Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- Beilage zum Jeschurun (1865)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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20 Schlome gekauft, einen solchen Reiz aus den begehrliche» Gaumen des Mädchens übte, daß es davon zu verkosten begann', wiederholte aber das so oft, bis es ein bemerkbares Deficit in den! Fläschchen zu sehen tvar. Trotz der Betäubung, die sich ihrer nach und nach bemächtigte, fühlte sie doch iustinktmäßig, sie dürse mit diesemsicht-, baren Abgang in der Flasche vor dem Vater nicht erscheinen, ohne der gräulichsten Mißhandlung sich auszw setzen; sie nahm daher in ihrem Wege eine andere Richtung, schwankte von Gasse zu Gaffe, konnte sich aber nicht mehr entsinnen, wie sie an dieses Gebüsch gekommen und eingeschlummert sei. Ebeir erwacht, rief ihr das Halbleere Fläschchen das gestern Abend Vorgegangette ins Gedächtnis!; sie traute sich jetzt um so weniger zurückzukehren in das väterliche Haus, und die Verzweifltmg preßte ihr Thränen und Jammertöne aus. Peter erbot sich, das verzweifelnde Mädchen zu de» Eltern zu bringen und sie vor den gefürchteten Mißhandlungen zu schützen, welchem Erbieten sie erst dann z« widerstehen aufhörte, als er ihr Geld gab, tun frischen Brandwein zu kaufen. Sie war klug, oder erfahren genug einzusehen, daß des Vaters Amnestie viel leichter zu erwirken sein werde, wenn der Anblick des vollen Brantweinfläschchens beschwichtigend das Gemüth mild stimmen würde. . Das Haus des Dorfrichters zu Alma war von wuthentbrannten, blutdürstigen Bauern umlagert, man wollte durchaus das Judeumädchen heraus haben, um Rache an demselben zu nehmen. Die arme Gill hörte ... daS Verlangen der tobenden Menge und erbebte. Auf einmal ward draußen alles stille. Peter kam, das vermißte, aber unversehrt gebliebene Kind an der Hand führend. Er wurde umringt, er erzählte und dar weinende Mädchen bestätigte die Wahrheit. Nun schlichen