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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1938-01-01 · 1 (1.1.1938) · p. Seite 10

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
14 (Ausgabe A) (1938)
Issue
1 (1.1.1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 10 (sequence 9)
Language
German
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10 Jüdisches Gemeindcblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern Nr. 1 zum Deutschtum. Nach dem unglücklichen Ausgang des Krie- ues mußte er Stcaßburg und seine Stellung verlassen. Damals kam er nach Augsburg. In seinen letzten Lebensjahren wendete er sich immer mehr von den allgemeinen Wissenschaften (zurück zur Wissenschaft des Judentums, zum Talmud, und auch auf. diesem Gebiete war er einer der größten lebenden Gelehrten, eine lebendige Tora, ein lebender Talmud. So hatte sein Lebenslauf die Kraft eines Symbols. Er war ein Mann1 der Wissenschaft im vollsten Sinne dieses Wortes. Wissenschaft heißt Wahrheit; und er war ein Mann, wahr bis zur letzten Faser seines Wesens. Kr durfte von sich -sagen, daß er in seinem Leben keine Lüge gesprochen hatte. Zu diesem wissenschaftlichen Wesen gehörte seine große Bescheidenheit. Wie eine bedeutende Gelehrte gesagt hat: „Der Wissenschaf» geht es um Sachen, nicht um Personen!" — Nach diesem Wort hat er gelebt. Er zeigte auch, daß die Liebe, zur Wahrheit menschenfreundlich macht. Er war von einer rührenden Güte gegen Jedermann, auch gegen den geringsten, von einem wundervollen Zartgefühl. Wenn er zu tadeln gehabt hätte, schwieg er .Weber. Ein Schüler seiner Lehrer, wie es ihn vielleicht in dieser Treue nur ganz selten^fttjjin Lehrei^semer ^eigenen Schwer. der^äneT^äbTwaT^er selbst besaß und ein stets hilfreicher Freund seiner Freunde. Der Umgang mit diesem lauteren Menschen war stets ein hoher Genuß. Die reichen Gaben seines Geistes, seine wunderbare Klarheit, sein staunenswertes Gedächtnis haben ihn bis ganz kurz vor seinem ' Tode nioht verlassen. Wie von kMose konnte von ihm gesagt werden: „Seine Kraft ist bis zuletzt nicht von ihm gewichen!" Der tiefste Grund sedner Persönlichkeit war aber seine Frömmigkeit. Er machte das Wort wahr: „Der Anfang aller Weisheit ist Gottesfurcht!" Er hat hierüber ein ergreifendes Bekenntnis abgelegt, als er mich an sein Sterbebett rufen Meß. Da lag er wie einst unser Erzvater Jakob, eine Greisengestalt, das edle Antlitz umwallt von weißem Haar und Bart. Diese Züge, die von einem langen Leben, das ganz von Geäst erfüllt gewesen war, geprägt waren, die aber auch vol.ler Energie waren, die sich mit seiner Güte paarte. Als sein letztes Bekenntnis sagte er: „Ich habe mein.Leben lang ein treuer Sohn meines Volkes und meines Glaubens sein wollen und so. wie ich gelebt habe, will ich sterben und begraben sein!" Er reiht sich in jene Fülle bedeutender Persönlichkeiten ein, die für das wahre Wesen des Judentums Zeugnis ablegen, dieses wahre Wesen, das nicht"unterdrückt ni°h* verfälscht werden Irarwtr-fotr-regrgii stolz mit ihn unsir* Gemeinde, die Hin die letzten 20 Jahre seines Lebens zu den Ihrigen -zählen durfte und auf deren Friedhof er jetzt an der Seite der im Tode ihm vorausgegangenen Gattin den ewigen Schlaf schlafen wird, und das ganze Judentum,' wie es dadurch bezeugt wurde, daß ihm'eine unserer größten Hochschulen, das Jewish Theological Seminary of America in New York, den Grad eines Ehrendoktors der hebräischen Literatur, verliehen hat. Wir neigen utts in Dankbarkeit vor seiner Bahrt, wir, die heute hier versammelt sind und der große Kreis_ seiner Freunde. Verehrer und Schuler. die über die ganze Welt zerstreut sitidt. die fast alle bis zuletzt grrit ihm in Verbindung standen, lernend und Gedanken austauschend und die voll tiefer Trauer von seinem Ende erfahren werden. Wir beten zu Gott, daß es uns nie an. solchen Männern fehlen möge. Ansehe emuno. Männer der Treue. Männer des Glaubens. Männer, die mit 4er Kraft ihres Wirkens für uns eintreten und in die Bresche springen. Der Geist ist unsterblich. Das wird uns erst recht bewußt, wer.. ein solches Leben des fimtr-r zxi Tffitrn~schtTnt --v-7" Lehrhaus der Kultusgemeinde Die Kurse in Fremdsprachen und Kaufmännischen Fächern werden nach dem 1. Januar fortgesetzt. Üm Überfüllung zu vermeiden, wurden einige Kurse in Gruppen mit gleichem Lehrziel geteilt. ": •''"'■■ ■* - Es bestehen folgende Lehrgänge: Englisch: Zwei gleichlaufende Kurse für Anfänger ohne Vorkenntnisse (seit 1.12.37) c K > Montag 20—22 Uhr Donnerstag 20—22 Uhr U4 II. Mittelstufe A, Mittwoch 20—22 Uhr, -Fr. Gertrud Beuthner. Mittelstufe B, Mittwoch 20—22 Uhr. Frl. Emmy Levyn. ^tL-Oberstufe, Dienstag 20—22 Uhr. Frl. Irma Reh. Für die Teilnehmer an den bisherigen Kursen von Frl. K a u - d e jv's wird, soweit sie sich nicht den bestehenden Kursen der Anfänger-Abteilung, der Mittel- oder Oberstufe anschließen, eine. Vorbesprechung mit Frau Beuthner, vor Kursbeginn am Mittwoch, den 5. Januar, um 19.45 Uhr im Jugendheim (Herzog- Rudolf-Straße 1) stattfinden. " - " _ ■ ••fjtj« ' w Französisch: Allgemeiner Kurs. Mittwoch 20—22 Uhr, Frl. Irma Reh. Italienisch: Anfänger (seit Oktober), Donnerstag 20—22 Uhr (Anfänger ohne Vorkenntnisse können in einigen Sonderstunden vorbereitet werden.) Privatkurs für Fortgeschrittene, Dienstag 20—22 Uhr II 4 ii Kaufmännische Kurse: I. Maschinenschreiben. Montag 19—20 Uhr Donnerstag 19—20 Uhr TTTSletibgraphie, Montag 20—21 Uhr III. Buchführung, Donnerstag 20—22 Uhr In die Stenographie- und Buchführungskurse können nur noch Teilnehmer mit Vorkenntnissen eintreten. Näheres Tel. 60 4 37. & cuS u Die Kurse in Sprachen und Buchführung finden im . l Jugendheim, Herzog-Rudolf-Straße Ii - ' _ statt, die Kurse in Stenographie und Maschinenschreiben in der Fortbildungsschule, Herzog-Rudolf-Straße S. Der Kursbeitrag" beträgt für Fremdsprachen, Buchführung und Maschinenschreiben RM. 3.— pro Kalenderinonat für Stenographie RM. 2.— pro Kalenderinonat In besond/felK Fällen: kann Ermäßigung gewährt werden. Hei Unterbrechungen des Kursbesuches ist die .volle Monatsgebühr zu-entrichten. Uni rechtzeitige Abmeldung wird gebeten. Vir rufen diesem Toten das'Wort des Abschieds zu: „Scliolaum! Frieden. Frieden über Dir!" Amen! •Schriftliche Anträge slfltLzu. richteten:.dasl""~--■ Lehrhaus der Kultusgemeinde, Herzog-Max-Straße 5, Auskunft über die Kurse erteilt. Frau Gertrud Beuthner. Georgehstr. 391. Tel. 32 2 13.

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