Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- Beilage zum Jeschurun (1865)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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mich täglich zu besuchen. In beiden Stücken hielt er red- Nch sein Wort. Drei Wochen brachte ich in dem traurigen Zustande hier zu, in welchem ich mich noch dafür glücklich pries, daß mein Wtrth — allgemein ״Herr Math iS" gemmnl — mir sehr liebevoll und hilfreich begegnete. Er offenbarte überhaupt eine Menschenfreundlichkeit, wie ich sie kaum in einer Bauernhütte zu suchen mir jemals hätte einfallen laffen. Da nun der Arzt erklärte, ich sei so weit in der Heilung vorgeschritten, daß ich mit Beobachtung der uöthigen Vorsichtsmaßregeln von hier fortgeschafft werden könne, wurde ein Tag bestimmt, an welchem vier Bauern mit einer Tragbahre mich abholen sollten, um mich nach D . . — ungefähr anderthalb Meilen weit — in die Wohnung des *Arztes selbst zu bringen, woselbst ich meiner völligen Genesung entgegenharren sollte. Außerdem, daß ich in dem Hause des Doktors mehr Bequemlichkeit und durch die Nähe desselben eine sorgfältigere Pflege hoffen durfte, war mir die Ueberfiedlung auch deßwegen lieb, weil der Doktor mein Glaubensbruder, ein Jsraelite, war. GS war ein Tag vor meiner beabsichtigten Fortschaffung, ungefähr um 1 Uhr Nachmittag. Meine Wärterin war in der Küche beschäftigt und Herr MathiS saß neben meinem Bette, auf meine Bewegungen lauschend/ um gleich beizuspringen, wenn ich etwa-wünschen sollte. Da öffnete sich die Thür und ein Mann, deffen GefichtSzüge den jüdischen Typus bekundeten, trat »in. Nach einem kurzen Gruß nahte er sich und fragte, wer hier Herr MathiS heiße. ״Ich bin cS l" antwortete mein Wirth, ״war bringet Ihr?" Der Jsraelite nahm hierauf au» seiner Rocktasche ein abgeschoffenes grüne» Beutelchen, worin — ein Paar Tefilin (Philakterien) waren und reichte fie stillschweigend meinem Wirthe. Dieser