Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- Beilage zum Jeschurun (1865)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 100)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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98 reichte ihm eine Maske und geleitete ihn durch eine enge Thüre in einen Saal. Hunderte von Vermummten saßen ans kleinen schmucklosen Bänken. Die Stube war mit dichtem, stickigem Qualm er׳ füllt. Eine lebhafte Debatte hielt Alles in größter Erregung. ״Die Zeit rückt immer näher/" schloß eben einer der Redner, ״wo wir mit Allem, und wär's mit dem Leben, für die Freiheit werden einstehen müssen. Immer mehr werden die Dinge auf die Spitze getrieben — auf die Spitze der Bayonnette. Auf, ermannen wir uns zur ThatI" Wie ein zündender Funke irr ein Pulverfaß fielen diese Worte in die Versammlung, immer stürmischer wurde die Debatte, immer kühner der Reden Inhalt, immer herausfordernder ihr Ton. — Auch Ernst war unter den Rednern aufgetreten, und die Macht seines Geistes, seine seltene Begabung zeigte sich auch hier.'" Wie bezaubert blickte diese erregte Versammlung zu den Lippen des Redners, der milden Ernst mit Feuer des Ausdrucks paarte. ״Ja, laßt uns das Heil suchen, das man uns grausam vorenthält," rief er begeistert. ״O heilige, unentweihte Göttin der Gerechtigkeit! Stehe Du uns bei! In Deinem Sinne wollen wir wahr sein, und der Lüge und Falschheit gegenüber unsere Waffen führen. Krieg! Krieg! ruft Ihr Euch zu? Gut denn — im Kriege kennt die Noch kein Gebot. Jede Waffe ist gerecht, die den Gegner abwehrt. Sind wir vor allem fest gegliedert, einig, dann laßt unfern Bund mächtig sich erheben, himmelanstrebend in ewiger, un«ebundener Kraft. Freiheit sei das Zusammenspiel seiner Formen, Einigkeit das majestätische Bekenntniß seiner Angehörigen!"