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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1938-05-01 · 9 (1.5.1938) · p. Seite 130

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
14 (Ausgabe A) (1938)
Issue
9 (1.5.1938)
Date
1938-05-01
Page
Seite 130 (sequence 7)
Language
German
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•füll. Kulturbund in Kayern (angeschlossen dem Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland) Ortsgruppe Aiffiichcii Anschrift: München 13, Adelheidstraße 33 Mitteilung an die Mitglieder Die Mairate des Jahresbeitrags (RM. 1.50) ist fällig und wird bei denjenigen Mitgliedern, welche sie nicht bis Freitag, den 13. Mai, an der Kulturbundkasse entrichtet haben, durch den Kassier mit einem Aufgeld von 30 Rpf. in der Wohnung eingehoben. Als letzte Veranstaltung der Spielzeit findet am 18. Mai das XI. Symphoniekonzert des Kulturbundorchesters München statt, bei welchem sämtliche Bläser des Berliner Kulturbundorchesters mitwirken werden. Solistin ist die Geigerin Annie Stelger-Betzak (Frankfurt a. M.), Dirigent Erich Eisner. Die Eintrittskarten sind an der Kulturbundkasse erhältlich. Anmeldungspflicht v Der Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland teilt mit: Auf Grund mehrfach durch das Sonderreferat Rkw. Hinkel beanstandeter Einzelfälle geben wir folgendes bekannt: 1. Sämtliche jüdische Musikpädagogen müssen sich in ihren Berufsankündigungen des Zusatzes „Mitglied des Reichsverbandes der Jibdichen Kulturbünde in Deutschland" bedienen. Insofern jüdische Musikpädagogen noch nicht Mitglieder sind, sollen sie sich sofort an den Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland, Berlin SW 68, Stallschreiberstr. 44, zwecks Aufnahme wenden. v 2. In letzter Zeit sind wiederholt Veranstaltungen mit künstlerischen Umrahmungen (z.- B. Musik. Theaterspieleh, Sprechchor, Rezitation) angekündigt worden. Die Ankündigungen haben zu behördlichen Nachprüfungen geführt und das Ergebnis gezeitigt, daß eine Anmeldung der künstlerischen Umrahmungen überhaupt nicht stattgefunden hat. Es wird letztmalig darauf hingewiesen, daß sämtliche künstlerischen Umrahmungen von Veranstaltungen aller Art durch den Reichsverband beim Sonderreferat Rkw. Hinkel anmeldepflichtig sind. Die Anmeldung mit genauem Programm muß 4 Wochenvor der Veranstaltung beim Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde, Berlin SW 68, Stallschreiberstr. 44, erfolgen. Jüdische Filmarbeit in Deutschland ^IGemäß einem Erlaß des Reichsministers für Volksaufklärtmg und Propaganda (SJ. 745/5. 2.-^8/1) ist die Errichtung eines Instituts für jüdische Filmarbeit genehmigt worden für „die Herstellung, den Verleih und die Vorführung jüdischer Filme in Deutschland, und zwar 1. auswanderungsfördernde. 2. palästinensisch-kulturelle, 3. Spielfilme rein jüdischen Charakters mit ausschließlich jüdischen Darstellern". \ Als ersten Film wird das Jüdische Filmifistitut den großen jüdischen Spielfilm „IDL MIT'N FIDL" am 2\ Mai im Saal des Jüdischen Kulturbundes Berlin herausbringen.! Dieser Film kann mit großer Spannung erwartet werden. Er liet monatelang mit außerordentlichem Erfolg in New York, Paris, parschau und London. Konzert Paula Salomon Daß der einzige Liederabend der Spielzeit dieser großen Künstlerin eingeräumt war. läßt wiederum deutlich die Linie erkennen, die der Kulturbund einzuhalten bestrebt ist. Abermals' erfreuten wir uns an dieser makellos' durchgebildeten und wohllautenden Stimme, die \rtt Forte wie im Piano den weiten Raum des Gotteshauses mühelos erfüllte, an einer Vortragskunst, die dem gedanklichen und sprachlichen Gehalt der Gesänge aus tiefem Nacherleben gerecht wird, an einer Gestaltungskraft, die zu den bedeutendsten künstlerischen Faktoren zu rechnen ist. über die wir ---jetzt_yiriüj[en1Von ihren Darbietungen konnte eine Gruppe von Gesängen zeiigenösstscher^üdisclwr- Komponisten besonderes 1 nteresse beanspruchen. „Sabbathausgang" von H. Fromm, nach einem mittelalterlichen Text, wirkt durch seine schlichte und einprägsame Diktion. „Lajafah", ein hebräisches Lied von B. Grossmann, sucht das palästinensische Kolorit durch modulatorische Wirkungen zu bannen. Sehr stimmungsvoll und originell wirkt ein „Palästinensisches Hirtenlied" von P. Dessau, dem zweifellos ein gewisser Orientalistnus in Stimmführung und Behandlung des Klaviers gelungen ist. J. Weinberg, in dessen Vertonung wir einen Vers aus dem 19. Psalm hörten, ist sicherlich der Bedeutendste von den genannten Komponisten^; er löst tlen liturgischen-Stil aus seiher fragwürdigen „Tradition" und weiß ihn durch besonders geschickte Behandlung der gesanglichen Linie und farbig^ Begleitung sehr eindringlich und auch künstlerisch befriedigend zu gestalten. — In die Nähe des klassischen Liedes führte uns Paula Salomon mit mehreren Gesängen von Grieg und~Gretschaninoff: namentlich der balladeske ..Herbststurm" und der Uberaus zart gesungene „Schwan" von Grieg nahmen den Hörer gefangen. Das Arioso der Leah aus Rubinsteins heute schon vergessener Oper „Die Maccabäer" erweckte den Wunsch, gelegentlich noch mehr aus diesem Werk zu hören. Ihre volle und überlegene Meisterschaft aber entfaltete die Sängerin mit mehreren Arien von Händel. Besonders „Kommt all ihr Seraphim" aus „Samson" und das große „Hallelujah" aus „Esther" gestaltete sie mit einer Erhabenheit und Vollendung, die verteilen ließ, weshalb kaum eine bedeutende Oratorienaufführung im Ausland ohne diese Sängerin denkbar ist. Kapellmeister Erich Eisner wieder einmal als Begleiter am Flügel zu hören, war eine besondere Freude. Er versteht es wie wenige. SeT&atändigkeit und Unterordnung in der Begleitung zu verbinden. Stil und Gehalt des Klavierparts zu erschöpfen und mit den Intentionen des Solisten zu verschmelzen. Sein nobler Anschlag bildet in allen Stärkegraden einen farbenreichen Klavierklang, auf dem die Gesangsstimiiie'sich su recht entfalten kuim. u. y 1 v CARL GOLDMARK (1 83 2- 1 9 151. dessen seit e n gehörtes Violinkonzert am 18. Mai zur Aufführung gelangt

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