goldstein, Berlin 1938. lie „Geschichte einer Überfahrt" betitelt Herbert Eriedenthal seine Novelle. Ziel dieser Reise ist Palästina. Auf dem Schiff Typen auswandernder Juden aus Deutschland. Schicksale aus unseren Tagen. Zwischen diesen ein Paar: er — glücklich verheiratet, sie — auf der Flucht vor sich selbst, mit den Erinnerungen an ein schmerzhaftes Liebeserktbms. Die beiden verlassen das Schiff mit dem Gefühl, drei glückliche Wochen vor sich zu haben. Aber das Erlebnis des Heiligen Landes formt den Mann und (hier ist die Abkürzung, da es auf den Schluß zugeht, künstlerisch nicht voll überzeugend), er empfindet eine rricM-verpfKchtende Liebe als seiner unwürdig. Ein wenigermoderner Erzähler würde ihm die Skrupel wegen seiner Frau, nicht wegen der Geliebten eingeben. Doch die Geliebte schreibt ihm vorher ab: sie führt sich einem Liebesglück, das mit einem Abschied enden muB. nicht gewachsen, weicht einer Erfüllung, bange vor der Trennung, aus. Friedenthal ist frier das schwierige Problem jüdischer Belletristik gelungen, das .Indische und das Allgemeinmenschliche richtig ' zu dosieren, indem"er-das private Schicksal der beiden allgemteinruenschHch sein läßt der Raum aber -und die besonderen Ums taute, die es bedingen, jüdische Gegebenheiten sind. Der „komfortable" Warteraum des Schiffes für Reisende, die einer ungewissen Zu- ,kui»ft entgegensehen, ist ein fein abgetönter Hintergrund für dieses Geschehen Karl l scher: Gestern und heute. Jüdische Buchvereinigung und Verlag Erwin Loewe, Berlin 1938. \ Es weht ein bißchen Georg-Henmann-Luft in diesem Buch..Und wer Georg Hermann liebt, wind auch seinen gelehrigen Schüler Karl Escher ein wenig gern haben. * Als ehrlicher judischer Belletrist von heute^versucht Karr Escher die Schwierigkeit zu umschiffen, die darin besteht, daß man sich —begnügt, allgemein-menschliche Dinge darzustellen und den handelnden Personen lediglich jüdische Namen zu 'geben oder Zeitcharaktere dadurch jüdisch zu färben, daß man sie über jüdische Probleme sich unterhalten und in rückwärtiger Prophetie auf unseren Umbruch sich zubewegen läßt. In Eschers Roman um 1900 stehen Erkenntnisse in schöner Formulierung wie diese: „Vergessen ist das rechte Wort! Und es ist eine große Kunst und noch eine größere Wohltat, das Vergessen. Es ist die Gabe aller Mütter. Wie sollten sie denn leben, könnten sie nicht vergessen?" —el— Ein Mlschnatraktat. Die Diskussion über die Geltung des pentateuchischen Gesetzes vom Brachjahf im heutigen Palästina hat im weiten Kreisen das Interesse für die diesem Gesetz innewohnende Sinnfülle und Problematik wachgerufen. Es sei hier auf eine vor kurzem erschienene Abhandlung hingewiesen, die in diesem Zusammenhang zu nennen ist: Max Kapustin, Der Mischnatrakt.it Sche biit h, Hermon-Verlag. Frankfurt a. M. Dfeser Mischnatraktat, dessen erste beide Kapitel in Original und Übersetzung nebst einleitender Gesamtübersicht und ausführlicher Erklärung hier zum Abdruck kommen, hat die Bestimmungen über die Landarbeit im ßrachjahr zum unmittelbaren Thema. Der Verfasser hat sich in dankenswerter Weise der Füllender sprachlichen und kulturkuridlichen Schwierigkeiten, die dös Studium dieses Traktates bietet, nicht verschlossen. Es sei daher sehr zu wünschen daß seine eindringlichen Erklärungen der weiteren Kapitel dieses Traktates, der übrigens infoftge derzahlreichen darin enthaltenen Angaben über den Ackerbau wie über die Garten—und Baukulttir in Palästina im Zeitalter der Antike auch für die Kulturgesctvcht'iche Forschung eine wichtige Quelle darstellt, recht bald veröffentlicht werden mögen.___'_ _ _.__ .-. _ H Geschäftliches Der heutigen. Auflage liegt eine Sommermoden-Bellage der Landeshuter Leinen- und Gebildweberei F. V. Grünfeld Berlin W„ Leipziger Straße 77/78 und Kurfürstendamm 227, bei. Herr Dlpl.-Ing. M. E. Fulda. Heizungsanlagen, Nibelungenstr. 14, empfiehlt sich für die Ausführung von Heizungsanlagen aller Sy-, «steine, sowie für Reparaturarbeiten. Siehe Inserat! Jüdische Koch* und Konditorei-Kurse Kalte Küche Kaffeeküche mit Eisspeisenbereitung Pralinen-Herstellung Servieren ••■ ' - . "; 7 '; ... \" Intensive Ausbildung durch: ALBERT SCHWARZ, Kuchenchef und Resiauraieuc i ehem. 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