Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- Beilage zum Jeschurun (1865)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 103)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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101 da von gleicher Farbe. . . Der Kutscher, der ein Zettelche» in Bereitschaft hatte, daS ein Bursche in'S Haus )11 Bergheim trug, erzählte den sich mehrenden Gaffern, der Kranke hätte auf den Barrikaden in Berlin einen Schuß in die Brust bekommen, und die Kugel säße noch fest, die Aerzte hätten behauptet, der Verwundete würde, nachdem die Anstrengungen der Flucht von Berlin nach LreSlau ihn schon dem Tode nahegebracht, eine weitere!leise schwerlich überstehen; aber nicht» hätte ihn abdringen können, seinen Transport hierher zu verlangen. Schon wurde Ernst emporgehoben. — Der Leidende überwand die Schmerzen, die ihm diese Bewegungen zu verursachen schienen — war׳ doch die Sehnsucht seines Herzenerfüllt, die letzte Freude seines Lebens gewährt. — Der Kutscher hatte recht berichtet. Still, in den Armen der Seinen wollte Ernst sterben, das war Alles, was er vom Leben noch begehrte. — Er hoffte sie zu finden- «ich ohne ׳sich ihnen angekündigt zu haben; so kam er, daß ihn hier niemand erwartete. Noch war Ernst nicht bis an die Treppe getragen worben, als sein Vater (Onkel Löb und Mathilde waren außer Kaufe) in athemloser Hast erschien, sich über den unglücklichen Sohn warf, ihn in beide Arme schloß und unter Thränen an sein Herz drückte. ״Mein Sohn, mein Sohn," rief er unausgesetzt.— Rehr konnte nicht von seinen Lippen kommen — daS bedürsniß zu Helsen, drängte jede andere Empfindung strück. Schon wurden die besten Aerzte des Städtchens gerufen, schon hörte man oben Thüren schlagen, ein e»>siges Nennen, ein Klopfen und Hämmern um Zurüstnngen für ein Lager für den Verwundeten zu treffen. Auch für Bergheim war Sorge zu tragen. — DaS Unglück hatte ihn mit seinem Kinde auSgesöhnt, und all' die Liebe, die er ihm Jahre lang vorenthalten, brach