Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Band VIII (1871)
- Issue
- II. und III. Heft. (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 118)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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— 154 — des Menschen, sein ernster Geist wird niemals dun eine fröhliche Zuversicht gehoben. Ueber allen sein Aussprüchen schwebt ein trüber, drückender Trimm! ’ der keine Aussicht auf eine bessere Zukunft oder an nur ein heiteres Jenseits verspricht. Die einzeln Bonnenstrahlen, die das düstere Gewölk 'durchdringe reichen wohl hin, die Phantasie noch mehr zu erhitze nimmer aber kranke Herzen zu erwärmen, feud Augen zu trocknen. Dass er trost- und hoffnungslos in die vüz Oede jener Missgestaltung, die man Welt neu schaut, erkennt man auch dann, wenn ein kurzes I cheln seine Lippen bewegt; wo man ihn trifft, im(k teshaus oder im Königspalast, beim Sarge oder bei Freudenmahle, im Trauerhaus oder beim Weingeli! überall klingt es vor ihm hin: Alles ist eitel, dasi sein caeterum censeo, sein Anfang und sein Ende. Der bittere Schmerz verlässt ihn auch nicht! seiner ״heiteren“ Laune, und die Aufmunterung « Lebensgenuss ist wie ein höhnender, menschenveiat tender Spott in seinem Munde. ״Jüngling, freue & deiner Jugend, lass es'deinem Herzen wohlgehe* spricht er ihm zu, doch ab fürchte er, jener körn es für Ernst nehmen und seiner Einladung folgen, fl<W er ihm in’s Ohr hinein, er solle sich ja nicht der Tau» ung hingeben, ״denn die Jugendzeit wie das Manw alter sind nichtig“. Der unglückliche Mann! D*• übertriebene Aongstlichkeit war nicht von nöthen. D< Tod und das Elend vermochte wohl noch seine sehn enge Phantasie mit allen schrecklichen Bildern w ® len; das Leben und seine Freuden zu schildern, h® sein Pinsel längst verlernt — nur hie und da MV