Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Volume
- 14 (Ausgabe A) (1938)
- Issue
- 5 (1.3.1938)
- Date
- 1938-03-01
- Page
- Seite 74 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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74 Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Rultusgemeinden in Bayern Nr. 5 Kundgebung des Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk e. V.) Samstag, den 5. März 1938, 20.30 Uhr In der Hauptsynagoge, Herzog»Max»Str. 7 Ansprachen: Dr. Alffred Neumeyer Vorsilxender dar Israelitischen Kultusgemeinde. München Rabbiner Dr. Leo Baerwald Dr. Alffred Perlmutter . , Vorsitzander dar Zionistischen Vereinigung München Vorfrag: ■5 > ' Dr. Michael Traub, Berlin Vizepräsident das Keren Hajessod in Deutschland „Auf dem Wege zur Staatlichkeit" Zur gegenwärtigen Lage in Palastina EINTRITT FREI Israelitische Kultusgemeinde München Jewish Agency und Keren Hajessod Ortsausschuß München Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig Ufßlfcldcr CmiA münihm. im »onntal Hofjuden und Geldbeschaffer der kleinen und großen absolutistischen Höfe und Serenissimi entbehrten in vertiängnisvoller Weise enies sozialen Rückhalts am Hof innerhalb einer ihne^n fremden und rm Grunde feindlichen, auf ihren Fall lauernden Gesellschaftsschioht. während sie über^die Enge des noch geschlossenen sozialen und wirtschaftlichen Körpers der Jud«nscha4t. aus der sie emporgestiegen waren, sich hinausgewachsen fühlten. So blieben sie — nicht ohne eigenes Verschulden — isoliert und fielen als Opfer und Sündenböcke eines wirtschaftlichen Systems. Als Juden und Hofleute von beiden Gesellschaftsschichten verlassen, wurden sie, wenn die Zeit reif war. zu Fall gebracht und mußten1 für die eigenen und fremden Sünden büßen. Im Fall des „Jud Süß" versöhnt die Traue, die der Verurteilte seinem Volke und dem alten Väterglauben hielt. Dieser „Glaube", den der Gefallene wieder in sich anklingen fühlte, als schon alles verloren war. bedeutete auch damals mehr als religiösen Glauben im Sinn persönlicher Frömmigkeit einer späteren' Zeit. Es war die alte Lebens- und Werte-Ordnung, an die sich der aus den Höhen herabgestürzte*, wieder erinnerte und an dte er sich nun wieder anschloß. Der von allen Seiten Verlassene, der wegen seiner Väter sterben mußte, während diejenigen, die schuldiger waren als er, aber sich des Rückhalts der Mächtigen und Herrschenden erfreutem straflos ausgingen, ließ sich zuletzt in den uralten jüdischen Mutterschoß zurückfallen, aus dem er hervorgekommen war. Hier fand er wieder Gleichgewicht. Trost und den Mut, seinen Gegnern, die er verachten durfte, zu widerstehen. Ihn konnte niemand mehr etwas anhaben; Ehrgeiz und Herrschsucht. Hochmut und Gelüste fielen von ihm ab. Mit dem ..Sch'ma Jisroel" auf den Lippen starb er ernen Tod, der ihn vor den Juden entsühnte und. vor der-Nachwelt reinigte. — . -UerrCL ROSENSTR-5 •Transportschrank Er achont dl« Kleider! < Eigenea Fabrikat \ W 110/5B/5B nurRM. 60.— \t/ d.ra.lb.* mit Zinkblechfütterung und Gummidichtung (Mottenichrank) RM. 81.— KOFFER FREIHANN NOrnbarg-A Konig.tr.6e 97 V