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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1938-04-15 · 8 (15.4.1938) · p. Seite 123

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
14 (Ausgabe A) (1938)
Issue
8 (15.4.1938)
Date
1938-04-15
Page
Seite 123 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 8 Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern 125 (Bücherschau: Schluß von Seite 118) ' Den Anfang stellt, wie in der Heiligen Schrift selbst, das Schöpfungsprinzip dar. Die jüdische Auffassung wird" mit derjenigen verglichen, welche die mythologischen Weltentstehungslehren beherrscht, und es wird nachgewiesen, daß der biblische Gedanke einer Schöpfung aus dem Nichts in logischer, ethischer, ästhetischer und religiöser Hinsicht weit höher steht als der den sonstigen Kosmogonien zugrunde liegende Gedanke einer Geburt des Kosmos aus dem Chaos. Auf die Schöpfung der Natur folgt die der Kultur, und zwar zunächst die Schöpfung der alle Kultur Uberhaupt erst ermöglichenden Erkenntnis. Deshalb wird im Anschluß an den Bericht vom Sündenfall die Erkenntnisfrage aufgeworfen. Nach der Schaffung der Erkenntnis als des Fundamentes aller geistig-geschichtlichen Kultur kommt es zur Schaffung der geistig-geschichtlichen Kultur selbst, welche stets eine individuelle ist. Mithin wird der Standpunkt des Judentums in betreff des Charakters der geistig-geschichtlichen Kultur dargelegt, und dabei wird speziell im Hinblick auf die Erzählung vom Turmbau zu Babel, welcher doch zu einer weitgehenden Individualisierung führt, der Individualitätsgedanke errötert. Da nun die Kultur ungeachtet und unbeschadet ihrer stets individuellen Prägung immer Gemeinschaftssache ist, da der Begriff der Individualität selbst den der Gemeinschaft als sein Komplement erfordert, so wendet sich die Untersuchung ferner dem Problem der Gemeinschaft zu. Weil nach der Einstellung des Judentums Gerechtigkeit die soziale Kardinaltugend ist. erfährt anschließend die Gerechtigkeitsidee eine Würdigung. Hierbei wird auch auf den Sinn der Strafe im allgemeinen und der Todesstrafe im besonderen ausführlich eingegangen. Ist die Schaffung und Durchsetzung des Rechtes Angelegenheit des Staates, ist die rechtlich organisierte Gemeinschaft nichts anderes als der Staat, so muß zum Schluß auch noch dieser zum Gegenstand der Erwägung gemacht werden. So ist es denn der gesamte Umkreis der menschlichen Kultur, welcher hier durchschritten wird, und zwar in einer jedem ernsthaft bemühten Menschen durchaus verständlichen Form. Geschäftliches Herr Dipl.-Ing. M. E. Fulda, Heizungsanlagen, Nibelungenstr. 14, empfiehl^ sich für die Ausführung von Heizungsanlagen aller Systeme. sowie für .Rcparaturarbctten. Siehe Inserat!— V E R M I E|T E N, Schön möbliertes helles Zimmer m. Bett u. Couch, Zentralheizg., Warmwasser, Bad, Tel., sof. zu vermieten, evtl. noch weiteres Zimmer. Frauenlobstr. 2/IV in. (Lift), Tel. 13719. 2 leere Süd-Zimmer evtl. #m. Küch.-Benützg., späte ganze Wohnung, an ruh. Mieter zu vermieten. Zuschriften unter Nr. 8653 an die Anz.-Abt. d. Bl. 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